Louis Vuitton geht in Seestadt unter

11.02.2018 • 07:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Vogel mit Geschmack: Der Wachtelkönig vom Seestadt-Areal trägt LV. Es steht ihm gut.Vauänn
Ein Vogel mit Geschmack: Der Wachtelkönig vom Seestadt-Areal trägt LV. Es steht ihm gut.Vauänn

Alle Rücklagen wurden in Bregenzer Prestigeprojekt investiert.

Bregenz, Paris „Mir blieb das Croissant im Halse stecken“, erzählt Louis-Vuitton-CEO Michael Burke im Exklusivgespräch mit den VauÄnn. Seit seinem Amtsantritt beim Luxuswaren-Unternehmen steht ein Projekt ganz oben auf seiner Liste: die Bregenzer Seestadt. Lange und hart, aber immer auf Augenhöhe, seien die Gespräche mit Prisma-Vorstand Bernhard Ölz verlaufen. Die zwei trafen sich in kleinen Cafés am Seine-Ufer, beide mit hochmodernen Baskenmützen behütet, um ihre Vision vom Einkaufstempel Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.

Zehn Milliarden Euro

„Wir waren wirklich schon weit, die Verträge waren eigentlich schon unterschriftsreif. Ganze zehn Milliarden Euro hätten wir in das Projekt investiert, für eine Verkaufsfläche von 825 m2 und drei fixe Tiefgaragenplätze“, gibt sich Burge bescheiden. Doch dann kam der Anruf aus der Prisma-Zentrale in Dornbirn. Den VauÄnn liegt das Gesprächsprotokoll vor: „Michael, Bernhard hier, das ist mir jetzt zwar etwas peinlich, aber das wird leider nix mit der Seestadt. Die haben in einem Gebüsch auf dem Parkplatz einen Wachtelkönig gefunden … ja, einen Wachtelkönig … Crex crex … der steht bei uns unter Naturschutz … und jetzt können wir halt nichts bauen. Das Geld kann ich dir leider auch nicht mehr zurückgeben … ja, das steht unter dem Kleingedruckten noch kleingedruckter … ich weiß, das ist nicht ideal … tut mir leid … die Hälfte? Nein. Vorvertrag ist Vorvertrag.“ Jetzt folgen im Protokoll Worte, die hier leider nicht wiedergegeben werden dürfen.

Das Ende einer Ära

„Das war‘s dann wohl“, schluchzt Burke. „Louis Vuitton gibt es seit 1854, mit Ende Mai werden wir alle Läden schließen müssen und unser restliches Sortiment auf Ebay verkaufen. Wenn ich Glück habe, dann darf ich zu Christian Dior zurückkehren.“

Bernhard Ölz gibt sich da etwas optimistischer. „Ich bin ja schon mal gespannt, welches Großprojekt als Nächstes nicht gebaut wird. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei.“

„Ich möchte mich gerne beim CEO von Louis Vuitton entschuldigen: Pardon!“

Ein Vogel mit Geschmack: Der Wachtelkönig vom Seestadt-Areal trägt LV. Es steht ihm gut.Vauänn
Ein Vogel mit Geschmack: Der Wachtelkönig vom Seestadt-Areal trägt LV. Es steht ihm gut.Vauänn