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Rekord-Turm im Urwald: Auf der Spur des Klimas

Die Amazonasregion gilt als entscheidendes Klima-Element. REUTERS

Die Amazonasregion gilt als entscheidendes Klima-Element. REUTERS

Amazonas-Regenwald gilt als mitentscheidend im Kampf gegen die Erderwärmung.

São Sebastião do Uatumã. Wie wirken sich Abholzen und Brandroden auf den riesigen, grünen Kohlenstoff-Speicher aus? Deutsche Forscher wollen mit dem höchsten Klima-Messturm der Welt Wissenslücken schließen. Mitten im Regenwald ragt ein orange-weißes Bauwerk 325 Meter steil in den Himmel empor. Das Amazon Tall Tower Observatory (Atto) ist der weltweit höchste Klima-Messturm, höher als der Eiffelturm. Der Stahl-Gigant soll mit seinen Daten helfen, dass die Menschheit die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel ergreift.

Christopher Pöhlker, Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, hat keine leichte Aufgabe: Er soll, rund 9000 Kilometer von der Heimat entfernt, das bisher einmalige Projekt fertigstellen helfen. Deutsche und Brasilianer betreiben es gemeinsam. Der Stahlturm, der weit über das grüne Dach der Amazonaswälder ragt, wurde im August 2015 eröffnet. Aber erst jetzt wird er betriebsbereit gemacht, da es viele Verzögerungen gab.

Derzeit machen Meteorologen und Chemiker von Max-Planck-Instituten (MPI) in Mainz und Jena Dutzende Leitungen zum Ansaugen von Treibhausgasen und Feinstaubpartikeln startklar. Der Regenwald stabilisiert das Klima der Erde. Doch wie genau dort Wald, Wolken, Winde, Niederschlag und die Miniteilchen in der Luft zusammenhängen, welche Veränderungen durch Treibhausgase entstehen, gibt manches Rätsel auf. Die Messgeräte sollen in verschiedenen Höhen Daten sammeln zum Wandel der Prozesse im Regenwald, zur Kohlendioxid-Konzentration in den Luftmassen. Es geht um Millionen von Daten und darum, eine profunde Basis für die Weltklimaberichte zu liefern. Dafür ist es so wichtig, dass der Turm fernab von menschlichen Einflüssen steht. Acht Millionen Euro hat das Projekt bisher gekostet. Weil Atto so hoch ist, kann man mit ihm die Atmosphäre über eine Fläche von 700 Kilometern Länge und 550 Kilometern Breite analysieren. Es ist auch hier schon weit trockener als früher.

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