Eine Hand für Wunden

Wetter / 03.10.2016 • 19:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Jäger ist eine gute Wundversorgung ein großes Anliegen. Dafür engagiert er sich beruflich und darüber hinaus. Foto: vn/mm
Peter Jäger ist eine gute Wundversorgung ein großes Anliegen. Dafür engagiert er sich beruflich und darüber hinaus. Foto: vn/mm

Peter Jäger ist Obmann des Vereins Wundmanagement. Ländle-Wundtag in Rankweil.

bregenz. (VN-mm) Er ist kein Wunderheiler, aber er hat eine Hand für Wunden. Daneben ist Reisen die große Leidenschaft von Peter Jäger. Seine Devise: möglichst lange und möglichst weit weg. Auch im November wird er seine Koffer packen. Drei Monate durch Südamerika: Mit leuchtenden Augen berichtet er davon. Doch vorher gilt es, eine wichtige Sache zu Ende zu bringen. Am kommenden Freitag steht im Vinomnasaal in Rankweil der
2. Ländle-Wundtag auf dem Programm, den Jäger als Obmann des Vereins Wundmanagement Vorarlberg mit einem Team ausgerichtet hat. Über 260 Anmeldungen gibt es bereits. Es sind Mitarbeiter von Krankenpflegevereinen und Altersheimen, Hausärzte und Vertreter der Krankenpflegeschulen, die daran teilnehmen. Der große Zuspruch freut Jäger. „Er zeigt, dass das Thema ernstgenommen wird.“

Lebensqualität steigern

Auch Peter Jäger arbeitet in der Hauskrankenpflege. Den Lochauer führte der Zivil- und Freiwilligendienst beim Roten Kreuz zu seinem Beruf als Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger. In den Akutbereich zog es ihn jedoch nie. Nach der Diplomprüfung ging er sowieso zuerst einmal auf Reisen. „Als ich zurückkam, war beim Krankenpflegeverein Bregenz gerade eine Stelle frei“, erzählt Jäger. Da es ihm dort schon während des Praktikums gefallen hatte, stieg er fix ein. Das war vor zehn Jahren. „Ich habe die Entscheidung nicht bereut“, sagt er zufrieden. Diese Arbeit weckte auch sein Interesse an der Wundversorgung, ein Thema, das bis heute tabuisiert wird. Oft würden sich die Betroffenen selbst aus Scham zurückziehen. „Dabei lässt sich pflegerisch sehr viel tun und damit die Lebensqualität der Patienten steigern“, weiß Peter Jäger. Laut Schätzungen gibt es in Österreich rund 250.000 chronische Wundpatienten.

Bewusstsein schaffen

Um das Bewusstsein für eine adäquate Wundversorgung breit zu  streuen, gründete Peter Jäger 2011 den Verein „Wundmanagement Vorarlberg“. Er zählt 60 Mitglieder, die sich aus diplomiertem Pflegepersonal sowie einzelnen Ärzten rekrutieren. Das gemeinsame Tun soll die Qualität der Wundversorgung stetig verbessern, um bestmögliche Voraussetzungen für die Heilung von Wunden zu schaffen. „Aber immer muss der Patient im Mittelpunkt stehen“, betont Jäger. Die Aufgabe eines Wundmanagers ist es, die entsprechenden pflegerischen Maßnahmen zu setzen. Moderne Produkte leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Auch die Mitarbeit der Patienten wäre notwendig, doch nicht immer einfach einzufordern. Da brauche es mitunter schon viel Kreativität.

Weiterbildungen sind ihm ebenfalls ein großes Anliegen. „Es gibt auch in den Krankenpflegevereinen immer mehr in Wundpflege geschulte Mitarbeiter“, kann Peter Jäger von einem verbesserten Übergang von der Spitalspflege in die häusliche Pflege berichten.

Er selbst hat 2010 die Ausbildung zum Wundmanager absolviert. Das Thema begleitet ihn als Gastlehrer in der Krankenpflegeschule Unterland sowie als Referent bei diversen Vortragsveranstaltungen. Darüber hinaus sollen Austausch und Vernetzung dem Problem zu mehr Verständnis verhelfen, ebenso wie Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Wundgesellschaft entstehen. „Es wird seine Zeit brauchen“, meint Peter Jäger. Aber er will nicht lockerlassen.

Bei allen Maßnahmen muss der Patient im Mittelpunkt stehen.

Peter Jäger

Zur Person

Peter Jäger

Geboren: 25. März 1981 in Bregenz

Wohnort: Lochau

Familienstand: in einer Beziehung

Beruf: Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger

Hobbys: Reisen, Berge, Gitarre spielen