Ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft

25.02.2018 • 16:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das kompetente Team des Riefensberger Reparatur-Cafés. mo
Das kompetente Team des Riefensberger Reparatur-Cafés. mo

Riefensberger Reparatur-Café bietet kostenlose Hilfe an.

Riefensberg Das Handy streikt, der Drucker zeigt eine Fehlermeldung und bei der Kaffeemaschine rührt sich überhaupt nichts mehr. Mit solchen „Patienten“ hat es das Team im Reparatur-Café in Riefensberg laufend zu tun. Kurt Faißt, Alfred Hirschbühl, Ernst Egersbacher, Florian Dorn und Bruno Willi haben in Riefensberg ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft gesetzt und ein Reparatur-Café eingerichtet. Dort wird versucht, Reparaturen an technischen Gegenständen wie Spielzeug, Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik, Computern, Handys aber auch an Möbeln und Fahrrädern durchzuführen.

Zweite Chance

„Wir geben den Dingen eine zweite Chance“, erläutert Bruno Willi, der 2015 die Initiative ins Leben gerufen hat. Verschiedenste Gegenstände werden durch sonst unrentable Reparaturen wieder in Schwung gebracht. „Das Reparatur-Café ist ein Ort für Jung und Alt, wo Dorfbewohner ihre Erfahrungen und ihr Wissen weitergeben können“, so Bruno Willi. Jeden letzten Freitag im Monat trifft sich eine immer größer werdende Runde, um kaputten Dingen wieder neues Leben einzuhauchen. Gleichzeitig wird der sorgsame Umgang mit Ressourcen ins Bewusstsein gerückt. Die Kompetenz des Reparaturteams hat sich weit herumgesprochen. Besucher aus den Vorderwälder Gemeinden zählen ebenso dazu wie Hilfesuchende aus dem angrenzenden Deutschland. „Ich habe hier schon meinen CD-Player, einen Staubsauger und eine elektrische Gartenschere reparieren lassen“, erzählt eine Stammkundin aus Langenegg.

Tolle Bilanz

Währenddessen bringen Ernst Egersbacher und Alfred Hirschbühl eine Stehlampe wieder auf Vordermann. Florian Dorn kümmert sich in der Zwischenzeit um einen Staubsauger mit Aussetzern, während sich Kurt Faißt und Bruno Willi in das Innenleben eines defekten Computers vertiefen. Im Reparatur-Café in den ehemaligen Räumen der Raiffeisenbank herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Die Erfolgsquote des Reparatur-Cafés kann sich sehen lassen: 76 Prozent der kaputten Gegenstände können wieder intakt mit nach Hause genommen werden. Laut den Aufzeichnungen konnten seit der Eröffnung der Anlaufstelle für Kaputtgegangenes 250 Reparaturen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Dienstleistungen und Reparaturen sind bis auf Kosten für Ersatzteile in der Regel kostenlos. Spenden werden für das Café oder zur Unterstützung sozialer Zwecke verwendet. MO

Bruno Willi und Kurt Faißt inspizieren das Innenleben eines defekten Computers.
Bruno Willi und Kurt Faißt inspizieren das Innenleben eines defekten Computers.