Über das Bestellerprinzip

Eigentum / 03.10.2019 • 08:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Derzeit bleibt bei der Maklerprovision alles wie gehabt.Bild: Shutterstock
Derzeit bleibt bei der Maklerprovision alles wie gehabt.Bild: Shutterstock

Wer den Makler beauftragt, soll ihn auch bezahlen – das ist das Bestellerprinzip
in stark gekürzter Fassung.

Recht Die Höhe der Maklerprovision in Österreich ist in der Immobilienverordnung detailliert geregelt. Üblicherweise tritt der Makler als Doppelmakler auf, d. h.: er arbeitet im Auftrag von Vermieter und Mieter und hat somit auch Anspruch an einer Provision von beiden Seiten. Wer in Vorarlberg daher eine über den Makler vermittelte Wohnung bezieht, zahlt Maklerprovision – selbst wenn der professionelle Vermittler vom Wohnungseigentümer beauftragt wurde und nicht von jener Person, die sich auf Wohnungssuche befindet. Beim Bestellerprinzip sähe es so aus: Der Makler sollte künftig im Regelfall nur noch vom Auftrag-geber – dem Vermieter – bezahlt werden. Gegner der Maklerprovi-
sion führten an, dass in der Praxis oft nur der Mieter eine Provision zahle, der Vermieter hingegen nicht.

Vorerst bleiben Gebühren

Übrigens wurde 2010 in Österreich die Maklerprovision, die dem Mieter angelastet wird, per Gesetz auf zwei Bruttomonatsmieten plus Umsatzsteuer gedeckelt, wenn der Mietvertrag länger als drei Jahre dauert oder unbefristet ist. Während des Wahlkampfes wurde von der Politik verkündet, dass das sogenannte Bestellerprinzip analog zu Deutschland auch in Österreich eingeführt werden solle. Wenige Wochen später war klar: Das Bestellerprinzip kommt (vorerst) doch nicht. Die Maklergebühren für die Wohnungssuche werden daher vorerst weiter vom Mieter bezahlt werden müssen, bis sich die Gesetzeslage ändert. Hinter der Einführung des Bestellerprinzipes steht der Wunsch, Kosten, die ringsum das Wohnen anfallen, senken zu wollen. In Deutschland herrscht das Bestellerprinzip seit 2015. Im Jahr 2020 soll ein neuer Antrag dazu im Parlament eingebracht werden.