Das Leben hat uns zusammengeschweißt

Vorarlberg / 29.05.2013 • 16:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Noch viele gemeinsame Jahre wünscht sich das Paar zum 60. Hochzeitstag.
Noch viele gemeinsame Jahre wünscht sich das Paar zum 60. Hochzeitstag.

Dornbirn. Auf 60 gemeinsame Jahre blicken Renate und Franz Slanoutz zurück, in denen sie Höhen und Tiefen erlebt haben, ihre Liebe jedoch alles überwunden hat.

Das Leben war für beide nicht einfach, wuchsen sie doch in Pflegefamilien auf und mussten früh für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen. Renate, geb. Rusch, Jahrgang 1933, arbeitete nach dem Schulbesuch an verschiedenen Plätzen und lernte so alle Hausarbeiten. Ihren Wunschberuf Handarbeitslehrerin konnte sie nicht lernen, ihr Talent kam jedoch der Familie in Form von gestricktem Häß und gehäkelten Kostbarkeiten zugute. 1929 kam Franz Slanoutz in Villach zur Welt. Er wuchs in Ferlach auf und musste als 14-Jähriger noch einrücken. Nach dem Krieg fand er Arbeit bei der Villacher Stadtgemeinde, dann bei der Bahn und er half später beim Bau des Großglockner- und Kaprunstausees tatkräftig mit.

Das Glück stellt sich ein

Bei einem Fußballspiel in der Birkenwiese begegneten sich Renate und Franz Slanoutz und nach zwei Jahren gaben sie sich nach dem Standesamt in der Bregenzer Kapuzinerkirche das Jawort. „Es regnete in Strömen damals“, erinnert sich das Paar, „für uns war das ein guter Start, denn es heißt ja ,viel Regen bringt Segen‘.“ Das erste gemeinsame Heim in Stiglingen war sehr einfach, es gab weder Strom noch Wasser und so freute sich das Paar sehr, als es eine Wohnung in der Schweizer Straße bekam, wo es 30 Jahre zufrieden lebte und die vier Töchter zu verantwortungsvollen Erwachsenen erzog. Franz Slanoutz verdiente den Lebensunterhalt für seine Familie als Farbküchenmeister bei I. M. Fussenegger, wo er nach 40 Jahren 1989 in den wohlverdienten Ruhestand wechselte. Nun konnte er sich ganz seinem Garten widmen, der bis dahin hauptsächlich von Renate gepflegt wurde. Jassen und die tägliche Lektüre der VN gehören zu seinen Hobbys, das Bergwandern musste er aufgeben, nachdem er Probleme mit den Gelenken bekommen hatte. Eine Schmerztherapeutin hat ihn gelehrt, die starken Schmerzen zu ertragen und mithilfe von Krücken kann er sich in der Wohnung gut bewegen. Viele Leistungsabzeichen erinnern an seine Zeit bei der Betriebsfeuerwehr, die von seiner Tochter Tanja, die das Talent der Mutter geerbt hat, hübsch auf rotem Samt in Szene gesetzt wurden. Auch Renate Slanoutz spürt die Beschwerden des Alters, die sie aber schnell vergisst, wenn die Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel zu Besuch kommen. Gerne würde sie für die Kleinen häkeln und stricken, was ihr aber nicht mehr möglich ist und so plagt sie doch oft die Langeweile am Abend, wie sie erzählt. Das gute Verhältnis zu den Töchtern und ihre Hilfe im Haus und beim Einkaufen bereichern das Leben des humorvollen Paares.

Ihren diamantenen Hochzeitstag feiern Renate und Franz Slanoutz am 1. Juni mit den Kindern, Schwiegerkindern, sechs Enkeln und vier Urenkeln im Firstblick in Kehlegg. Ihr größter Wunsch ist es, noch viele gemeinsame Jahre bei guter Gesundheit verbringen zu dürfen.

In der Kapuzinerkirche in Bregenz gaben sich Renate und Franz Sla­noutz das Jawort.
In der Kapuzinerkirche in Bregenz gaben sich Renate und Franz Sla­noutz das Jawort.