Kranke Eschen werden entfernt

06.04.2017 • 15:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch auf Schweizer Seite werden befallene Eschen gefällt.
Auch auf Schweizer Seite werden befallene Eschen gefällt.

Derzeit noch keine Gefahr in Gaißau, Rodung wohl im kommenden Herbst.

Gaißau. (ajk) In Gaißau und entlang des gesamten Alten Rheins sind die zahlreichen Eschen ausnahmslos vom Schadpilz befallen. Eine von der Gemeinde veranlasste Untersuchung stellte klar, dass noch keine akute Gefahr besteht. In der Schweizer Nachbarschaft gefährden kranke Eschen den Verkehr auf der Autobahn A1. „Bisher wurde in unserem Gemeindegebiet leider keine Esche entdeckt, die nicht Anzeichen des Pilzbefalls aufwiese.“ Bürgermeister Reinhold Eberle wurde durch die vielen Hinweise auf die Erkrankung der Bäume aufgeschreckt. Deshalb wurden im gesamten Gemeindegebiet genaue Kontrollen durchgeführt. „Sowohl im Rheinholz an der Mündung des Alten Rheins, im Mittelwald zwischen der Eselschwanzkurve und der Flughalle oder weiter Richtung Tennisplatz Höchst wurden ausschließlich befallene Eschen entdeckt.“

Probleme bereitet das Eschensterben auch auf der Schweizer Seite des Alten Rheins. „Wo die Autobahn in der Nähe des Alten Rheins führt, stehen viele Eschen ziemlich nahe an der Fahrbahn. Da müssen wir Vorsorge treffen.“ Das berichtet Kurt Köppel, der Leiter des zuständigen Rheinunternehmens in Widnau. Auch in der Nähe der Rheinmündung werden Eschen abgeholzt. Dort gilt besonderes Augenmerk auch Weichhölzern wie etwa Pappeln.

Pilz eingeschleppt

Das Eschensterben ist hierzulande seit einigen Jahren bekannt. Als Ursache wurde von Fachleuten ein Schlauchpilz aus Ostasien ausfindig gemacht. Dort richtet Hymenoscyphus fraxineus allerdings keinen Schaden an. Er hatte sich gemeinsam mit der in diesem Teil der Erde ansässigen Mandschurischen Esche gemeinsam entwickelt. Die europäische Esche hingegen, die sich zuvor gegen Insektenbefall und Krankheiten immun gezeigt hatte, war schutzlos. Der Pilz schädigt Triebe und Zweige. Dadurch sterben die Rinde und schließlich das Holz ab. Besonders gefährlich ist das Absterben der Wurzeln. Eine Esche kann so bei einem heftigen Windstoß ohne Vorwarnung umfallen, weil sie keinen Halt mehr hat.

Holzarbeiten ab Herbst

„Diese Gefahr besteht bei uns erfreulicherweise noch nicht. Es ist also keine Eile geboten. Die Eschen können ohne Zeitdruck gefällt werden. Wir werden das vermutlich ab Herbst in Absprache mit der Landesforstabteilung in Angriff nehmen.“ Bürgermeister Eberle bedauert das Eschensterben. „Wir haben die Bäume zwar nicht gezählt, die Eschen stellten bisher aber einen erheblichen Teil des Baumbestands dar. Der Baum galt immer als besonders widerstandsfähig und robust, er hat sich gut vermehrt.“

Robuste Bäume

Noch ist nicht klar, ob die Möglichkeit besteht, besonders widerstandsfähige Exemplare, die nicht oder kaum befallen sind, für die Nachzucht zu verwenden. Samen solcher Bäume werden bereits in ganz Österreich gesammelt. Vorläufig werden jedenfalls zahlreiche Stellen im Mischwald im Rheinholz und im Umfeld des Alten Rheins kahl fallen. Wo das Holz noch nicht geschädigt ist, kann es für Möbelbau oder Parkett verwendet werden.

Die Eschen werden wohl entfernt werden müssen, die Birken sind nicht gefährdet.  Fotos: ajk
Die Eschen werden wohl entfernt werden müssen, die Birken sind nicht gefährdet. Fotos: ajk