Im Einsatz, damit die Integration gelingt

24.04.2017 • 17:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ulrike Haßler sorgt dafür, dass es zwischen Mentoren und den jungen Flüchtlingen stimmt. Fotos: Caritas
Ulrike Haßler sorgt dafür, dass es zwischen Mentoren und den jungen Flüchtlingen stimmt. Fotos: Caritas

Ulrike Haßler koordiniert die Arbeit von Mentoren mit jungen Flüchtlingen.

Dornbirn. (VN) Die Dornbirnerin Ulrike Haßler koordiniert das Mentorenprojekt der Caritas Vorarlberg. Dabei unterstützt sie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf ihrem Weg, in Vorarlberg Fuß zu fassen. 

Was bietet das Mentorenprojekt der Caritas Vorarlberg für die jungen Flüchtlinge?

Haßler: Für die jungen Flüchtlinge sind Mentoren Unterstützung. Da die Jugendlichen ohne Eltern nach Österreich gekommen sind, fehlt ihnen der familiäre Anschluss. Mentor sind Bezugspersonen außerhalb der Wohngemeinschaft, mit denen sie gemeinsam etwas unternehmen, einen Einblick in unsere Kultur und Lebensweise bekommen. Sie kommen aus ihrem Alltag heraus, öffnen sich mehr und mehr gegenüber der neu gewonnenen Vertrauensperson, sie blühen richtig auf.

Seit einem Jahr sind Sie für das Mentorenprojekt der Caritas nun zuständig. Was bedeutet für Sie diese Aufgabe?

Haßler: Ich schätze an dieser Arbeit die Vielfalt. Ich werde und wurde reich beschenkt durch die vielen Begegnungen und Gespräche. Es sind die Menschen, die diese Arbeit so einzigartig machen: Die Jungs aus den Wohngemeinschaften, die Mentorinnen und Mentoren und die Teams der Caritas, die sich mit viel Engagement und Herz für eine gelingende Integration einsetzen. Es ist einfach schön, ein Teil davon zu sein.

Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Mentoren?

Haßler: Viele berichten mir, dass sie durch das Projekt nicht nur helfen konnten, sondern selber auch reich beschenkt wurden. „Ich hätte nie gedacht, was das Projekt mit mir macht – es ist eine Bereicherung für die ganze Familie – ich habe es noch keine Sekunde bereut“, sagte einmal ein Mentor zu mir. Sehr schön fand ich auch, als ein Junge nach einem Treffen mit seinem Mentor zurückkam und ein Lied von „Krauthobel“ im Dialekt sang.

Welche Eigenschaften sollte ein Mentor mitbringen?

Haßler: Ich glaube, die wichtigste Eigenschaft ist die Bereitschaft, sich auf Jugendliche einzulassen. Daneben braucht es Zeit und auch das Interesse an anderen Kulturen. Es ist etwas Besonderes, einen Jugendlichen zu begleiten, befindet er sich doch in einer wichtigen Phase seiner Entwicklung. Da gibt es manchmal auch Rückschläge, die dann so gut wie möglich auch mitgetragen werden sollen. Die Mentorentätigkeit ist auf jeden Fall sehr vielseitig.

Welche Aufgabe übernehmen Sie als Koordinatorin?

Haßler: Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den jungen Flüchtlingen, den Mitarbeitern in den Wohngemeinschaften und den Mentorinnen und Mentoren. Es ist sehr wichtig, dass Mentoren wissen, dass hinter dem freiwilligen Engagement jemand ist, der neben den Teams Verantwortung übernimmt und ihnen zur Seite steht. Funktioniert das Verhältnis nicht, kann es jederzeit gelöst werden.

Was wünschen Sie sich im Bezug auf das Projekt für die Zukunft?

Haßler: Es wäre sehr schön, wenn jedem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling eine Mentorin oder ein Mentor zur Seite stünde und so die jungen Menschen Vorarlberg von einer familiären und privaten Seite erleben, spüren und kennenlernen dürften. Das ist eine riesige Chance für die Integration. Wir freuen uns aktuell über 34 Mentoren, die ehrenamtlich tätig sind.

Die Mentoren helfen jungen Flüchtlingen, sich in Vorarlberg zu integrieren. Fotos: Caritas
Die Mentoren helfen jungen Flüchtlingen, sich in Vorarlberg zu integrieren. Fotos: Caritas

Zur Person

Ulrike Haßler

koordiniert das Mentorenprogramm der Caritas für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Ausbildung: Sozialarbeit

Wohnort: Dornbirn

Familie: Verheiratet, drei erwachsene Kinder

Mentorenprojekt der Caritas: 0676 88 42 07 914, ulrike.hassler@caritas.at