Eine neue Zeit brach an

Vorarlberg / 02.03.2017 • 17:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Günther Anton Moosbrugger regierte Dornbirn von 1945 bis 1965 (Originalbild im Rathaus). Foto: abi
Günther Anton Moosbrugger regierte Dornbirn von 1945 bis 1965 (Originalbild im Rathaus). Foto: abi

dornbirn. (abi) In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv stellen die Vorarlberger Nachrichten seit Anfang Dezember in regelmäßigen Abständen Dornbirns Bürgermeister seit der Stadterhebung 1901 genauer vor. In den vergangenen 115 Jahren regierten zwölf Bürgermeister die heute größte Stadt Vorarlbergs.

In der heutigen Ausgabe geht es um Günther Anton Moosbrugger, der nach dem Zweiten Weltkrieg von 1945 bis 1965 20 Jahre im Amt war. Er war der erste Bürgermeister Dornbirns nach der Befreiung Österreichs durch die Alliierten und damit seit sieben Jahren der erste Gemeindevorstand, der nicht aus den Reihen der NSDAP kam.

Finanzielle Notlage

Günther Anton Moosbrugger wurde am 5. Februar 1899 als Sohn des Poststellenleiter Josef Anton Moosbrugger in Hard geboren, sein Vater verstarb bereits wenige Jahre nach seiner Geburt. Dies brachte die Familie Moosbrugger in weiterer Folge in eine schwere finanzielle Notlage, da sich alle sechs Kinder zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausbildung befanden.

Eigene Kanzlei in Dornbirn

Moosbrugger finanzierte sein Studium unter anderem mithilfe eines Stipendiums, woraufhin er im Jahr 1923 zum Doktor der Rechtswissenschaften promovierte. Im Jahr 1932 eröffnete er eine eigene Kanzlei in Dornbirn. Verheiratet war der spätere Bürgermeister nie; allerdings lebte er, für die damalige Zeit ungewöhnlich, mit einer Frau zusammen, die aus erster Ehe zwei Kinder hatte. 

Von Frankreich bestätigt

Im Jahr 1945 wurde der Kriegsheimkehrer Günther Anton Moosbrugger von den Parteien in Dornbirn als Bürgermeister vorgeschlagen und kurz darauf von der französischen Besatzungsmacht im Amt bestätigt.

Seine Amtsführung wird heute als nüchtern und realistisch, aber stets sehr korrekt beschrieben. Von 1948 bis 1952 sowie von 1956 bis 1960 und von 1964 bis 1966 war er Präsident des Vorarlberger Gemeindeverbands.

Goldenes Ehrenzeichen

Noch während seiner Amtszeit als Bürgermeister erhielt er im Jahr 1961 das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Im Jahr 1975 wurde er schließlich auch zum Ehrenbürger der Stadt Dornbirn ernannt, ehe er am 5. August 1979, im Alter von 80 Jahren, in seiner langjährigen Heimatstadt Dornbirn verstarb.

In den nächsten Teilen der Bürgermeisterserie folgen noch Karl Bohle, Rudolf Sohm und Wolfgang Rümmele sowie Dornbirns erste Bürgermeisterin, Andrea Kaufmann.