Neuer Kopf für Lehrerbildung

Vorarlberg / 21.02.2017 • 19:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neue Videoübertragungstechnologie an der PH Vorarlberg. Bald kommt auch ein neuer Vizerektor. Foto: VN/Heinzle
Neue Videoübertragungstechnologie an der PH Vorarlberg. Bald kommt auch ein neuer Vizerektor. Foto: VN/Heinzle

Vizerektoren der PH Vorarlberg vom Hochschulrat vorgeschlagen. Ein Neuer kommt.

feldkirch. Fünf Jahre dauert die Funktionsperiode der Mitglieder des dreiköpfigen Rektorats an einer Pädagogischen Hochschule in Österreich. Danach werden der Rektor und seine beiden Vizerektoren entweder durch den Hochschulrat bestätigt, oder es kommt zur Bestellung neuer Führungskräfte der Bildungseinrichtung. Der Hochschulrat besteht aus fünf Personen und steht derzeit unter dem Vorsitz von Schullandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP, 57).

Allgäuer ist weg

Während an der PH Vorarlberg die Funktionsperiode von Rektor Gernot Brauchle (52) noch zwei weitere Jahre dauert, läuft sie bei seinen zwei Stellvertreterinnen Gabriele Böheim (57) und Ruth Allgäuer (57) ab.

Letztere wird künftig ganz sicher nicht mehr im Führungsgremium der Lehrerbildungsstätte vertreten sein. Allgäuer ist bereits seit mehreren Monaten offiziell krankgemeldet und nicht mehr im Dienst. Inoffiziell ist von Zerwürfnissen Allgäuers mit der bestehenden Führung der PH die Rede. Die strengere wissenschaftliche Ausrichtung der Bildungsinstitution hätte die Chancen der ehemaligen Verantwortlichen für den Bereich Lehre und lebensbegleitendes Lernen auf eine Bestätigung in ihrem Amt erheblich reduziert.

Seit Ruth Allgäuers Quasi-Ausscheiden ist die Stelle der zweiten Vizerektorin neben Gabriele Böheim, die für Forschung, Qualitätssicherung und Kooperationen zuständig ist, vakant. Stichwort Böheim: Die für ihre
Forschungstätigkeit speziell im Zusammenhang mit der von ihr geleiteten Studie „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg“ allgemein anerkannte Wissenschaftlerin wird mit großer Sicherheit auch in den kommenden fünf Jahren für den Bereich Bildungsforschung und Entwicklung zuständig sein.

Einstimmigkeit

Auch für den Bereich Lehre und Unterrichtsforschung hat sich der Hochschulrat bereits einstimmig auf einen Kandidaten festgelegt. Es handelt sich dabei um einen deutschen Wissenschaftler, der nicht nur das Hochschulratsgremium im Rahmen eines Hearings überzeugte, sondern auch bei seiner Präsentation vor dem Hochschulkollegium die größte Zustimmung erntete, wie übrigens Gabriele Böheim auch.

„Mich freut es, dass wir über zwei Kandidaten für diese wichtigen Ämter verfügen, die beide einstimmig als die Besten angesehen werden. Wir haben diese Vorschläge jetzt nach Wien geschickt und warten auf eine Bestätigung der vorgeschlagenen Personen durch das Bildungsministerium“, kommentiert Schullandesrätin Bernadette Mennel die Kandidatenfindung.

Rektoren auf Zeit

Laut Rektor Gernot Brauchle (52) hat sich der Bestellungsvorgang für die Spitzenpositionen an den Pädagogischen Hochschulen fundamental verändert. „Früher wurden diese Stellen nach fünf Jahren verlängert, jetzt werden sie neu ausgeschrieben. Ich werde mich in zwei Jahren wieder zu stellen haben.“ Geändert haben sich laut Brauchle auch die Anforderungsprofile. Wissenschaftliche Kompetenz ist dabei zu einem wichtigen Kriterium geworden.

Für die zwei Posten der Vizerektoren an der PH Vorarlberg gab es insgesamt sieben Bewerber. Fünf von ihnen erfüllten die Voraussetzungen zur Zulassung zum Hearing.

Unsere Vorschläge wurden einstimmig beschlossen.

Bernadette Mennel

Hochschulrat

» Schullandesrätin Bernadette Mennel, Vorsitzende

» Beate Raabe-Schasching, Vizepräsidentin Landesschulrat Niederösterreich

» Prof. Erwin Beck, ehemalige Rektor PH St. Gallen

» Daniel Fleissner, Vertreter des Bildungsministeriums

» Prof. Ivo Hajnal, Vorsitzender des Senats der Universität Innsbruck