Erfinder und Kunstförderer

01.05.2018 • 15:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der erfolgreiche Unternehmer Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Weingartner verstarb im Alter von 85 Jahren in Feldkirch-Nofels. privat
Der erfolgreiche Unternehmer Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Weingartner verstarb im Alter von 85 Jahren in Feldkirch-Nofels. privat

Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Weingartner (85) starb in seinem Heim in Feldkirch-Nofels.

Ernest Enzelsberger

Feldkirch Am 22. April verstarb in Feldkirch-Nofels im Kreise seiner Familie Prof. Dipl.-Ing. Bernhard Weingartner. Er hinterlässt seine Ehefrau und acht Kinder sowie mehrere Enkelkinder. Der liebevolle Vater war Erfinder, erfolgreicher Unternehmer und steter Förderer von Musik und Kunst. Durch seine Schaffenskraft und seine Lebensfreude war und bleibt er allen die ihn kannten Inspiration und Vorbild. Für sein vielfältiges Wirken wurde er mit dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg und 2012 dem Professorentitel ausgezeichnet.

Dipl.-Ing. Bernhard Weingartner, ein Bruder des früheren Tiroler Landeshauptmanns (1993 bis 2001) Dr. Wendelin Weingartner, wurde am 28. April 1933 in Innsbruck geboren und beendete 1958 sein Studium der Elektrotechnik an der damaligen Technischen Hochschule in Wien (heute Technische Universität) mit der Graduierung zum Diplomingenieur.

Schon als technischer Leiter der Entwicklungsabteilung der Firma AKG in Wien erwarb er zahlreiche Patente für Neuerungen bei Mikrofonen und Kopfhörern.

Seit 1973 in Feldkirch

Nach seiner Heirat 1960 und dem Umzug nach Feldkirch 1973 war Weingartner von 1973 bis 1974 Entwicklungsleiter bei der Hilti AG in Liechtenstein und 1975 erfolgte in Liechtenstein die Gründung der Neutrik AG als Zweimannbetrieb in der Scheune eines alten Bauernhauses in Schaan. Damals erfand er neuartige XLR-Stecker und Messgeräte für den professionellen Audiobereich.

Während seiner Tätigkeit als Geschäftsführer und Verwaltungsrat bis zum Jahre 2001 gelang es ihm, das Unternehmen zum Weltmarktführer im Bereich der Audio-Steckverbindungen auszubauen.

Heute beschäftigt die Neutrik AG 970 Mitarbeiter, darunter viele Vorarlberger, hat Vertretungen in 107 Ländern sowie sieben Niederlassungen, darunter in USA und China. Alle wesentlichen Produkte des Unternehmens bauen auf Patenten und Erfindungen von Bernhard Weingartner auf, dessen Namen 140 Patente tragen. Mit der Erfindung des speakON setzte er einen heute noch gültigen neuen Weltstandard bei Lautsprechersteckern.

Bernhard Weingartner, ein geselliger Mensch mit einem großen Freundeskreis, der von 1977 bis 2002 „Akustik“ am Landeskonservatorium Feldkirch unterrichtete, war auch ein großer Freund klassischer Musik und als solcher Gründungsmitglied des „Vereins der Freunde des Landeskonservatoriums Feldkirch“.

Weiter engagierte er sich als Vorstandsmitglied in der „Chopin-Gesellschaft in Vorarlberg“ und dem Verein „Musik in der Pforte“ in Feldkirch. Seitens der Chopin-Gesellschaft aber auch anderer Musiker des Konservatoriums fanden über die Jahre im Hause des Verstorbenen viele Hauskonzerte statt.

Als aktiver Christ engagierte sich Bernhard Weingartner während seines Studiums in der Katholischen Hochschuljugend und später in Vorarlberg im Katholischen Akademikerverband (KAV). In vielen Kirchengebäuden in Vorarlberg setzte er sich für die Verbesserung der Akustik ein.

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