Blues, Boogie und Jazz

15.05.2018 • 15:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ignatz Netzer, Barbara Dennerlein und Thomas Scheytt (v.l.) begeisterten das Publikum im Sonnenbergsaal. BI
Ignatz Netzer, Barbara Dennerlein und Thomas Scheytt (v.l.) begeisterten das Publikum im Sonnenbergsaal. BI

Orgelvirtuosin Barbara Dennerlein gastierte in Nüziders.

Nüziders „Vor zwanzig Jahren war Barbara Dennerlein bereits bei uns zu Gast. Mittlerweile zählt sie zu den besten Jazz-Musikerinnen weltweit. Sie ist die First Lady der Hammond-Orgel B 3. Wir freuen uns sehr, dass sie bei uns nun wieder zu sehen ist“, begrüßte Isabell Rudolph-Esch, Obfrau von kultpur das zahlreich erschienene Publikum am vergangenen Freitag im Sonnenbergsaal in Nüziders.

Harmonisches Zusammenspiel

Begleitet wurde die Organistin von Ignatz Netzer (Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und dem Pianisten Thomas Scheytt. Die drei Musiker hatten sich anlässlich einer Silvester-Fernsehsendung im Jahr 2000 kennengelernt. Seither erfolgten sporadisch gemeinsame Auftritte, im Lauf der Jahre entstand eine gute Partnerschaft und Freundschaft zwischen ihnen. Dass die Chemie zwischen den Musikern stimmt, wurde auch an diesem Abend deutlich.

Den ersten Teil des Konzerts bestritten Thomas Schweytt und Ignatz Netzer mit Blues und Boogie, aber auch mit Jazz. Das Publikum klatschte zu den einzelnen Nummern begeistert mit. Das letzte Stück „It must have been the devil“ mit Mundharmonika und Piano sorgte für Begeisterungsstürme. Im Anschluss daran war Barbara Dennerlein solo mit einem breit gefächerten Repertoire zu hören. Neben ihrer musikalischen Darbietung bot sie sehr charmant einen kurzen Exkurs zu ihrer großen Liebe, der Hammond-Orgel.

Sie spiele immer noch dieselbe Orgel wie vor zwanzig Jahren, erklärte sie. Dabei handle es sich um eine alte Röhrenorgel, die seit 1975 nicht mehr gebaut werden. Aber diese Orgeln besäßen einfach eine Seele, anders als die modernen digitalisierten. Der Ton werde bei ihrer Orgel elektromagnetisch erzeugt und über Röhren verstärkt. Früher wurden diese Orgeln noch in Handarbeit hergestellt. In der Zwischenzeit sei das nicht mehr der Fall und – wie in vielen anderen Bereichen – würde damit auch das Menschliche wegdigitalisiert.

Einziger Orgel-Boogie

Neben der Hammond-Orgel spielt sie auch Konzerte auf großen Kirchen- und Pfeifenorgeln. Das Spielen selbst ist sehr anstrengend, sie spiele mit allen Vieren. „Das erspart mir ein tägliches Work-Out“, fügte sie lachend hinzu. Ihr abwechslungsreiches Programm umfasste neben einigen Jazznummern eine Ballade von Billie Holiday, aber auch einen von ihr komponierten Boogie – den einzigen Orgel-Boogie, den sie kenne. Mit „Under Construction“ war auch noch Funk zu hören. „Das Stück geht mir in die Beine. Ich hoffe, nicht nur mir!“, rief sie.

Publikum sang mit

Für den letzten Konzertteil waren die drei Musiker dann gemeinsam auf der Bühne. Bei „Will the circle be unbroken“ sang sogar der ganze Saal mit. Das Publikum war begeistert. So schwärmte Martina Meusburger aus Bregenz: „Barbara Dennerlein hat eine unglaubliche Ausstrahlung! Musikalisch wirkt sie ausgereift und überzeugend.“ Aber auch Barbara Dennerlein war von Nüziders und dem dortigen Publikum sichtlich angetan: „Am liebsten würde ich alle mit auf meine Tournee nehmen. Leider habe ich in meinem Trailer zu wenig Platz. Dort befindet sich nämlich schon die Hammond-Orgel.“ BI