„Wahre Werte in autarken Regionen“

Extra / 13.10.2016 • 17:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die 7. Konferenz der gentechnikfreien Bodenseeregion am 9., 10. und 11. November auf dem Gut Rheinau und im Bildungshaus St. Arbogast widmet sich der Sicherung gentechnikfreier regionaler Landwirtschaft.
Die 7. Konferenz der gentechnikfreien Bodenseeregion am 9., 10. und 11. November auf dem Gut Rheinau und im Bildungshaus St. Arbogast widmet sich der Sicherung gentechnikfreier regionaler Landwirtschaft.

Die 7. Konferenz der gentechnikfreien Bodenseeregion im November widmet sich den Lebensmitteln.

Götzis. Im Bildungshaus St. Arbogast findet am 10. und 11. November die 7. Konferenz der gentechnikfreien Regionen am Bodensee – Österreich, Deutschland, Elsaß, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol – unter dem Motto „Werte schaffen – Regionen stärken“ statt. Agro-Gentechnik, Massenproduktion und Billigst-Lebensmittel erwirken weder einen Mehrwert für die bäuerlichen Familien noch für den Boden, die Pflanzen und die Tiere und auch nicht für die Gesellschaft. Ganz im Gegenteil: Ein krankes System bringt lediglich kaputte Böden, verseuchtes Wasser, kranke und bestialisch gequälte Tiere in der Massenhaltung hervor und vergiftet die Nahrungskette, an deren Ende der Mensch steht. „Nur eine nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft sichert die Existenz der klein­strukturierten Landwirtschaft, die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln aus der Region und den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen“, betont Veranstalter Ernst Schwald von der Bodenseeakademie. Dem Leitmotiv „Werte schaffen – Regionen stärken“ folgend, laden das Land Vorarlberg, die Bodenseeakademie und die Initiative gentechnikfreie Bodenseeregion zum
7. Mal zu dieser Konferenz ein, die im Laufe der Jahre nicht nur zu einem Fixpunkt der tragenden Partner dieser Initiative geworden ist, sondern sich auch zunehmend zu einem Forum für das Thema Regionalität & Nachhaltigkeit und dem dafür notwendigen Wissenstransfer entwickelt hat.

Zwei intensive Info-Tage

Am ersten Tag geht es um aktuelle Themen der Agro-Gentechnik und um regionale Antworten zur Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft und der standortangepassten Saatgutzüchtung. Mit dabei sind etwa LR Erich Schwärzler und Günter Osl, Alexandra Ribarits (AGES), Eva Lang (BMFG), Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch aus Baden-Württemberg, Christian Eichert, GF Bioland Baden Württemberg, Markus Joos vom Bezirksamt für Landwirtschaft Schlanders in Südtirol, GF Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau, Martha Mertens (AK Gentechnik Deutschland), Barbara Steiner vom Schweizer Bauernverband, Udo Hennenkämper vom Keyserlink-Institut für Saatgutforschung in Salem, Othmar Bereuter von der LK Vorarlberg, Florian Faber von der ARGE Gentechnikfreies Österreich sowie Leopold Rittler von Donau Soja. Der zweite Tag ist den Themen Regionalität & Nachhaltigkeit gewidmet: Wertschöpfung als Folge von Wertebewusstsein und regionaler Kooperationskultur, Qualitätsstrategien und Low-Input-Modelle sowie die gewünschten Allianzen zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft – angedockt auch am Thema Milchwirtschaft im Alpenraum. Herzlich willkommen sind alle Interessierten, alle Bäuerinnen und Bauern, Saatgutzüchter, Lebensmittelverarbeiter, Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Kammern, Verbänden, Bildung, Kultur, Medien, Regionalentwicklung, Natur- u. Umweltschutz, Medizin, Kirchen, Engagierte in Gentechnik-frei-Initiativen.

Vorprogramm Gut Rheinau

Um die Themen der Konferenz speziell mit den Wissen vermittelnden Zielgruppen (Bildung, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit) zu vertiefen, findet jeweils im Vorfeld der Konferenz der Thementag „Bildung, Beratung, Wissens­transfer“ statt. Kern dieses mit Martin Ott und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien zusammengestellten Vorprogrammes ist eine Exkursion am 9. November zum Gut Rheinau und der dort beheimateten biodynamischen Landwirtschaftsschule mit Besichtigung des Gutsbetriebes und des Saatgutunternehmens Sativa sowie Erfahrungsaustausch über aktuelle Entwicklungen in der landwirtschaftlichen Bildung und Beratung mit Robert Obrist von FiBl Schweiz und Markus Danner von BIO AUSTRIA Salzburg. „Die österreichische Expertenkonferenz für das landwirtschaftliche Bildungswesen hat eine Empfehlung für den Besuch der Konferenz und des Vorprogrammes ausgesprochen“, freut sich Ernst Schwald.

Know-how-Transfer zu Regionalität und Nachhaltigkeit.

ERNST SCHWALD

Weitere Informationen, Programm und unterstützende Partner:
www.bodenseeakademie.at