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Alaska zieht Gemüse im Wassergewächshaus

Will Anderson, Präsident der Native Kikiktagruk Inupiat Corp. steht in mitten des angebauten Gemüses. Foto: AP

Will Anderson, Präsident der Native Kikiktagruk Inupiat Corp. steht in mitten des angebauten Gemüses. Foto: AP

Nördlich des Polarkreises baut man Obst und Gemüse jetzt mit Hydrokultur an.

Anchorage. Die Landschaft ist kahl, die Temperaturen nur im Sommer über dem Gefrierpunkt. Im Norden Alaskas, nördlich des Polarkreises, lassen sich Obst und Gemüse nicht einfach im Garten ziehen. Das Städtchen Kotzebue, fast 1000 Kilometer nordwestlich von Anchorage, kontert mit einer ungewöhnlichen Idee. Es sorgt mit Hydrokultur für Vitamine vor Ort. Ein alter, umgerüsteter Schiffscontainer dient als nasses Gewächshaus in der hauptsächlich von Angehörigen der Inupiat bewohnten 3300-Seelen-Gemeinde. Ausgestattet mit LED-Leuchten bietet er Raum für Kohl, Salat und Kräuter. Die Hydrokultur, bei der die Pflanzen von Steinwolle gehalten werden und ohne Erde auskommen, soll das ganze Jahr über durchhalten. Arctic Greens bringt in Kotzebue nun Erntefrisches in den Supermarkt. „Wir lernen noch“, sagt Kikiktagruk-Chef Will Anderson. „Wir haben schließlich keine Anbaukultur.“ Die Inupiat sind traditionell ein Volk der Jäger und Sammler, an die Idee vom Gartenbau müssen sich viele erst gewöhnen. Im Frühling startete das Projekt – nach Angaben des Container-Bauers das erste derartige nördlich des Polarkreises. „Unsere Vision ist, dass dies eine langfristige Lösung für die Lebensmittelengpässe im Norden sein kann“, sagt Ron Perpich, Mitbegründer des Unternehmens Vertical Harvest Hydroponics, das das geschlossene Wassergewächshaus produziert hat.

Ziel, ist in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden ähnliche Programme aufzusetzen. Dabei hat Perch Orte im Blick, die noch abgelegener sind als Kotzebue, das zumindest über einen kleinen Flughafen verfügt. Doch auch hier gilt: Bis Gemüse aus den USA oder Kanada dort in den Läden ankommt, ist es längst nicht mehr frisch. Außerdem ist es teuer. Energiekosten sollen eingespart werden, vielleicht mit mehr Windkraft. „Wir wollen nicht nur frischere Ware, sondern auch erschwingliche“, sagt Anderson. Wenn jetzt der eisige Winter einzieht, hat das Projekt seine Bewährungsprobe.

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