Die heimischen Wälder entdecken

05.02.2018 • 16:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Waldschule Bodensee wird den Interessierten der Wald in seinen verschiedenen Facetten und Funktionen nähergebracht. Ehreiser
In der Waldschule Bodensee wird den Interessierten der Wald in seinen verschiedenen Facetten und Funktionen nähergebracht. Ehreiser

Die Waldschule Bodensee bietet Aktivitäten im Wald an.

Bregenz Die Häuser am Stadtrand von Bregenz sind von Bäumen und Buschwerk umringt. Wohltuender Waldgeruch dringt in die Nase. Hier, beim alten Bregenzer Steinbruch, befindet sich das „Waldhaus“ der Waldschule Bodensee. „Das Gebäude haben wir 2011 gebaut“, erklärt Vereinsobmann Peter Vögel. „Zuvor hatten wir einen Unterstand, wo wir bei schlechtem Wetter das Gepäck verstaut haben.“

Die Waldschule Bodensee wurde 2007 gegründet. Seitdem organisiert der Verein Führungen und Exkursionen, auf welchen interessierten Gruppen der Wald nähergebracht wird. „Die Idee für die Waldschule hat sich aus dem Forst der Bezirkshauptmannschaft Bregenz entwickelt“, erzählt Vögel. Laut den Forstarbeitern sei es in den Wäldern zu immer mehr Konflikten gekommen, weil sich viele im Wald der Natur gegenüber nicht mehr richtig verhalten haben.

Waldpädagogische Führungen

Deshalb sind in der Gründungsphase des Vereins waldpädagogische Führungen für Schulklassen entstanden. „Diese dauern ungefähr drei Stunden“, sagt Karin Müller-Vögel, die für die Pressearbeit des Vereins verantwortlich ist.

Vor ca. fünf Jahren wurden auch erstmals Waldführungen für Erwachsene angeboten. „Und die waren begeistert“, sagt Karin Müller-Vögel. „Oft schauen uns die Leute ganz verwundert an, wenn wir sie über den Wald aufklären.“ So sei es auch etwas anderes, wenn man mit einem Experten durch den Wald gehe, der einem alles zeigt. Seither wurde das Angebot kontinuierlich erweitert. „Wir haben jedes Jahr ein neues Thema“, informiert die Waldpädagogin.

Der rund 15 Personen umfassende Verein bietet derzeit eine Reihe verschiedener Services, wie zum Beispiel Schulführungen, Betriebsausflüge, Resilienz für Führungskräfte, Workout im Wald oder einen Trauertreff für Kinder an. Zukünftig wird es noch mehr Aktivitäten geben. Der Seniorenbereich wird für die Waldschule ein großes Thema werden. Auch in den Städten gibt es Bedarf an Waldschulungen. „Gerade in den urbanen Ballungszentren gibt es viele Menschen, die nichts über den Wald wissen“, sagt Florian Kohler. Der 23-Jährige ist seit ca. einem Jahr bei der Waldschule. „In der Stadt kann man starke Impulse setzen und dem Wissensverlust entgegenwirken.“

Langfristige Veränderungen

Für den jungen Mann erfüllt die Waldschule eine wichtige Rolle. „Veränderungen wirken sich auf Jahrzehnte aus. Wenn man zum Beispiel einen Baum fällt, sieht man das Resultat oft erst später“, argumentiert Kohler. „Wenn man einen Baum pflanzt, braucht er viel Zeit zum Wachsen. Das ist ein starker Kontrast zur heutigen Hektik.“

Wer in der Waldschule aktiv werden will, kann sich über die Homepage des Vereins melden. „Wir sind wirklich froh, wenn Menschen mitwirken wollen. Vor allem solche, die unsere Strukturen aufrechterhalten“, sagt Vögel. VN-JLO

Ich bin jetzt seit mehr als einem Jahr dabei. Ich bin beigetreten, weil ich den Menschen die Wichtigkeit des Waldes in seinen Funktionen Nutz, Schutz, Wohlfahrt und Erholung näherbringen will. Florian Kohler, 23, Schwarzenberg

Ich bin jetzt seit mehr als einem Jahr dabei. Ich bin beigetreten, weil ich den Menschen die Wichtigkeit des Waldes in seinen Funktionen Nutz, Schutz, Wohlfahrt und Erholung näherbringen will. Florian Kohler, 23, Schwarzenberg

Ich bin seit zehn Jahren im Verein tätig. Ich mag die Waldschule, weil wir hier eine unmittelbare Methode verwenden, um Inhalte zu vermitteln. Zudem hilft unsere Arbeit dem Wald und den Menschen. Karin Müller-Vögel, 44, Bregenz

Ich bin seit zehn Jahren im Verein tätig. Ich mag die Waldschule, weil wir hier eine unmittelbare Methode verwenden, um Inhalte zu vermitteln. Zudem hilft unsere Arbeit dem Wald und den Menschen. Karin Müller-Vögel, 44, Bregenz

Ich bin seit zehn Jahren dabei. Aufgrund meines Berufs als Waldaufseher habe ich die Waldpädagogik zu meinem Hobby gemacht. Besonders motivieren mich strahlende Gesichter von Kindern und Erwachsenen. Rafael Fetz, 35, Egg

Ich bin seit zehn Jahren dabei. Aufgrund meines Berufs als Waldaufseher habe ich die Waldpädagogik zu meinem Hobby gemacht. Besonders motivieren mich strahlende Gesichter von Kindern und Erwachsenen. Rafael Fetz, 35, Egg