Asylheim in Alberschwende von Polizeiaufgebot umstellt

11.05.2015 • 20:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Asylwerberheim wurde am Ostermontag von Randalierern attackiert.
Das Asylwerberheim wurde am Ostermontag von Randalierern attackiert.

Syrischer Flüchtling sollte nach Ungarn abgeschoben werden, war jedoch nicht auffindbar.

Alberschwende. Etwa 25 Polizisten fuhren am Montagvormittag mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor das Asylwerberheim in Alberschwende. Anschließend umstellten sie das Haus, in dem acht Asylwerber untergebracht sind. Im Visier der Beamten: Ein junger Syrer, der nach Ungarn abgeschoben werden sollte, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht anwesend war.

Der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant begab sich gleichzeitig zu Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann, um sie über den Einsatz in Kenntnis zu setzen. Gemeinsam mit dem leitenden Beamten eilte die Bürgermeisterin sofort zum Asylheim und alarmierte dabei noch über eine Telefonkette rund 150 Unterstützer der Aktion „Wir sind Asyl“. Tatsächlich erschienen laut Schwarzmann etwa 15 bis 20 Unterstützer sofort vor Ort.

Einsatz um 10 Uhr beendet

Nachdem die Suche nach dem Flüchtling erfolglos geblieben war, brach die Polizei bereits um 10 Uhr ihren Einsatz ab. „Wie es nun weitergeht, kommt auf die Entscheidung der Landepolizeidirektion an“, sagte Schwarzmann zu den Vorarlberger Nachrichten. Gleichzeitig betonte sie, dass der syrische Flüchtling nicht untergetaucht sei, sondern einfach gerade nicht anwesend war.

Die acht Syrer halten sich bereits seit mehreren Monaten in Alberschwende auf. Sie sind nicht untätig. „Wir beschäftigen sie unter anderem im Gemeinde-Bauhof, aber auch als private Haushaltsgehilfen. Leider dürfen sie nicht mehr als 31 Stunden im Monat arbeiten“, stellt Schwarzmann klar. Für immerhin drei der Flüchtlinge haben sich die Zukunftsaussichten verbessert, denn die Verfahren des Bundesamts für Asyl- und Fremdenwesen verliefen für sie positiv, per Bescheid werden sie in Bälde den Status erhalten, der sie zum Aufenthalt in Österreich berechtigt. „Dann haben sie auch die Möglichkeit, eine Arbeit aufzunehmen und sich um einen regulären Beruf umzusehen“, stellt die Bürgermeisterin in Aussicht.

Schlechter stehen die Prognosen allerdings für die restlichen fünf Syrer. Ihre Verfahren verliefen negativ, vier von ihnen sollen nach Ungarn, einer nach Italien abgeschoben werden.

Doch gerade Ungarn ist Schwarzmann ein Dorn im Auge, weil Flüchtlinge dort nicht menschenwürdig behandelt würden. Schon seit Längerem hält die Alberschwender Aktion „Wir sind Asyl“ ihre schützende Hand über die Betroffenen. Das war auch am Ostermontag der Fall, als betrunkene Randalierer das Asylwerberheim akttackierten (die VN berichteten).