Auf den Spuren der Kartäuser in Buxheim

13.05.2018 • 16:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Feldkircher Stadtarchivar Christoph Volaucnik wusste viel über die Geschichte der Kartause und der Region rund um Memmingen zu erzählen. BET
Der Feldkircher Stadtarchivar Christoph Volaucnik wusste viel über die Geschichte der Kartause und der Region rund um Memmingen zu erzählen. BET

Die Bildungsreise der Volkshochschule Hohenems führte nach Buxheim und Memmingen.

hohenems Im Rahmen einer Kultur- und Bildungsreise besuchte die Volkshochschule Hohenems neben der Kartause Buxheim auch die Stadt Memmingen. Agnes Jäger hatte die Reise vorbereitet und begleitete die Kulturinteressierten gemeinsam mit dem Feldkircher Stadtarchivar und Kenner der Region, Christoph Volaucnik.

Westlich von Memmingen über der östlichen Begrenzung des Illertales liegt der Ort Buxheim. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1402 war die Kartause nicht nur wegen ihrer Größe berühmt, sondern auch wegen ihrer kostbaren Bibliothek sowie ihrer Kunstschätze. Auch war sie die einzige Reichskartause des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Aufgrund ihrer Arbeit an der Klosterkirche, der Errichtung der Pfarrkirche St. Peter und Paul und der Annakapelle liegt in Buxheim einer der Schwerpunkte der Tätigkeiten der Gebrüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann“, wusste die Kunsthistorikerin Andrea Himmelsbach zu berichten. „Besonders sehenswert ist das frühbarocke Buxheimer Chorgestühl aus Eichenholz in der Kartausenkirche, das der Oberinntaler Holzschnitzer Ignaz Waibel 1687-1691 schuf. Es besteht aus 31 Chorstühlen, umrahmt hufeisenförmig den Priesterchor und ist ein Meisterwerk der figürlichen und ornamentalen Schnitzkunst. Das Buxheimer Chorgestühl zählt zu den ausdrucksstärksten barocken Chorgestühlen in Europa“, erklärte Christoph Volaucnik den interessierten Zuhörern.

Die Antoniter in Memmingen

Eine der schlimmsten Seuchen des Mittelalters war der Mutterkornbrand, in den Quellen auch Antoniusfeuer genannt. Bis Ende des zwölften oder Mitte des 13. Jahrhunderts trat diese Krankheit epidemisch auf. Um den von dieser Krankheit geplagten Menschen zu helfen, entstand um 1095 in der Dauphiné eine Laienbruderschaft, die später zum Antoniusorden wurde. Die Besonderheit des Ordens, der von 1214 bis 1562 in Memmingen eine Niederlassung unterhielt, besteht darin, dass er sich, anders als andere Krankenpflegeorden, ausschließlich der Heilung eines speziellen Leidens verschrieb, der Behandlung des sogenannten „Mutterkornbrandes“. Was die Antoniter aber mit den anderen Hospitalorden verband, war typisch für das gesamte Mittelalter: der Zusammenhang zwischen allgegenwärtiger Krankheitserfahrung und tiefer Heiligenverehrung.

In Memmingen befindet sich das Strigel-Museum, das der Mal- und Bildhauerkunst der Memminger Künstlerfamilie Strigel gewidmet ist. Über beinahe 100 Jahre hinweg, von 1430, dem ersten archivalischen Beleg zu Hans Strigel d.Ä., bis 1528, dem Todesjahr von Bernhard Strigel, Porträtmaler am Hofe Kaiser Maximilians I., wurde in Memmingen spätgotische Kunst geschaffen, die in ihrer Wirkung weit über die damals Freie Reichsstadt hinausreichte. BET