„Kugelblitz vom Arlberg“

Vorarlberg / 17.05.2018 • 16:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Komm.-Rat Erich Brunner war immer ein großer Naturfreund.
Komm.-Rat Erich Brunner war immer ein großer Naturfreund.

Erich Brunner (78), Alt-Bürgermeister von Klösterle gestorben.

Ernest Enzelsberger

Klösterle „Ich war 25 Jahre Bürgermeister, und ich muss sagen, ich habe es sehr gerne getan und würde es sofort wieder machen.“ Das erklärte der Alt-Bürgermeister von Klösterle, Komm.-Rat Erich Brunner 2015 in einem seiner letzten Gespräche mit den VN.

Am 8. Mai 2018 ist Erich Brunner nach kurzem schwerem Leiden verstorben. Er hinterlässt seine Gattin Andrea sowie eine Tochter und zwei Söhne aus erster Ehe sowie mehrere Enkelkinder. Seine erste Frau ist ihm 1990 im Tode vorausgegangen.

Brunner war von 1973 bis 1999 Bürgermeister der Gemeinde Klösterle. 2012 ist er als Geschäftsführer der Stubener Fremdenverkehrsgesellschaft und der Klostertaler Bergbahnen in Pension gegangen. Man nannte ihn den „Kugelblitz vom Arlberg“, das „Energiebündel“ oder auch den „Schlauen Fuchs vom Arlberg“.

Brunner war bekannt dafür, dass er auch hochrangige Politiker von seinen vielen Ideen für das Klostertal begeistern und überzeugen konnte. Zu seinen Gästen aus der Bundespolitik zählten u. a. der ehemalige Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Bruno Kreisky, Finanzminister und Vizekanzler Hannes Androsch, Verkehrsminister Rudolf Streicher und Bautenminister Heinrich Übleis.

In keiner anderen vergleichbaren Gemeinde Österreichs wurden so viele Tunnelbaukilometer errichtet wie in Klösterle und immer war Erich Brunner bei sämtlichen Verhandlungen, die oft bis in die späten Nachtstunden dauerten, dabei.

Ein Meilenstein in seinem politischen Wirken war der Rückbau der Umfahrung Klösterle mit der Verlegung des Schwer- bzw. Durchzugsverkehrs in den zweiröhrigen Langener Tunnel. Die Person Erich Brunners ist auch eng mit der Erschließung der Skigebiete in Stuben Albona und Valfagher sowie am Sonnenkopf verbunden. 1988 erfolgte der Bau des Sonnenkopf-Bergrestaurants. Beachtliches hat Brunner auch auf dem Gebiet der Nutzung der Wasserkraft, des Lawinenschutzes, der Erhaltung bäuerlicher Strukturen und der Förderung des Bildungswesens gesetzt. Der leidenschaftliche Jäger und große Naturfreund Brunner, ein Weinliebhaber, der bei Pulkau in Niederösterreich auch einen eigenen Weinberg besaß, wurde 1940 in Klösterle geboren und schloss nach der Volksschule eine Maurerlehre ab. Anschließend war er bei den ÖBB als Lehnen- und Oberbauarbeiter beschäftigt. Er absolvierte ab 1969 in Wien bei den Jesuiten die Katholische Sozialakademie und trat anschließend als Verkehrsamtsleiter in die Dienste der Gemeinde Klösterle. In den Jahren 1970 bis 1973 war er Vizebürgermeister und anschließend bis 1999 Bürgermeister von Klösterle.

Brunner wurde für sein vielfältiges, erfolgreiches und nachhaltiges Wirken für die Gemeinde Klösterle und das Klostertal mehrfach hoch ausgezeichnet. So 1998 mit dem Silbernen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg, 1999 mit dem Ehrenring und 2010 mit der Ehrenbürgerschaft von Klösterle. Der Bundespräsident verlieh ihm 1994 den Titel Kommerzialrat.

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