„Jeder Mensch hat wertvolle Talente“

10.04.2017 • 16:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Thomas und Bettina Fuchs haben Gereon Jörn in die Rheinauhalle gebracht.   Foto: G. Lang
Thomas und Bettina Fuchs haben Gereon Jörn in die Rheinauhalle gebracht.  Foto: G. Lang

Gereon Jörn begeisterte mit seinem Vortrag 350 Schüler und Lehrer in Höchst.

Höchst, Lustenau. (lag) Schüler mit ihren Pädagogen aus den Mittelschulen Kirchdorf, Rheindorf und Hasenfeld aus Lusten­au, aus den Mittelschulen Höchst und Altach folgten mit Begeisterung dem eineinhalbstündigen Vortrag vom „Menschler“ Gereon Jörn. Diesen Event, am Vormittag für die Schüler, am Abend für die Erwachsenen, stellten Thomas und Bettina Fuchs auf die Beine. „Wir wollten den Menschen einmal etwas Besonderes bieten“, so der Mental-Coach und die Kinesiologin.

„Fangen wir mit den ‚Bewertern‘ an“, so Gereon Jörn. „Die meisten Sätze beginnen wir mit ‚ja, aber . . .‘. Mit diesen beiden Worten können wir einen Streit anfangen, denn damit widersprechen wir und machen uns und dem Gegenüber das Leben unnötig schwer. Wäre es nicht besser den Satz mit ‚und . . .‘ zu beginnen?“ Damit werde jeder zum „Verwerter“. „Es spielt keine Rolle, welchen Schulabschluss man hat. Wichtig ist, etwas aus seinem Leben zu machen. Jeder kennt sicherlich den Spruch: ,Behandle jeden Menschen so, wie du behandelt werden möchtest!‘ Ist das richtig? Nein, auf keinen Fall“, sagt der erfahrene Coach. „Dann treffen wir nur auf solche Leute, die uns ähnlich sind. Und was ist mit den anderen? Menschen muss man so behandeln, wie sie behandelt werden wollen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur ein Anders.“ Jörn regte zu intensiven Diskussionsrunden unter den Schülern an. Die Kinder sollten sich selbst erkennen. Sie stellen eine einzigartige Sammlung von Fähigkeiten dar.

Zum Thema „Muss ich wirklich so ordentlich sein?“ antwortete Jörn: „Ich wohne hier und nicht in einem Museum. Perfektion bewirkt Aggression und Frustration. Dann darf man sich nicht wundern, warum viele bei Kleinigkeiten ausrasten.“

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um das Erkennen eines Lügners. „Das sieht man an den Augen. Wenn jemand etwas erzählt, wählt er immer eine bestimmte Blickrichtung. Nach rechts oder links oben oder unten. Achtet mal darauf. Schweift jedoch der Blick in die andere Richtung, ist Vorsicht geboten.“

„Ich bin wertvoll“

Einen wichtigen Satz gab Jörn den Teenagern mit auf den Weg. Einen Satz, den er sie mehrmals im Chor wiederholen ließ: „Ich bin nicht meine Leistung, ich bin wertvoll!“ Denn jeder Mensch besitzt Fähigkeiten, Talente und Fertigkeiten. Einen Tipp für die schnellere Auffassungsgabe hatte er auch parat. Seinen Appell richtete er diesbezüglich auch an die Lehrer und Erziehungsberechtigten. „Manche lernen besser, wenn sie den Stoff hören, andere wiederum müssen ihn lesen und die Dritten schreiben ihn auf. Jeder lernt auf seine Art und Weise. Und wenn man das erkennt, erspart man sich die halbe Lernzeit.“

350 Schüler und Lehrer aus den Mittelschulen Höchst, Lustenau und Altach waren beim Vortrag.
350 Schüler und Lehrer aus den Mittelschulen Höchst, Lustenau und Altach waren beim Vortrag.