Julia Dujmovits Snowboard-Olympiasiegerin

Extra / 23.06.2017 • 15:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Julia Dujmovits Snowboard-Olympiasiegerin

Social Media ist ein Teil meines Berufs als Spitzensportlerin. Für mich eine Chance, andere Menschen einzuladen, zu inspirieren und zu motivieren. Dafür überlege ich mir, wie ich Themen bestmöglich transportieren kann. Viel wichtiger als die spätere Interpretation meiner Beiträge im Netz ist mir jedoch, dass ich meiner Überzeugung und meiner Persönlichkeit treu bleibe – mich nicht verbiege, um letztlich authentisch zu bleiben. Genau wie im realen Leben gehören zwischenmenschliche Fehltritte auch im Internet dazu. Der Unterschied dieser beiden Welten liegt in der Anonymität, unter deren Schutz sich Leute im Netz bewegen und der Geschwindigkeit, mit der sich Nachrichten verbreiten. Die Dimension, die eine Geschichte unter Umständen annehmen kann, überrascht mich hin und wieder. Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten positiver und negativer Art. Dessen muss man sich bewusst sein, um nicht aus allen Wolken zu fallen, wenn Unwahrheiten oder Kritik verbreitet werden. Kritische Kommentare und spitz formulierte Aussagen, sind für mich ein willkommenes Feedback, Geschmäcker sind nun einmal unterschiedlich. Mit Beleidigungen und anderen oberflächlichen Behauptungen zu meiner Person beschäftige ich mich so gut wie gar nicht. Da muss man einfach drüberstehen. Bei Diskriminierung, Hetze und reinem Frustablassen gegenüber anderen Mitgliedern hört sich allerdings der Spaß auf. Abgesehen von den vielen Fake-Profilen, die ich allein schon aus dem Grund blockiere, um keine dubiose Werbung auf meinen Seiten zu haben, ist das Blockieren einer Person für mich die letzte Lösung. Natürlich findet sich im Postfach Dujmovits die eine oder andere – nennen wir es – fragwürdige Anfrage. Da entscheide ich von Fall zu Fall, ob ich wohlwollend antworte oder doch lieber den Block-Button drücke. Kommentare zu löschen halte ich für wenig sinnvoll. So lange der Austausch auf meinen Kanälen in einem zivilisierten und ethisch vertretbaren Rahmen stattfindet, sehe ich dafür auch keinen Grund. Ob die freie Meinungsäußerung im Netz kontrolliert gehört, halte ich für eine sehr schwierige Frage, die unsere Gesellschaft künftig mehr und mehr beschäftigen wird. Ein Thema, das so komplex ist, dass eine Antwort in wenigen Sätzen niemals ausreichend sein kann. Nichtsdestoweniger müssen wir uns alle darüber im Klaren sein, dass bei jeglicher Art von Kommunikation die eigene Überzeugung Auswirkungen auf andere Menschen haben kann. Ob in sozialen Netzwerken, im Alltag oder im Vieraugengespräch: Eigene Meinungen formulieren und andere Ansichten respektieren, so werden gute Gespräche erst möglich.