„Fechten ist Schach im Formel-1-Tempo“

18.04.2017 • 16:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Hohenemser Nachwuchsfechter halten immer eng zusammen.  Foto: René Helfer
Die Hohenemser Nachwuchsfechter halten immer eng zusammen. Foto: René Helfer

Beim Fechtclub Hohenems lernen junge Sportler den Umgang mit dem Degen.

hohenems. (VN-hoj) „Einer unserer Trainer hat einmal gesagt: Fechten ist Schach im Formel-1-Tempo“, erklärt Günther Zerlauth. „Es gibt verschiedenste Angriffs- und Verteidigungskombinationen, die man sekundenschnell umsetzen muss.“ Während der Obmann des Fechtclubs Hohenems spricht, ertönt das metallische „klack, klack, klack“ aufeinanderprallender Degen. Junge Fechter üben gerade, eine Lücke in der Deckung ihres Gegners zu finden.

Gesamtpaket gefragt

Der Fechtclub Hohenems ist ein kleiner Verein: Er besteht aus zehn Mitgliedern, die meisten davon sind Kinder im Volksschulalter. „Leider ist Fechten nicht so bekannt“, bedauert Zerlauth. Dabei sei es ein attraktiver Sport: „Das Schöne am Fechten ist, dass das Gesamtpaket stimmen muss. Man muss körperlich fit sein, den Gegner lesen und schnell reagieren können.“ Dies üben die jungen Sportler in Hohen­ems jeden Freitag. Zu den übrigen Trainings kommen sie immer in Dornbirn, in der Fechthalle des Landesverbands, zusammen. Beim Fechten geht es darum, dem Gegner mit dem Degen eine festgelegte Zahl an Treffern zuzufügen. Gefährlich ist das Ganze nicht: „Neben einer Schutzmaske trägt man unter anderem eine Aramid-Weste, ähnlich einer schusssicheren Weste. Blaue Flecken gibt es schon hin und wieder, aber ernsthafte Verletzungen sind mir noch nicht untergekommen.“

Immer gute Stimmung

Auch wenn der Verein nicht zu den größten zählt, hat er einige Erfolge vorzuweisen. Im vergangenen Jahr stellte der Fechtclub Hohenems mit Anna-Lea Zerlauth die österreichische Meisterin in der Alterklasse Jugend B (Jg. 2003/2004). Neben Turnieren in Vorarlberg und der Umgebung bestreiten manche der jungen Sportler auch weiter entfernte Wettkämpfe, zum Beispiel in Ungarn, Serbien oder Dänemark. Eines fällt Zerlauth dabei besonders auf: „Der eigene Verein ist fast wie eine Familie, aber auch das Verhältnis zu den anderen Clubs ist sehr eng. Wo auch immer wir hingehen, die Fechter verstehen sich untereinander super.“

Fabienne Joppi, 12, HohenemsEs ist etwas anderes als die übrigen Kampfsportarten. Beim Fechten gegen Freunde lerne ich deren Technik kennen und kann so meine eigene Technik verbessern.

Fabienne Joppi,

12, Hohenems

Es ist etwas anderes als die übrigen Kampfsportarten. Beim Fechten gegen Freunde lerne ich deren Technik kennen und kann so meine eigene Technik verbessern.

Ronja Rüdisser, 12, HohenemsBeim Fechten bist du immer in Bewegung und hast immer was zu tun. Du lernst nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu verlieren. Das finde ich sehr wichtig.

Ronja Rüdisser,

12, Hohenems

Beim Fechten bist du immer in Bewegung und hast immer was zu tun. Du lernst nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu verlieren. Das finde ich sehr wichtig.

Anna-Lea Zerlauth, 13, HohenemsEs ist ein cooler Sport, bei dem man eine gute Reaktion braucht und viele verschiedene Aktionen beherrschen muss. Außerdem ist Fechten auch zum Zuschauen sehr schön.

Anna-Lea Zerlauth,

13, Hohenems

Es ist ein cooler Sport, bei dem man eine gute Reaktion braucht und viele verschiedene Aktionen beherrschen muss. Außerdem ist Fechten auch zum Zuschauen sehr schön.