Hospiz am See: Leben bis zuletzt Sinn geben

17.04.2017 • 16:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Bregenzer „Hospiz am See“übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter die Patientenbegleitung.
Im Bregenzer „Hospiz am See“übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter die Patientenbegleitung.

Begleitung der Patienten durch ehrenamtliche Mitarbeiter, Kurs im Mai.

Bregenz. In der Bregenzer „Mehrerau“ entsteht derzeit das „Hospiz am See“ mit zehn Betten. Bezugsbereit soll das Gebäude zum Jahreswechsel 2017/18 sein. Eine wichtige Aufgabe in der Begleitung der Patienten – hier Gäste – übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter. Für Interessierte startet Ende Mai ein Befähigungskurs.

Fachlich gut betreut

„Leben bis zuletzt und sterben in Frieden.“ So hat die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, die Bedürfnisse von schwer erkrankten Menschen am Ende ihres Lebens auf den Punkt gebracht.

„Unser Fokus liegt darauf, einen Ort zu schaffen, wo schwerstkranke und sterbende Menschen fachlich gut betreut in einer wohltuenden Atmosphäre wohnen und leben können bis zuletzt“, erläutert der Leiter von Hospiz Vorarlberg, Karl Bitschnau. Neben einem sehr erfahrenen, multiprofessionellen Team sollen ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) dabei eine wichtige Rolle spielen.

Dieses Engagement ist für alle Seiten bereichernd, das zeigt nicht zuletzt das Beispiel des stationären Hospiz in Lindau: „Auch die Ehrenamtlichen werden in ihrem eigenen Leben reich beschenkt durch mehr Achtsamkeit, eine werthaltigere Sicht der Dinge durch intensiveres Erleben auch der kleinen Dinge und mehr Lebensfreude“, bringt es Gründerin Maja Dornier auf den Punkt. „Viele Menschen trauen es sich nicht zu, einen sterbenden Menschen zu betreuen. Dabei haben im Grunde alle Menschen die erforderlichen Fähigkeiten für diese zutiefst humanitäre Aufgabe: Jeder kann da sein, zuhören, loslassen, seine Hand anbieten und dem Sterbenden Nähe und Wertschätzung seiner einzigartigen Persönlichkeit vermitteln.“

Die Zeit, die sterbenden Menschen geschenkt wird, schätzen sowohl die Gäste, als auch die Angehörigen. „Ich habe hier die Erfahrung gemacht, dass Sterben nicht schrecklich sein muss. Ich bin sicher, dass wir nur hier die Möglichkeit hatten, uns so zu verabschieden“, so die dankbare Rückmeldung einer Angehörigen.

Befähigungskurs im Mai

Von Anfang an dabei zu sein, eine wertvolle Einrichtung mit aufzubauen, sich persönlich und zeitlich einzubringen – das sind auch die Motivationsgründe für ehrenamtliche Mitarbeiter(innen), sich im „Hospiz am See“ zu engagieren. Im Laufe der nächsten Monate soll ein eigenes Team dafür aufgebaut werden, ein Befähigungskurs startet am Mittwoch, 31. Mai, in Bregenz.

Nähere Informationen erhalten Interessierte gerne bei Hospiz Vorarlberg unter Tel.: 05522/200-1100 bzw. E-Mail: hospiz@caritas.at.

Leben bis zuletzt und sterben in Frieden.

Cicely Saunders