Gratulation zum Geburtstag

Vorarlberg / 02.05.2018 • 17:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bregenz-Fluh Bei guter Gesundheit feiert heute Franz Sieber seinen 90. Geburtstag im engsten Familienkreis, da vor Kurzem seine Schwester Ilga verstarb und ihm nicht nach einer großen Feier ist.

Sein Lebensweg begann am 3. Mai 1928 in Langen, wo er nach zwei Schwestern zur Welt kam. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage übernahm sein Vater eine Landwirtschaft in Kapfenberg. So kam er mit zwei Jahren in die Steiermark und wurde ein echter Steirerbub. 1937 erfuhr sein Vater, dass die Hochwacht verkauft wird, und am 1. Mai 1937, einem Erstkommunionstag, kehrte die Familie nach Fluh zurück. „Es wurde von den Schülern am Nachmittag erwartet, dass sie ein Gedicht aufsagen und so habe ich das in der Steiermark gelernte Rosegger-Gedicht „Steirische Roas“ auswendig vorgetragen“, erinnert sich der Jubilar.

Im Jänner 1945, 16-jährig, wurde Franz zum RAD einberufen. Einrücken musste er nicht mehr, denn nach seiner Ausbildung war auch der Krieg zu Ende.

Ein Jahr später schloss sich Franz der Fluher Feuerwehr an, die dringend Nachwuchs benötigte. Ein alliierter Soldat hatte damals drei Höfe in Fluh angezündet, die wegen fehlender Feuerwehrmänner bis auf die Grundmauern abbrannten. Auch der Fluher Musik fehlten die Musikanten und bei der Instrumenten-Ausgabe traf es ihn für die s-Trompete. Später wechselte er zum Flügelhorn, das er 50 Jahre mit Hingabe spielte. Das Leben auf einem Bauernhof war eine Herausforderung und mit viel Handarbeit verbunden. Erst nachdem eines der Rösser verendet war, erstand die Familie 1960 einen Steyr-Traktor und nach und nach wurde der Fuhrpark um weitere landwirtschaftliche Maschinen erweitert. Neben der Landwirtschaft, Feuerwehr und Musikverein übernahm der Jubilar 1955 das Ortsvorsteher-Amt und es blieb auch noch Zeit auf Brautschau zu gehen. In Rosa, geb. Öhe, fand er seine Liebe fürs Leben, die er 1958 zum Traualtar führte. Sie schenkte ihm die Töchter Margit, Christine und Irmgard und als Nachzügler kam Stammhalter Norbert dazu. Die Kinder sind verheiratet, und inzwischen hat sich die Familie um zwölf Enkelkinder und drei Urenkel vergrößert.

Viel erreicht

Franz Sieber blickt auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Leben zurück. 50 Jahre blieb er der Feuerwehr treu und unterstützte sie auch als Schriftführer, bis einer kam, der Maschinschreiben konnte, lacht er. Den Musikverein unterstützte er, so lange es ging und als Ortsvorsteher, 15 Jahre unter dem Bürgermeister Tizian und fünf Jahre unter Bürgermeister Mayer, setzte er sich besonders für den Erhalt der Volksschule, für die Straßen- und Wegeerhaltung sowie die Trink- und Löschwasserversorgung ein. Als begeisterter Jäger freut es ihn besonders, dass die Jagd von Bregenzern zurückersteigert werden konnte und er auf seinem Grundbesitz dazu schauen kann, dass alles in Ordnung ist. Als der Stall 2012 abbrannte, bangte er mit seiner Familie um den Erhalt des Wohnhauses, das mithilfe zahlreicher Wehren gerettet wurde.

„So lange es geht, arbeite ich mit, denn wie der Doktor zu meiner Frau sagte, bleibe ich damit bei Kräften“, so der Jubilar, der dieses Jahr auch noch auf 60 glückliche Ehejahre zurückblicken kann.