Sehr erfolgreich auf zwei Rädern unterwegs

17.05.2018 • 15:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Bürser Johannes Weratschnig ist ein begeisterter Motorsportler und an einigen Wochenenden im Jahr im Renneinsatz. Weratschnig
Der Bürser Johannes Weratschnig ist ein begeisterter Motorsportler und an einigen Wochenenden im Jahr im Renneinsatz. Weratschnig

Johannes Weratschnig verfolgt mit großer Ausdauer seinen Motorsport-Traum.

Bürs Die Leidenschaft für den Motorsport wurde Johannes Weratschnig quasi in die Wiege gelegt. Seit vier Jahren sitzt der 17-jährige Bürser selbst im Sattel und ist seither Feuer und Flamme für den Endurosport.

 

Wann und wie bist du zum Motorsport bzw. Endurofahren gekommen?

Weratschnig Ich konnte noch nicht einmal selber laufen, da hat mich mein Vater bereits auf Motorsport-Veranstaltungen mitgenommen. Das Dröhnen der Motoren, die Geschwindigkeit, die Technik der Fahrzeuge, der perfekte Ablauf in der Boxengasse oder auch das Fahrerlager haben mich seit damals fasziniert. Und nun sitze ich seit vier Jahren selber auf einem Motorrad. Der Beginn war im Sommer 2014, wir waren unterwegs zum Moto GP in Brünn und machten einen kleinen Umweg zu einem Trainingsgelände in Ungarn.

 

Was macht für dich den Reiz dieser Sportart aus?

Weratschnig Die Verbindung von Technik, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit, Herausforderung, Fitness sowie das Erfahren der persönlichen physischen und mentalen Grenzen.

 

Wo und wie oft trainierst du?

Weratschnig Leider sind die Möglichkeiten hier in Vorarlberg sehr beschränkt. Da es praktisch kein offizielles Endurogelände gibt, finden die Trainings in Süddeutschland oder Italien statt. Ich trainiere so oft wie möglich. Dabei wird aber nicht nur die Fahrtechnik trainiert. Genauso wichtig sind die körperlichen Voraussetzungen, um ein Zwei-Stunden-Rennen etwa bei Hitze oder strömendem Regen durchzustehen. Da ist auch mindestens zwei- bis dreimal pro Woche Fitnesscenter angesagt.

 

In welchen Klassen warst du bisher unterwegs bzw. fährst du aktuell?

Weratschnig In Deutschland beim ADAC-Cup Klasse E5 – Jugend, in der Austria Cross Country Meisterschaft war es die Klasse XC-Youngster. Da ich heuer 17 Jahre alt wurde, war ein Klassenwechsel angesagt. Seit 2018 starte ich in der Junioren-Klasse der Endurotrophy, welche zur österreichischen Meisterschaft zählt bzw. ein Teil der Grand National Enduro Series ist.

 

Wie viele Rennen finden in einer Saison statt und wo wird gefahren?

Weratschnig Die Enduro-Trophy besteht aus fünf Rennen. Diese finden vorwiegend in der Steiermark sowie in Oberösterreich statt. Dazu kommt die Teilnahme bei vier ADAC-Enduro-Cup-Rennen, die in Baden-Württemberg ausgetragen werden.

 

Wie kommst du zu den Veranstaltungsorten?

Weratschnig Mit 17 habe ich noch keinen Führerschein, bin aber Mitglied beim Enduroclub Oberland, da schließe ich mich gerne Fahrgemeinschaften an oder meine Eltern springen ein.

 

Was für eine Maschine hast du?

Weratschnig Begonnen habe ich damals mit 85 ccm, dann folgte eine wettbewerbsfähige 125er Maschine mit etwa 40 PS und knapp 100 kg Eigengewicht. Seit ein paar Monaten fahre ich eine 250er Husqvarna – 2-Takt mit rund 50 PS bei 105 kg Eigengewicht.

 

Wie zeitaufwendig sind die anfallenden Reparaturarbeiten?

Weratschnig An Reparaturen, Service-, Einstell- und Abstimmungsarbeiten gibt es immer eine Menge zu tun. Der Aufwand liegt etwa bei 1:1. Sprich eine Fahrstunde bedeutet eine Stunde in der Werkstatt. Das ist auch ein Teil des Hobbys. Bei cooler Musik und Freunden in der Garage macht das richtig Spaß.

 

Was waren deine bisher größten Erfolge? Was möchtest du noch erreichen?

Weratschnig Im vergangenen Jahr belegte ich die achte Position der Gesamtwertung im ACC von Österreich. Schön wäre, beim großen Erzberg-Rodeo einmal ins Ziel zu kommen. Zudem strebe ich die Teilnahme an der Europameisterschaft 2020 an, dann sehen wir weiter.

 

Wie lässt sich der Sport mit deiner Ausbildung vereinbaren?

Weratschnig Eigentlich ist das eine sehr gute Ergänzung. Was ich als Kfz-Techniker tagsüber lerne, kann ich abends beim Schrauben am Motorrad umsetzen. Nur zeitlich wird es an den Wochenenden mit den langen Anfahrtswegen zu den Rennen manchmal etwas eng. Da mein Chef auch Sportler ist, kriegen wir das aber meistens gut hin. (lacht)

 

Bleibt noch Zeit für andere Hobbys?

Weratschnig Sehr wenig, und wenn, dann besuche ich mit Freunden gerne mal ein Musikfestival.

 

Was sagt deine Familie zu diesem Hobby?

Weratschnig Natürlich sprechen wir öfters über Risiken, Kosten und den großen zeitlichen Aufwand. Meine Eltern sehen das ziemlich realistisch, stehen aber hinter mir und meinem Hobby. Ohne ihre Unterstützung wäre das Ganze gar nicht möglich. VN-JS

Zur Person

Johannes Weratschnig

Geboren 28. Februar 2001

Beruf Kfz-Techniker Lehrling

Familie wohnt bei den Eltern

Hobbys Skifahren, Schwimmen, mit Freunden abhängen, chillen

Motto The second place is the first loser. Four wheels move the body, two wheels move the soul. No pain, no gain.