47 Millionen Euro fließen in Komfort, Sicherheit, Umwelt und Mitarbeiter

Extra / 20.11.2014 • 16:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vorarlbergweit sind 319 Bahnen und Lifte in Betrieb, die insgesamt 1000 Pistenkilometer bedienen. Durchschnittlich sind rund 1000 Mitarbeiter und 15 Lehrlinge bei den Vorarlberger Seilbahnbetrieben beschäftigt. Bergbahnen
Vorarlbergweit sind 319 Bahnen und Lifte in Betrieb, die insgesamt 1000 Pistenkilometer bedienen. Durchschnittlich sind rund 1000 Mitarbeiter und 15 Lehrlinge bei den Vorarlberger Seilbahnbetrieben beschäftigt. Bergbahnen

Vorarlbergs Seilbahnen investitionsfreudig und optimistisch für kommende Wintersaison.

Rankweil. Skifahren erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, bei Einheimischen genauso wie bei Gästen. Vorarlbergs Seilbahnen verzeichnen pro Jahr insgesamt 5,5 Millionen Ersteintritte. Anders ausgedrückt: So fahren alle Einwohner Finnlands einen Tag lang in Vorarlbergs Bergen Ski. Der durchschnittliche Skifahrer benutzt dabei durchschnittlich rund zehn Mal pro Skifahrtag die Seilbahn. „Wir befördern 58 Millionen Personen pro Wintersaison“, erklärt Wolfgang Beck, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Seilbahnen. Die Gäste haben aber auch hohe Qualitätsansprüche und Erwartungen, wenn sie nach Vorarlberg kommen. „Sie erwarten den bestmöglichen Service, moderne Anlagen und optimale Schneeverhältnisse und sind bestens informiert“, so Beck weiter. Um diesen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden, investierten die Seilbahnen für die kommende Saison rund 47 Millionen Euro.

Konkret fließen gut acht Millionen Euro in die Gastronomie, 11,6 Millionen Euro in Pistenoptimierungen und Beschneiung sowie 2,7 Millionen Euro in Pistensicherheit und Lawinenschutz, rund 1,5 Millionen Euro in Maßnahmen zur Stromreduktion, Wärmerückgewinnung und Kältetechnik sowie zur Errichtung von Photovoltaik-, Solar- und Geothermieanlagen. „Die Seilbahnen wissen genau, dass eine intakte Natur ihr Kapital für die Zukunft ist. Sie investieren daher seit Jahren in die nachhaltige Ausrichtung ihrer Infrastrukturen. Bereits 85 Prozent der Energie für die Beschneiung stammen aus erneuerbaren Energiequellen“, informiert Fachgruppengeschäftsführer Michael Tagwerker.

Investition in Mitarbeiter

Genauso wichtig ist aber auch die Weiterbildung der Mitarbeiter. Denn für die Beschäftigten bringen beispielsweise die Modernisierungen bei Liftanlagen oder auch ein sehr gut informierter Gast neue Aufgabenbereiche und Anforderungen mit sich. „Unsere Mitarbeiter sind unser Aushängeschild. Sind sie begeistert, sind es meist auch unsere Gäste“, resümiert Markus Comploj, Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal. Das bestätigt auch Beat Krippendorf, Berater und vormaliger Universitätsdozent für touristische Unternehmensführung: „Begeisterte Mitarbeitende und begeisterte Gäste sind aber nur mit einer von menschlicher Wertschätzung getragenen Führungskultur zu haben. Wir brauchen dringend menschliche Chefs, um wirkliche Gastfreundschaft zu erreichen – denn es gibt nichts in der Natur, das nicht von innen nach außen wächst. So wie innen – so außen.“

1000 Arbeitsplätze im Land

Für heuer zeigen sich die Vorarlberger Seilbahnen also durchwegs optmistisch. „Der Nettoumsatz im Bereich Personenbeförderung lag im vergangenen Winter bei rund 120 Millionen Euro. Wir erwarten auch, dass sich der Anteil der ausländischen Tagesgäste nach dem leichten Rückgang um 2,6 Prozent im Vorjahr mindestens wieder stabilisiert“, erklärt Wolfgang Beck. Die wirtschaftliche Bedeutung der Vorarlberger Seilbahnen sei also unbestritten hoch, bieten sie doch im Jahresmittel 1000 Arbeitsplätze im Land. Indirekt sichere die Branche sogar rund 6500 Jobs im Tourismus, Handel und Handwerk. „Allein der Einkommensmultiplikator für die Region beträgt 6,6: Aus 1000 Euro an Löhnen, Gehältern und Gewinnen bei den Bergbahnen ergibt sich also ein volkswirtschaftliches Einkommen von bis zu 6600 Euro in der Region. Umgerechnet in Umsatz heißt das: Jeder Wintersportler gibt am Tag durchschnittlich etwa 100 Euro aus – für Skipass, Hotel, Gastronomie, Handel und Sonstiges. Bei 5,5 Millionen Ersteintritten sind das 55 Millionen Euro, die die Wintersportler jedes Jahr in Vorarlberg ausgeben“, freut sich der Fachgruppenobmann.

Zu Beginn der Skisaison stehen naturgemäß auch immer wieder die Ticketpreise im Fokus. Wolfgang Beck erklärt dazu: „Ja, auch heuer werden sich die Preise etwas erhöhen. Unter Einbeziehung der Qualität der Infrastruktur liegen wir allerdings im internationalen Mittelfeld. Hinter dem Ticketpreis steckt eine Vielzahl an Leistungen: optimale Präparierung und Pflege der Pisten, moderne und sichere Anlagen, geschultes Personal für bestmöglichen Service, Pistenrettung, Pistensicherung und Unfallverhütung, Lawinenschutz und Infrastruktur im und rund um das Skigebiet.“

Unsere Mitarbeiter sind unser Aushängeschild. Sind sie begeistert, sind es meist auch unsere Gäste.

Markus Comploj

Zahlen und Fakten

Fachgruppe der Vorarlberger Seilbahnen

» Mitglieder: 71 Mitglieder, 45 Skigebiete

» Liftanzahl: 319 Seilbahnen, Sesselbahnen und -lifte, Schlepplifte

» Nettoumsatz Winter 2013/14: 130 Mill. Euro, 35 Prozent sofort reinvestiert

» Investitionen für 2014/15: 46,8 Mill. Euro

» Förderleistung: 389.967 Personen/Stunde

» Beförderungen 2013/14: 58 Mill. Personen

» Mitarbeiter: 1000, 15 Lehrlinge