Zum Gedenken

Vorarlberg / 01.10.2017 • 15:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hard Im alten Harder Rathaus erblickte Germana Stadelmann am 26. August 1926 als einziges Kind des Gemeindesekretärs und späteren Bürgermeisters Rudolf Gunz und seiner Frau Hildegard das Licht der Welt. Liebevoll behütet von Eltern und Großeltern wuchs sie auf, und obwohl sie lange Zeit Würfelzucker auf den Fenstersims legte, um den Klapperstorch anzulocken, blieb ihr Wunsch nach Geschwistern unerfüllt. Nach der Volksschule in Hard, dem Gallusstift und Marienberg erhielt sie eine Kindergärtnerinnenausbildung in Innsbruck. Germana liebte ihren Beruf, und ihre Schützlinge liebten sie. Ihre erste Arbeitsstelle war nach dem Krieg in einem Erholungslager für Buben. Viele Jahre war sie Kindergärtnerin in Dornbirn und in Hard auch Kindergartenleiterin. Mit einer Helferin führte Germana Kindergartengruppen mit teils über 100 Kindern, die sie auch noch im hohen Alter bei ihren Spaziergängen durch Hard mit einem fröhlichen „Hoi, Tanta Germana“ grüßten. Diese Begegnungen machten sie sehr glücklich, erinnerte sie sich doch an alle Kindergartenkinder. 1957 führte Eugen Stadelmann, Lehrer, Volksschuldirektor, Oberschulrat, Mundartdichter und Ehrenringträger der Marktgemeinde Hard, Germana in der Fatima-Kapelle im Stollen zum Traualtar.

Tochter Ulrike, 1963 geboren, verstarb zwei Tage nach der Geburt, doch mit den Töchtern Monika, geboren 1965, und Cornelia, Jahrgang 1969, stellte sich wieder Freude ein. Germana widmete sich ganz der Erziehung ihrer Mädchen, erzog sie zu verantwortungsvollen Erwachsenen und hatte immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen. Dass ihre beiden Kinder wegen ihrer Ehen im Ausland lebten, war für sie nicht einfach. Ihre fünf Enkel, die sie „die Sonne ihres Alters“ nannte, sah sie daher nur selten. Aufopfernd übernahm sie die Krankenpflege ihres Ehemannes und ihrer Eltern. Mit Stolz las sie die Gedichte ihres Ehemannes nach dessen Tod bis weit über die 80 vor Publikum bei Kulturveranstaltungen vor.

Sie war ein geselliger, fröhlicher Mensch, aktiv und rüstig trotz ab 2011/2012 vermehrten Anzeichen von Demenz, Parkinson und schlechterem Allgemeinzustand. Ihre letzten Lebensjahre betreuten sie liebevoll rumänische Pflegerinnen, besonders mit Pflegerin Lumi Weiss verband sie seit 2012 ein vertrauensvolles Verhältnis. Bis zwei Tage vor ihrem Tod lebte Germana Stadelmann im Elternhaus ihrer Mutter, dem ehemaligen Gasthaus Post in der Hofsteigstraße. Nach zweitägigem Spitalsaufenthalt in Bregenz verstarb Germana Stadelmann am 21. August 2017 an Lungenentzündung.

Viele Beileidsbekundungen und Anteilnahmen zeigten deutlich, dass sie ein für ihre Herzlichkeit und Offenheit geschätzter und beliebter Mensch war.