Zelfenwald ein echtes Erfolgsprojekt

06.02.2018 • 17:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Mitglieder der Agrargemeinschaft Innere Forna konnten sich über die Auszeichnung freuen. VLK
Die Mitglieder der Agrargemeinschaft Innere Forna konnten sich über die Auszeichnung freuen. VLK

Tschaggunser Schutzwaldprojekt mit Anerkennungspreis gewürdigt.

Tschagguns Bei der Verleihung des Alpinen Schutzwaldpreises 2018 in Kempten ging ein Anerkennungspreis nach Vorarlberg. Das Schutzwaldprojekt Zelfenwald in Tschagguns wurde in der Kategorie „Erfolgsprojekte“ ausgezeichnet.

Der Schutzwald sei in den Alpenländern die beste, weil natürliche Versicherung gegen Muren und Lawinen. „Eine länderübergreifende Schutzwaldstrategie ist die Lebens- und Überlebensversicherung für die Menschen in den Bergregionen“, sagte Landesrat Erich Schwärzler. Vorarlberg hat mit rund 49.000 Hektar, welche fast die Hälfte des gesamten Waldbestandes ausmachen, einen sehr hohen Schutzwaldanteil. Diese Wälder liefern nicht nur Holz und prägen das Gesicht der Landschaft, sie sind auch Erholungsräume für Menschen, Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zudem schützen sie Verkehrswege und Siedlungsräume vor Lawinen, Muren, Steinschlag und Rutschungen. Zwei Drittel des Siedlungsraumes in Vorarlberg wären ohne Schutzwald nicht bewohnbar.

Die Verleihung der Alpinen Schutzwaldpreise zeige auf, dass Menschen Verantwortung übernehmen und klar „Ja“ sagen zum Schutzwald, betonte der Landesrat. Dafür sei auch eine gute Zusammenarbeit aller betroffenen Interessengruppen wie Grundeigentümer, Jagdverantwortliche oder Experten notwendig, so Schwärzler.

Alpiner Schutzwaldpreis

Der Alpine Schutzwaldpreis wird von der ARGE Alpenländische Forstvereine vergeben. Insgesamt 25 Projekte aus Bayern, der Schweiz, Südtirol, Liechtenstein und Österreich waren diesmal eingereicht worden. Elf Auszeichnungen wurden vergeben und in mehreren Kategorien gewürdigt.

Vorarlberg erhielt eine Auszeichnung in der Kategorie Erfolgsprojekt: Der 30 Hektar große Zelfenwald, ein Steinschlag- und Lawinenschutzwald auf der Tschaggunser Schattseite im Eigentum der zehn Mitglieder umfassenden Agrargemeinschaft Innere Forna, wurde von den Mitgliedern unter großem persönlichem Einsatz von einem überalterten, instabilen Wald ohne Verjüngung in einen funktionstüchtigen Schutzwald umgewandelt. Neben Erschließung, Regulierung der Wildbestände, Schutzverbauungen und Aufforstung war insbesondere eine jahrelange intensive Waldpflege ausschlaggebend für den heutigen Erfolg. Ein Großteil der Agrargemeinschaftsmitglieder arbeitete aktiv an der Bewirtschaftung mit, alle unterstützten die Arbeiten auch finanziell.

Nach Meinung der Jury beruht der Erfolg des Projekts auf der Initiative der betroffenen Eigentümer, die zugleich Unterlieger sind, sowie der guten Zusammenarbeit mit den Jägern. So konnte innerhalb der vergangenen 30 Jahre die Verjüngung eingeleitet werden. Heute ist diese Verjüngung in üppiger Form vorhanden.