Die Anfänge des Skilaufens in Bludenz

Vorarlberg / 14.03.2019 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschichtsverein-Obmann Christof Thöny und Referent Norbert Walter konnten zahlreiche Besucher im Eichamt begrüßen. BI
Geschichtsverein-Obmann Christof Thöny und Referent Norbert Walter konnten zahlreiche Besucher im Eichamt begrüßen. BI

Vortrag von Norbert Walter zur Geschichte des Wintersports in Bludenz.

BLUDENZ „Die zweite Geschichtswerkstatt im Jahr 2019 widmet sich der Geschichte des Wintersports in Bludenz. Hierfür konnte als Referent Norbert Walter gewonnen werden, der als Chronist des Wintersportvereins Bludenz allerlei Interessantes und Amüsantes zu berichten weiß“, begrüßte Christof Thöny, Obmann des Geschichtsvereins Bludenz, die zahlreich erschienenen Besucher im Restaurant Eichamt in Bludenz.

Nobert Walter gliederte seinen äußerst humorvollen und kurzweiligen Vortrag in zwei Teile. Die Begriffe „Telemark“ und „Kristiania“ waren den meisten Besuchern noch aus ihrer aktiven Skifahrerzeit bekannt. Dass das Wort „Ski“ allerdings von dem Wort „Scheit“ hergeleitet wurde, war den meisten unbekannt. Skifahren könne somit als Scheitern übersetzt werden, meinte der Referent scherzhaft.

Um 1900 traten in Bludenz die ersten Skiläufer in Erscheinung. Zu den Pionieren zählte zweifelsohne der bekannte Bergführer Ferdinand Schallert. 1908 wurde sodann der Wintersportverein Bludenz gegründet. Die Mitglieder widmeten sich in den Anfangsjahren vor allem dem Rodeln und Eislaufen. Eine Rodelbahn von Gasünd über Rungelin wurde initiiert.

Anhand von Werbeprospekten zeigte Walter auf, dass in dieser Zeit der Hohe Frassen, die Furkla, die Tschengla und selbst die Els-Alpe als Skigebiete beworben wurden. Skiausrüstungen waren nicht nur in Sportgeschäften, sondern auch im Geschirrgeschäft J.J. Tschofen und auch in der Eisenwarenhandlung Schmidt’s Erben erhältlich. Die erste Skihütte wurde 1921 auf dem Burtschasattel und die zweite auf der Tschengla errichtet. Weiters erläuterte Norbert Walter die Entwicklung der Aufstiegshilfen, der erste Bügellift wurde 1950 am Frassenhang in Betrieb genommen. In Bludenz wurde hauptsächlich auf der Bünt Ski gefahren.

In der Hocke über die Postkreuzung

Norbert Walter erinnerte sich, dass er nach der Schule schnell nach Hause gerannt sei, um ja um 13 Uhr die Muttersbergbahn zu erwischen, damit er möglichst den ganzen Nachmittag Ski fahren konnte. Bei guter Schneelage sei man mit den Skiern bis in die Stadt hinunter, wobei die Postkreuzung in der Hocke durchquert wurde. Zu den Vereinsrennen sei man mit dem Bus auf die Tschengla, nach Brand oder auf die Alpe Rauz gefahren, die Pisten mussten jedoch selbst getreten werden. Die Sommerskirennen am Schesaplanagletscher beinhalteten zudem einen Schwimmwettbewerb, wodurch vor allem die Lecher Teilnehmer ins Hintertreffen gerieten, da diese nicht schwimmen konnten.

Im zweiten Teil wurden Filmausschnitte gezeigt, wie etwa vom Einhornabfahrtslauf am Loisch oder vom Skijöring von der Tschengla zur Fohrenburg im Jahr 1922, was zur großen Erheiterung der Besucher beitrug. Der Vortrag regte zur Erinnerung an, wobei die Gäste sich angeregt an der entstandenen Diskussion beteiligten. BI

Rudi Morscher, Otto Säly und Waldemar Morscher mit einem Wanderpokal vom Einhornlauf aus dem Jahr 1956 bis 1960.
Rudi Morscher, Otto Säly und Waldemar Morscher mit einem Wanderpokal vom Einhornlauf aus dem Jahr 1956 bis 1960.