Kinderreporter im Interview mit Autorin Karin Ammerer: „Beim Schreiben erlebe ich Abenteuer“

Jeden Tag berichten Kinderreporter von der „Buch am Bach“. Am Mittwoch baten Kinder aus Bregenz die Autorin Karin Ammerer zum Interview. Eine Kurzfassung des Gesprächs lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Vorarlberger Nachrichten oder hier: http://www.vorarlbergernachrichten.at/lokal/vorarlberg/2016/06/22/beim-schreiben-erlebe-ich-abenteuer.vn

Das komplette Interview gibt’s hier:



Wie gefällt es Ihnen auf der „Buch am Bach“ in Götzis?

So viele Kinder, so viele tolle Veranstaltungen, es gibt Kinderreporter, es gibt Bücherguides, ich finde das echt toll organisiert und es macht wahnsinnig viel Spaß und bis jetzt habe ich viel Glück gehabt; Immer so brave Kinder, total interessierte Kinder bei meinen Lesungen. Ich hoffe es bleibt so (lacht).

  Warum haben Sie angefangen Bücher zu schreiben und wie alt waren sie?
Das ist aber eine schwierige Frage. Die ersten Bücher habe ich geschrieben, da war ich in der zweiten Klasse Volksschule, das waren keine richtigen Bücher, das war immer, wenn ich etwas Tolles erlebt habe, zum Beispiel einen Tag im Schnee mit meinem Bruder, oder einen Streit mit meiner besten Freundin, das habe ich aufgeschrieben. Dann habe ich was dazu gezeichnet und habe die Zettel zusammengenommen, das waren dann meine ersten Bücher. Die habe ich ganz teuer an meine Eltern weiterverkauft. Richtige Bücher schreibe ich seit 2004 und eigentlich war das ein Zufall. Ich habe nämlich für Kinder geschrieben, mit denen ich am Nachmittag gelernt habe. Ein Bub war ein echter Fan. Der hat die Geschichten zu seiner Lehrerin mitgenommen, die dann bei mir angerufen und sagte: Frau Ammerer, die Geschichten sind gut, wieso machen sie da kein Buch daraus?

Die Geschichten habe ich wirklich an einen Verlag geschickt, und auf einmal war ich Autorin. Das war wirklich ein riesen Zufall und nicht geplant.

  Wie viele Bücher haben Sie bis jetzt geschrieben?
Das weiß ich zufällig, weil ich das vor Kurzem nachgezählt habe, es sind 40 Bücher. Ich habe Jahre, in denen ich vier bis fünf Bücher schreibe. Das ist dann richtig anstrengend.

  Was macht Ihnen so Spaß am Schreiben?
Es sind Abenteuer in meinen Büchern, die würde ich in meinem echten Leben nie erleben. Ich darf so viel kennenlernen, ich bin ja ganz tief in einer Geschichte drinnen. Und dann reise ich im Kopf zum Beispiel auf den Fußballplatz, wo die „Wuchteltreter“ spielen, oder dann helfe ich den besten Freundinnen dabei, den Papa cooler zu machen, oder ich ermittle gemeinsam mit dem Inspektor „Schnüffel“, das ist das was mir so viel Freude macht, dass ich mit dabei sein kann bei diesen Abenteuern.

  Schreiben sie auch Bücher für Erwachsene?
Eigentlich nicht. Dennoch schreibe ich seit vier Jahren an einem Krimi für Erwachsene. Aber ich glaube, dass der wird nie fertig wird; Das schaffe ich einfach nicht. Aber vielleicht irgendwann, das würde mich sehr freuen, wenn ich auch ein Buch für Erwachsene habe.

  Was sagen Ihre beiden Kinder zu Ihren Büchern?
Ihr wisst, dass ich zwei Kinder habe? Da habt ihr euch ja super informiert. Also ich glaube, dass sie schon ein bisschen stolz sind. Ab und zu lesen sie meine Bücher auch. Aber sie sind keine Fans von mir. Philipp liest dann eher coolere Bücher wie Gregs Tagebuch. Und Nina ist schon 13. Sie liest vor allem Problembücher. Zum Beispiel: Wie überlebe ich meine nervigen Eltern? Komisch, oder?

  Ist es schwer ein Buch zu schreiben?
Meistens nicht. Immer dann, wenn man eine gute Idee hat, dann ist es ganz einfach. Das kennt ihr sicher, wenn ihr eine Geschichte schreiben müsst oder einen Bericht. Wenn man eine gute Idee hat, dann geht das schnell, aber wenn man keine Idee hat, dann ist es schwierig. Aber meistens habe ich Ideen. Zum Glück.

  Verdient man viel Geld, wenn man Bücher schreibt?
Also bei mir ist es so, ich verdiene kein Geld, wenn ich ein Buch geschrieben habe. Erst wenn irgendjemand mein Buch kauft, bekomme ich Geld. Wenn es niemand kauft, bekomme ich nichts. Wenn es ganz viele Leute kaufen, bekomme ich natürlich mehr Geld.
Was glaubt ihr, was bekomme ich? Die meisten Bücher kosten 8,95 Euro. Was glaubt ihr, wie viel bekomme ich davon? Habt ihr eine Idee?

  5 Euro?
Das wäre schön, das würde ich sofort unterschreiben. Was glaubt ihr?

  Weniger? Mehr?
Wenn ein buch verkauft wird in Österreich, der Schweiz oder Deutschland, bekomme ich zwischen 20 und 35 Cent.

  So wenig?
Ja. Ich habe auch Bücher, da bekommen ich 9 Cent oder 12 Cent. Also es ist nicht ganz so viel. Deshalb haben die meisten Autoren auch noch andere Berufe. Die Lesungen zum Beispiel, oder viele arbeiten für das Fernsehen oder das Radio. So verdient man dann auch Geld.

  Was für ein Buch liegt derzeit auf ihrem Nachttisch?
Zu Hause habe ich jetzt grad eines gelesen, das ist aber kein Kinderbuch. Das heißt: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“. Da geht es um den Anschlag in Paris. Der Ehemann von einer Frau die gestorben ist erzählt, was aus seiner Sicht passiert ist. Und sonst lese ich auch ganz viele Kinderbücher. Ich muss ja wissen, was die anderen Autoren so schreiben, da muss ich mich ja schlau machen.

  Was war ihr Lieblingsbuch, als sie ein Kind waren?
Die Bücher von Christine Nöstlinger. Und dann Dolly. Sie ist ein Mädchen, das ist in ein Internat gegangen, und die Geschichten habe ich geliebt. Da habe ich von meinem Papa den Sammelband bekommen. Als ich fertig war habe ich noch einmal begonnen zu lesen. So spannend war das.

  Was braucht man, wenn man selbst Autor werden möchte?
Du stellst aber schon schwierige Fragen. Ich weiß es nicht. Also ich habe Glück gebraucht, das braucht man sicher. Dann braucht man gute Ideen, Ideen die sonst niemand hat. Weil man darf natürlich nicht das gleiche schreiben, was es schon gibt. Zum Beispiel kennt ihr „das magische Baumhaus“, Jetzt kann ich nicht hingehen und sagen: Ich schreib „das verzauberte Baumhaus“. Das geht natürlich nicht. Man braucht gute Ideen, muss sich gut ausdrücken können und viel Fantasie. Und auch ein bisschen Glück.

  Vielen Dank für das Interview!


  Das Interview mit Karin Ammerer führten die Kinderreporter Vanesa, Angelo, Miray, Ilayda und Zunaira aus Bregenz.    
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