Langer Weg zu einem Zentrum ohne Autos

Vorarlberg / 23.03.2017 • 17:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rudolf Sohm regierte Dornbirn von 1984 bis 1999.  Foto: abi
Rudolf Sohm regierte Dornbirn von 1984 bis 1999.  Foto: abi

Unter Rudolf Sohm wurden die Stadtstraße und die Fußgängerzone im Zentrum eingeweiht.

dornbirn. (abi) In Zusammenarbeit mit dem Dornbirner Stadtarchiv stellen die Vorarlberger Nachrichten seit Anfang Dezember 2016 in regelmäßigen Abständen Dornbirns Bürgermeister seit der Stadterhebung im Jahr 1901 genauer vor. In den vergangenen 115 Jahren regierten insgesamt zwölf Bürgermeister die heute größte Stadt Vorarlbergs. Im drittletzten Teil dreht sich alles um Rudolf Sohm, der von 1984 bis knapp an die Jahrtausendwende im Jahr 1999 regierte.

Dreimal wiedergewählt

Rudolf Sohm wurde 1939 als Sohn eines Schreinermeisters in eine Handwerkerfamilie geboren. Er selbst absolvierte die Matura und stieg bei der Firma F. M. Hämmerle bis zum Exportleiter auf. Politisch hatte Rudolf Sohm das Amt des Vizebürgermeisters neben Karl Bohle inne, dessen Amt er nach der Wahl am 19. Jänner 1984 übernahm. Bei den Gemeindevertretungswahlen in den Jahren 1985, 1990 und 1995 wurde Sohm als Bürgermeister wiedergewählt und hielt zugleich auch die Mehrheit für die ÖVP in Dornbirn aufrecht. 

Großprojekt Stadtstraße

Die Trasse für die Dornbirner Stadtstraße vom Schwefel bis zur Sägerbrücke, heute ein Teil der L 190, stand schon jahrzehntelang fest. 1977 wurde bereits die große Unterführung nahe der Innenstadt (Dornbirn Schwefel) feierlich eröffnet. Politiker und Bürger waren sich jedoch bezüglich des Ausmaßes einer Stadtstraße uneinig. So wurde ihre Umsetzung mehrmals verschoben.

Rudolf Sohm trat das Amt unter der innerparteilichen Vorgabe, die Stadtstraße zu bauen, an. Er selbst bezeichnete den Bau der Stadtstraße sowie der Fußgängerzone und der damit verbundenen Belebung der Innenstadt als größte Erfolge. Denn dank der Fertigstellung der Stadtstraße im Jahr 1987 waren auch die Wege für eine autofreie Dornbirner Innenstadt gebahnt. 

Innenstadt für die Bürger

Über die Riedgasse und die Marktstraße floss damals ein reger Durchgangsverkehr durch Dornbirn. An eine ruhige und fußgängerfreundlichere Innenstadt war auf diese Weise nicht zu denken. Nach der Fertigstellung der Stadtstraße im September 1987 wurden diese zwei viel befahrenen Straßen aber für autofrei erklärt. Damit endete auch die bisherige Verkehrsregelung der Stadtpolizei, bei der die Autofahrer die Zeichen und Weisungen des diensthabenden Polizeibeamten befolgen mussten.

So stand auch dem Bau einer Fußgängerzone nichts mehr im Weg und nach einer Zeit von nicht einmal zwei Jahren wurde die Dornbirner Innenstadt im Sommer 1989 endgültig als autofreie Zone freigegeben. 

Dornbirns großer Stolz

Durch den Bau der Stadtstraße unter Rudolf Sohm wurden demnach die Weichen für das „Juwel“ autofreie Innenstadt gelegt. Heute erfreut sich die Fußgängerzone immer noch großer Beliebtheit. Der samstägliche große Wochenmarkt, Aktionen der Werbegemeinschaft Inside Dornbirn sowie viele Veranstaltungen – im Sommer beinahe an jedem Wochenende – tragen maßgeblich dazu bei.

Der Bau der großzügigen Stadtgarage im Jahr 2008 machte die Dornbirner Innenstadt außerdem für Besucher und Touristen noch leichter zugänglich. 

Eine erfolgreiche Periode

Nach 15 Jahren trat Rudolf Sohm im Jahre 1999 als Bürgermeister zurück und übergab das Amt an seinen langjährigen Vize Wolfgang Rümmele. Sohm schaute nicht nur positiv auf den Bau der Stadtstraße zurück, sondern auch auf die Erhaltung der alten Dornbirner Ortskerne, die erfolgreiche wirtschaftliche Umstrukturierung nach den Problemen mit der Textilindustrie und die Einführung des Stadtbussystems.

Die Dornbirner Innenstadt ist nunmehr bereits seit 30 Jahren autofrei.  Foto: lcf
Die Dornbirner Innenstadt ist nunmehr bereits seit 30 Jahren autofrei. Foto: lcf