Diese Blume mag es kühl

Vorarlberg / 03.06.2018 • 15:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer vorsichtig die Blätter einer Mehlprimel berührt, mag sich über den weißen Staub an seinen Fingern wundern. Auf diese Besonderheit – den auffallend mehligen Belag an der Blattunterseite – beziehen sich sowohl die deutsche wie auch die wissenschaftliche Bezeichnung für diese Blume, Primula farinosa.

Ob Alpen, Pyrenäen oder Regionen um die Ostsee, die Mehlprimel bevorzugt höher gelegene, also eher kühle Regionen. Zwischen Bregenzerwald, Rätikon und nördlichem Montafon kommt dieses außerhalb der Blütezeit wenig auffallende Blümlein noch recht häufig vor. Was nicht bedeutet, dass es im Verwall und in der Silvretta an einigen Stellen nicht auch zu finden wäre.

Im Tal selten, in den Bergen häufig

Im Talraum dagegen ist die Mehlprimel eine Seltenheit: Ihren Lebensraum bilden hier nasse Feuchtwiesen auf kalkreichen Böden. Die Bodennässe sorgt nämlich dafür, dass es kühler als in der Umgebung ist und außerdem, dass konkurrierende Gräser und Blumen im Frühjahr etwas langsamer wachsen.

Damit die nur wenige Zentimeter kleine Mehlprimel ihre Chance wahren kann, dürfen die Wiesen nicht gedüngt, müssen im Herbst aber gemäht werden. Somit bieten hier nur Streuewiesen Lebensraum für diese anspruchsvolle Art.

Die Bilder zur VN-Serie stammen von Naturfotograf Helmut Häusle, den Text verfasste Biologe Markus Grabher.