Ein leidenschaftlicher „Helfer zur Freude“

06.04.2017 • 15:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mladen Milic erzählt Selina aus dem Evangelium von Jesus. Foto: cm
Mladen Milic erzählt Selina aus dem Evangelium von Jesus. Foto: cm

Mladen Milic ist seit Herbst für den Seelsorgeraum Bludenz tätig.

Bludenz. (cm) Eine quirlige Schar Kinder sammelt sich am Pfarrhof vor der Kreuzkirche um die Feuerschale. Sie haben heute ihre erste Beichte, weshalb sie ganz gespannt und nervös sind. Mitten unter ihnen beweist Mladen Milic Ruhe. Er arbeitet seit September in der Pfarre Hl. Kreuz und begleitet erstmals die Erstkommunionkinder auf ihrem Weg zum großen Fest.

Nicht fremd

Seit zwei Jahren lebt Mladen Milic mit seiner Familie in Bregenz. Sein Weg nach Vorarlberg begann mit einer Tasse Kaffee, die er mit einem Freund genoss. In dem Gespräch unterhielten sich die beiden über ihren Beruf und die Zukunft. Gedanken, die in Mladen Milic weiterwirkten und am Ende fand der engagierte Theologe den Mut, seine Bewerbung an die Diözese Feldkirch zu schicken. „Ich finde, dass mein Weg nach Bludenz zeigt, wie Gott in unserem Leben wirkt“, meint der 36-jährige Familienvater. Von der Pfarre St. Gebhard wechselte er 2016 in die Alpenstadt. Seine Heimat Ostkroatien vermisst er manchmal, fühlt sich in Vorarlberg aber gar nicht fremd. „Die Geschichte meiner Heimat ist sehr geprägt von der k.u.k. Monarchie, deshalb entdecke ich hier immer wieder bekannte Traditionen, Gewohnheiten und Werte. Was er ganz besonders schätzt? „Grundsätzlich eine Art von ‚easy leaving‘ in den kleinen Städten und Dörfern Vorarlbergs. Einerseits begegne ich großer Offenheit, andererseits wird der private Bereich des Einzelnen respektiert. Die Leute grüßen sich auf der Straße, das begeistert mich eigentlich am meisten.“

Gemeinsam auf dem Weg

Ein Teil der Aufgaben von Mladen Milic ist die Vorbereitung der Erstkommunionkinder auf den Empfang des heiligen Sakraments. „Eine Herausforderung und Freude“, erzählt er, „denn es ist gar nicht so einfach, theologische Grundlagen kindgerecht weiterzugeben. Ich hoffe, dass es mir gut gelungen ist. Die Fragen und Antworten der Kinder sind immer ein guter Spiegel.“ Das Schönste an seiner Arbeit, sagt der Theologe, ist die Möglichkeit, seinen Glauben weiterzuschenken. „Glaube ist immer die menschliche Antwort auf Gottes Einladung. Meine Erfahrung ist, dass Gott geduldig wartet und kleine Zeichen schickt.“

Abend der Versöhnung

Eine seiner liebsten Bibelstellen findet man im 2. Brief an die Korinther, wo es heißt: „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude.“ So bringt sich der sympathische Theologe auch für viele andere Anliegen der Pfarre ein. Der Abend der Versöhnung liegt ihm besonders am Herzen. „Wenn ich das Wort ‚Versöhnung‘ höre, denke ich an Rembrandts Bild ‚Rückkehr des verlorenen Sohnes‘. Das ist ein echtes und wahrhaftes Bild, das zeigt wie Gott uns Menschen liebt. Zwischen menschlichen Sünden und göttlichem Verzeihen steht eine Brücke. Diese Verbindung ist das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, die in der Mitte des Abends der Versöhnung steht. Im Rahmen der göttlichen Barmherzigkeit können wir bessere Menschen werden. Für uns selbst und für die anderen. Deshalb lade ich alle recht herzlich zur Begegnung mit Jesus ein. Es lohnt sich.“

Termin

Abend der Versöhnung

» Freitag, 7. April

» 19 bis 21 Uhr in der Kreuzkirche

» Anbetung, Lobpreis, Beichtmöglichkeit

Zur Person

Mladen Milic                             

Geboren: 31. Oktober 1980

Familienstand: verheiratet, zwei Kinder

Beruf: Theologe

Hobbys: Fußball (mehr zuschauen als spielen), Kochen, Lesen