Ein Biobauernhof zum Anfassen

26.04.2015 • 16:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf du und du mit der Kuh bzw. dem Stier ist das Motto auf Lisilis Biohof. Fotos: VN/Philipp Steurer

Auf du und du mit der Kuh bzw. dem Stier ist das Motto auf Lisilis Biohof. Fotos: VN/Philipp Steurer

Die Familie Kühne in Meiningen hat für Interessierte einen Hofrundgang eingerichtet.

Meiningen. (VN-mm) Kälber und Kühe laben sich im Freilaufstall am reschen Heu. Es ist das letzte. Danach gibt es frisches Gras von den Meininger Wiesen zwischen die Zähne. Die Schweine halten in ihrer dick mit Stroh ausgepolsterten Box ein Mittagsschläfchen. Ein paar Schritte weiter pickt eine glückliche Hühnerschar das Beste für sich aus dem Boden. Und im großen Gewächshaus haben die kleinen Pflänzchen genügend Zeit, groß zu werden. Auf Lisilis Biohof in Meinungen wird für alles und alle gut gesorgt.

Jetzt ist das mitten im Dorf gelegene bäuerliche Anwesen um eine weitere Besonderheit reicher. Für Erwachsene wie Kinder besteht bei einem Rundgang durch den Hof die Möglichkeit, sich an verschiedenen Stationen über die landwirtschaftlichen Methoden und die Philosophie des Biohofs zu informieren. „Auf diese Weise können sich die Leute selbst ein Bild vom Hof machen“, erklärt Michael Kühne das besondere Anliegen, vor allem Kindern und Jugendlichen einen Einblick in den bäuerlichen Alltag zu gewähren.

Vielfalt ermöglicht

Bereits seit mehreren Jahrhunderten wird das Anwesen von der Familie Kühne bewirtschaftet. Seinen Namen „Lisilis“ verdankt es der Geschichte zufolge einer recht resoluten Dame namens Elisabeth. Vor 25 Jahren übernahmen Karl und Brigitte Kühne den Hof und stellten den damals noch konventionell geführten Betrieb aus tiefster Überzeugung, wie sie sagen, auf biologische Wirtschaftsweise um. Das ermöglichte die Erhaltung der kleinbäuerlichen Struktur und gleichzeitig die Entwicklung einer enormen Vielfalt im Lebensmittelbereich. Auf 35 Hektar, die zum Teil eigen, zum Teil gepachtet sind, darf im Zyklus der Jahreszeiten wachsen und gedeihen, was und wie es die Natur vorsieht.

Mit Ideen erfolgreich

Deshalb finden sich auf dem Hof auch keine enthornten Kühe. Einzig der Stier, der friedlich zwischen den Kuhdamen steht, ist hornlos. Aber das sei naturgegeben. Genauso naturgegeben erfolgt der Nachschub an Jungtieren. Die künstliche Besamung wurde auf Lisilis Biohof schon längst abgeschafft. Die Kühe werden vor allem gehalten, weil der Mist für die Felder gebraucht wird. „So schließt sich der Kreislauf“, sagt Manuel Kirisits, Geschäftsführer von Bio Vorarlberg. Der studierte Agrarwissenschaftler, der auf dem Hof arbeitete, hatte auch die Idee mit der Gemüsekiste. „Die Familie Kühne ist immer offen für Neues“, wusste er und stieß mit seinem Vorschlag auf ebenso offene Ohren. Heute werden pro Woche an die 200 Kisten mit saisonalem Gemüse an Kunden in ganz Vorarlberg ausgeliefert. Ein weiteres Standbein ist der Hofladen, in dem unter anderem bis zu 40 Gemüsesorten angeboten werden. 

Gemüse wartet kistenweise auf Abnehmer.

Gemüse wartet kistenweise auf Abnehmer.

Manuel Kirisits (l.) und Michael Kühne mit der Gemüsekiste.

Manuel Kirisits (l.) und Michael Kühne mit der Gemüsekiste.