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Mehr als 1100 weitere Nachbeben in Italien

Feuerwehrmänner helfen Einwohnern der historischen Stadt Norcia ihre verbliebenen Habseligkeiten zu sichern.  Foto: Reuters

Feuerwehrmänner helfen Einwohnern der historischen Stadt Norcia ihre verbliebenen Habseligkeiten zu sichern. Foto: Reuters

Tote gibt es nicht. Die Regierung verspricht, alles wieder aufzubauen.

Rom. Die Erde in Italien kommt nicht zur Ruhe: Ein weiteres starkes Nachbeben hat die ohnehin verwüstete Region erschüttert und neue Schäden angerichtet. Der Erdstoß am Dienstagmorgen hatte nach Angaben der italienischen Erdbebenwarte INGV eine Stärke von 4,8. Es habe weitere Einstürze gegeben, sagte der Bürgermeister des Dorfes Ussita, Marco Rinaldi. „Es ist ein Leidensweg, es hört nie auf.“

Seit dem verheerenden Erdstoß am Sonntag gab es mehr als 1100 Nachbeben, fast 20 davon hatten eine Stärke von über 4. Auch der Bürgermeister des Ortes Castelsantangelo sul Nera berichtete von neuen Schäden. „Hier stürzt alles ein. Und das, was nicht einstürzt, ist nicht stabil. Das Dorf scheint dem Erdboden gleichgemacht“, sagte Mauro Falcucci. Laut Erdbebenwarte hat sich die Erde bei dem Beben am Sonntag, das stärkste seit 36 Jahren, auf einer Fläche von 130 Quadratkilometern deformiert, die größte Verschiebung wurde mit 70 Zentimetern in der Gegend um das Dorf Castelluccio festgestellt. Ministerpräsident Matteo Renzi versprach den Zehntausenden Obdachlosen schnelle Hilfe und einen kompletten Wiederaufbau. „Was immer seit dem Erdbeben benötigt wird, werden wir auf den Tisch bringen“, sagte er am Montag nach einer Kabinettssitzung. Italien ist hoch verschuldet und steht mit der EU-Kommission wegen seiner Haushaltsplanung im Clinch.

Wenn Italien den Wiederaufbau wegen EU-Regeln nicht stemmen könne, „bedeutet das, dass wir alle den Verstand verloren haben“. Die Obdachlosen wurden in Hotels und Notunterkünften in der Umgebung untergebracht. Auch in einem Zug kamen Hunderte unter. Viele übernachteten in Autos. Mehr als 15.000 Menschen wurden in den Lagern des Zivilschutzes versorgt, teilte die Behörde mit. Die Zahl der Obdachlosen wird aber weit höher geschätzt. In den Marken wird von mindestens
25.000 ausgegangen, in Umbrien von mehr als 5000.

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