Projekte umsetzen, ja, aber mit Hausverstand

18.04.2017 • 16:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Michael Domig hat in seiner Heimatgemeinde noch viel vor. Foto: VN/js
Bürgermeister Michael Domig hat in seiner Heimatgemeinde noch viel vor. Foto: VN/js

Sozialer Wohnbau und Verkehrskonzept als aktuelle Aufgaben in Brand.

Brand. (VN-js, ral) Mit dem Neubau von Volksschule und Kindergarten sowie der Umsetzung des Kraftwerks Palüd kann Bürgermeister Michael Domig auf einige erfolgreiche Projekte zurückblicken. Auch in Sachen sozialer Wohnbau, Energie und Verkehr will der Gemeindechef mit unternehmerischem Geschick und finanziellem Weitblick in Brand noch einiges erreichen, und das, wenn möglich, gemeinsam.

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit beschreiben?

Domig: Der Bürgermeisterjob unterscheidet sich im Grunde nicht sehr von dem eines Firmenchefs. Auch hier bin ich eine Art Unternehmer bzw. Manager. Das Aufgabenfeld ist sehr ähnlich.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders gut?

Domig: Es ist schön, wenn man Projekte ausarbeitet, die dann auch tatsächlich umgesetzt und fertiggestellt werden. Daraus kann man viel Kraft schöpfen. Wenn man am Ende sagen kann: ‚Jetzt haben wir etwas Schönes für die Bevölkerung geschafft‘, ist das ein tolles Gefühl. Auch zu runden Geburtstagen alter Brandner gehe ich sehr gerne. Das sind immer ganz spezielle Begegnungen mit lustigen Geschichten aus alten Zeiten.

Im Gegensatz dazu: Was gefällt Ihnen weniger gut?

Domig: Natürlich gibt es nicht nur die Sonnenseite. Wenn beispielsweise aus rechtlichen Gründen gewisse Sachen vollzogen werden müssen, ist das nicht immer einfach bzw. schön. Gerade, wenn man es eigentlich selber nicht machen möchte. Aber auch solche Aufgaben bzw. Situationen gehören dazu.

Worauf sind Sie stolz?

Domig: An erster Stelle ist hier sicher der Neubau von Volksschule und Kindergarten zu nennen. Das ist ein großes Projekt für unsere Gemeinde, das sehr gelungen ist. Auch der Bau des Kraftwerks Palüd ist etwas, worauf wir stolz sein können. Auf lange Sicht betrachtet, ist dieses Projekt für die Finanzkraft der Gemeinde durchaus positiv. Was mir, wie ich finde, auch gelungen ist, ist, die Gemeinde wieder mehr zusammenzuführen. Gab es im Vorfeld doch die eine oder andere Diskrepanz, so hat sich das mittlerweile beruhigt und wir ziehen mehrheitlich wieder an einem Strang, auch in der Gemeindevertretung. Auch die Zusammenarbeit zwischen Bergbahnen, Tourismus und Gemeinde funktioniert derzeit sehr gut.

Welche Ziele haben Sie noch im Auge? Was möchten Sie noch erreichen?

Domig: Wir sind aktuell mit der Wohnbauselbsthilfe mit der Realisierung eines Wohnbauprojekts beschäftigt. Hier sind wir schon weit fortgeschritten und ich bin zuversichtlich, dass wir das Projekt noch heuer einreichen können. Auch an der Verbesserung der Verkehrssituation in Brand wollen wir arbeiten. Erfreulicherweise kommen viele Gäste nach Brand, damit einher geht aber auch das erhöhte Verkehrsaufkommen. Das e5-Team hat sich daher der Aufgabe angenommen, ein möglichst gutes Konzept für Einheimische und Gäste auszuarbeiten.

Ist hierbei auch angedacht, die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess einzubeziehen?

Domig: Ja, im Rahmen dieses Prozesses soll es auch zu einer Bürgerbeteiligung kommen.

Darf man als Gemeindeoberhaupt auch einmal Schwächen eingestehen?

Domig: Sicherlich. Jeder Mensch hat Schwächen. Die darf man auch zeigen. Wichtig ist, dass man dazu steht. Und wenn man einmal hinfällt, wieder aufstehen und weitermachen.

Wie sieht es mit den Finanzen aus, haben Sie noch frei verfügbare Finanzmittel?

Domig: Auch bei uns wird es nicht einfacher. Dadurch, dass wir eine Tourismusgemeinde sind, haben wir aber die eine oder andere Einnahme. Wir sind genauso wie andere Gemeinden zum Sparen angehalten. Ich selbst lege großen Wert darauf, mit Hausverstand zu investieren. Wir denken hier unternehmerisch: Wenn wir uns ein Projekt nicht leisten können, wird es verschoben.

Zur Person

Michael Domig

ist seit April 2013 Bürgermeister der Gemeinde Brand.

Geboren: 16. Juli 1971

Familie: verheiratet, 2 Kinder

Erlernter Beruf: GWH Installateur

Hobbys: Tennis, Skifahren, Motocrossfahren

Lebensmotto: Es gibt immer mehr Antworten als Fragen.

Mehr zum Interview mit Bürgermeister Michael Domig lesen Sie morgen in der Heimat Bludenz.