Flatz verbindet Dornbirn mit Afrika

11.03.2019 • 16:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Künstler Wolfgang Flatz (links) bei der Ausstellungseröffnung mit der Crew der Getzner AG. erh
Künstler Wolfgang Flatz (links) bei der Ausstellungseröffnung mit der Crew der Getzner AG. erh

Die neue Ausstellung zeigt aus Masken transformierte Gesichter.

Dornbirn „Mut tut gut“ heißt es in der Flatz-Bar, und es hat auch etwas Mut gebraucht, vor zehn Jahren in Dornbirn das Flatz-Museum zu etablieren. Das erzählte Bürgermeisterin Andrea Kaufmann anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Faces“ am Freitagabend, zu der das Stadtoberhaupt eine illustre Gästeschar begrüßen konnte. Nicht über die Bisswunden der Vergangenheit wollte Wolfgang Flatz, der von seinem Wohnort München angereist war, sprechen, wie er sagte. Die Gäste waren natürlich gespannt, etwas darüber zu erfahren, was es mit den ausdrucksstarken Bildern in jenem Raum seines Museums, der für wechselnde Ausstellungen reserviert ist, auf sich hat.

„Der Künstler fängt bei Null an“, ließ er das Publikum wissen und gab zu, dass ihm zunächst nichts einfiel, als die Kuratorin Andrea Fink ihn einlud, anlässlich 200 Jahre Getzner Textil AG Bludenz eine Werkserie zu erarbeiten. Bei Getzner begegnete ihm die Geschichte des seit Jahrzehnten bestehenden Handels von hochwertigem Damast made in Vorarlberg zwischen Bludenz und 16 afrikanischen Staaten. Noch immer fiel ihm dazu nichts ein, bis Flatz schließlich auf die Sammlung von Masken stieß, die Kunden als Geschenke ins Ländle mitgebracht hatten. Das gab den entscheidenden Impuls, und der Künstler suchte 36 Stück davon aus.

Er fand sie wohl faszinierend, aber er stellte fest, dass an ihrem Ausdruck etwas fehlte. Das inspirierte ihn dazu, sie mit dem Handy zu fotografieren, ihnen durch entsprechende Bearbeitung eine neue, expressive und emotionale Aussagekraft zu geben und sie anschließend auf Leinwand zu drucken. Sein Werkzyklus „Faces“ war geboren. Wolfgang Flatz sieht die entstandene Arbeit an der Schnittstelle zwischen Fotografie und Malerei angesiedelt.

Aufwendiges Buch

Als zweiten Teil zur Ausstellung präsentierte Wolfgang Flatz ein aufwendig gestaltetes Buch, das, mit einem Einband aus edlem Damast, in einer limitierten Auflage von 200 Stück gefertigt wurde. „Aus dem Nichts ist ein Mehrwert an Kultur entstanden“, so der Künstler. Das Buch sei einer Bibel ähnlich, mit einem Goldschnitt, den er schon während seiner Zeit als Ministrant liebte. Das Buch Nummer eins, signiert und mit einer Grafik versehen, überreichte Flatz an Roland Comploj, Vorstandsvorsitzender der Getzner AG. erh

Die Werke sind zwischen Fotografie und Malerei angesiedelt.
Die Werke sind zwischen Fotografie und Malerei angesiedelt.