Stolzer Stammzellenspender

Vorarlberg / 12.09.2017 • 19:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
zertifizierter Spender: Christoph Biech hat die Stammzellenspende gerne gemacht.
zertifizierter Spender: Christoph Biech hat die Stammzellenspende gerne gemacht.

Christopher Biechl ließ sich typisieren und hat so womöglich ein Leben gerettet.

Lustenau Die Suche nach der richtigen Stammzelle ist wie die nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Deshalb werden vom Vorarlberger Verein „Geben für Leben“ immer wieder im Zuge von Aktionen Menschen gesucht, die sich typisieren lassen. „Der gemeinnützige Verein hat die Mission, an Leukämie erkrankten Menschen die höchstmögliche Chance auf Überleben zu geben“, erzählt Christopher Biechl (34).

Im Dezember 2016 ließ sich der gebürtige Salzburger in Lustenau typisieren. „Es war für Eva Maria, eine Mutter mit drei Kindern. Ich wollte einfach helfen. Somit war ich im zentralen Register gespeichert“, erzählt Biechl. Dieses ist weltweit für autorisierte Ärzte einsehbar und kann dadurch einen Menschen vor dem sicheren Tod bewahren. Alles ist anonym. „Zum ersten Mal kontaktierte mich der Verein im April 2017, dass jemand meine Stammzellenspende benötigen würde.“

Anfangs war der Schlosser schon etwas überrascht, „aber meine Verlobte und auch mein Arbeitgeber haben mich tatkräftig unterstützt.“ Dann ging alles sehr rasch. Biechl musste für drei Tage ins Stammzellenzentrum nach Gauting in Bayern. „Da wurde ich von Kopf bis Fuß durchgecheckt: Ultraschall, Lungenröntgen, EKG. Auch jede Menge Blut wurde in kleinen Röhrchen abgezogen“, erinnert sich der Spender lachend.

Nun begann das Warten. Nach gut einer Woche kam dann die Freigabe. „Also konnte ich vier Tage vor der Entnahme mit der Stimulierung der Leukozyten beginnen.“ Das klingt alles sehr medizinisch, aber Christopher ist inzwischen Profi. „Mir wurde so viel erklärt, dass ich schon fast ein Buch darüber schreiben könnte.“

Lange Vorbereitung

Aber wie läuft so eine Stimulierung ab? „Ich musste mir vier Tage lang vor der Spende, morgens und abends, je eine kleine Spritze in den Bauch geben, um die Stammzellproduktion beziehungsweise Ausschüttung der Stammzellen ins Blut anzuregen.“ Das Knochenmark soll dazu bewegt werden, mehr weiße Blutkörperchen zu bilden. Das war absolut kein Problem für den 34-Jährigen und hat auch gar nicht wehgetan. Es sei vergleichbar mit Thrombosespritzen. Er hatte daraufhin Symptome, die einer Grippe ähnelten. Einen Tag vor der Spende musste er dann nach München.

Am 31. Juli diesen Jahres war es dann soweit. Fünfeinhalb Stunden dauerte die Prozedur, die, so erzählt Biechl, absolut nicht schmerzhaft ist. „Man kann sich das wie Blutspenden oder eine Art Blutwäsche vorstellen. Wie ich dann erfahren habe, wurden meine Stammzellen noch am selben Tag in die USA geflogen, da sie innerhalb von 72 Stunden übertragen werden müssen.“ Interessant ist, dass der Empfänger durch die Spende nun dieselbe Blutgruppe wie Biechl hat und auch gegen sämtliche Krankheiten, die er schon überstanden hat, immun ist.

Die größte Freude für Christopher Biechl wäre, wenn man ihn über den Erfolg seiner Stammzellenspende informieren würde und er obendrein mit dem Empfänger in Kontakt kommen würde. Auch wenn es anonym sein sollte. LAG

„Man kann sich die Prozedur wie Blutspenden oder eine Art Blutwäsche vorstellen“

Christoph Biechl in der Klinik in München: „Die Prozedur ist absolut nicht schmerzhaft“, sagt der 34-Jährige.  LAG
Christoph Biechl in der Klinik in München: „Die Prozedur ist absolut nicht schmerzhaft“, sagt der 34-Jährige.  LAG

Zur Person

Christopher Biechl
Ließ sich bei „Geben für Leben“ typisieren und spendete im Juli Stammzellen für eine Transplantation.

Geboren 1983 im Salzburger Land

Beruf Schlosser

Wohnort Lustenau

Familie verlobt