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Indonesien geht erneut gegen Beschneidung vor

Weltweit haben nach UN-Schätzung 200 Millionen Frauen und Mädchen eine Beschneidung erlitten. Dieses Mädchen in Kenia ist eines von ihnen.

Weltweit haben nach UN-Schätzung 200 Millionen Frauen und Mädchen eine Beschneidung erlitten. Dieses Mädchen in Kenia ist eines von ihnen.

Die Regierung versucht, weibliche Genital­verstümmelung zu stoppen.

Jakarta. 51 Prozent der indonesischen Mädchen bis elf Jahre sind beschnitten, das sind ungefähr 14 Millionen Kinder, wie eine Untersuchung des indonesischen Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2013 ergab. Weltweit haben nach UN-Schätzung 200 Millionen Frauen und Mädchen eine Beschneidung erlitten. Einige tragen schwere körperliche Schäden davon. Sie reichen von hohem Blutverlust, andauernden Schmerzen, chronischen Infekten und HIV-Infektionen bis zu Inkontinenz, risikoreichen Geburten oder Sterilität.

Die Regierung hat nun einen neuen Anlauf gestartet, um die Beschneidung von Mädchen zu stoppen. „Wir haben eine Einsatzgruppe ins Leben gerufen, die religiöse Führer und Frauenorganisationen dazu bewegen soll, diesen Brauch zu beenden“, sagt die Frauen- und Jugendministerin Yohana Yambise. Frühere Versuche waren am Widerstand islamischer Organisationen gescheitert. 2006 hatte die Regierung zum ersten Mal ein Verbot ausgesprochen.

Auf Druck von islamischen Organisationen nahm sie es vier Jahre später jedoch wieder zurück und veröffentlichte stattdessen eine Anleitung, wie medizinisches Fachpersonal die Eingriffe durchzuführen habe.

Weltweit sinkt zwar der Anteil genitalverstümmelter Mädchen – hatten 1981 noch 51 Prozent der 15- bis 19-Jährigen Genitalverstümmelung erlitten, sind es laut UN derzeit noch 37 Prozent. Wie sich die Situation in Indonesien entwickelt, ist derzeit mit Zahlen jedoch nicht zu belegen.

Wara P. Osing, Leiter der Abteilung für die Förderung der sexuellen Gesundheit im Gesundheitsministerium, ist dennoch überzeugt, dass immer weniger Familien ihre Töchter beschneiden lassen. Die Erkenntnis, dass es sich dabei um eine Form von Gewalt gegen Kinder handele, setze sich zunehmend durch. Den Kampf gegen die Genitalverstümmelung könne sein Ministerium aber nicht allein gewinnen. „Denn das Problem wurzelt in Traditionen und religiösem Brauchtum, die seit Generationen weitergegeben worden sind.“

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