Mangas zeichnen und Tiere falten

Extra / 17.06.2018 • 13:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gabriele Hutterer-Wulst und Alexander Wulst sind leidenschaftliche Manga-Liebhaber.
Gabriele Hutterer-Wulst und Alexander Wulst sind leidenschaftliche Manga-Liebhaber.

Japanische Kulturtechniken faszinieren Kinder aller Altersstufen.

Götzis Figuren mit riesigen Kulleraugen, winzigen Nasen und einem Strich-Mund auf knallbunten Buchumschlägen: Mangas dürfen auch auf Vorarlbergers größter Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach in Götzis nicht fehlen. Seit vier Jahren sind Alexander Wulst und Gabriele Hutterer-Wulst auf der Messe die Ansprechpartner, wenn es um die japanischen Comics geht. Ihre Faszination ist ansteckend und ihr Wissen einzigartig im Ländle. „Ich habe meine ersten Mangas Anfang der 90er-Jahre in Wien gekauft“, erzählt die 46-jährige Ranklerin und ihr Ehemann, der aus Hoyerswerda (Sachsen) stammt, war dort sogar Mitglied beim ersten Anime-Verein Deutschlands. Ihre Sammlung ist längst auf rund 2000 Bücher angewachsen, wobei auch bei Mangas verschiedene Genres unterschieden werden. Alex beispielsweise bevorzugt Horror und Psycho während Gabriele am liebsten Science-Fiction-Storys liest.

Die Geschichte der Mangas beginnt schon im 8. Jahrhundert, als buddhistische Mönche auf Papierrollen, die sogenannten Emakimono, Bildergeschichten über den Alltag, Tiere und das Leben nach dem Tod zeichneten. „Doch die waren ganz weit entfernt von dem, was wir uns heute darunter vorstellen“, sagt die ehemalige Buchhändlerin. „Ein erstes Manga, das dem heutigen Stil am nächsten kommt, ist mit 1902 datiert.“ Die beiden, die sich nicht nur für die Comics an sich interessieren, sondern auch für Land, Kultur und Leute, haben sich auf einer Japanreise auf die Spuren ihrer Leidenschaft begeben. Nicht verwunderlich, dass sie die Rückreise mit Übergepäck antraten. „Aber wir haben mindestens zehn japanische Artbooks mitgenommen. „Das sind Sonderbände, in denen es nicht um den Inhalt, sondern rein um die gestalterische, zeichnerische Kunst eines Werkes geht“, erklärt Gabriele.

Eigene Mangas

Apropos Zeichnen. Wer Lust hat, kann auf der Buch am Bach selbst Mangas zeichnen. Der Stand von Gabriele und Alex befindet sich im Foyer des Vereinshauses. Mangas sind immer im selben Stil mit großem Kopf und stark vergrößerten Augen mit Pupille.

„Bei uns steht der Spaß im Vordergrund“, erzählen die zwei. Es seien aber immer tolle Bilder entstanden. Aber auch Origami fasziniert die Kinder aller Altersstufen. „Sie können stundenlang dabeibleiben, ohne zu merken wie die Zeit vergeht“, sagt Gabriele und erinnert sich an Eltern, die darüber staunten, wie konzentriert ihr Bub mit dem Falten einer Schlange beschäftigt war. Ob Frosch, Dinosaurier oder Schächtele – die jahrhundealte japanische Tradition findet in Vorarlbergs größter Buchhandlung immer regen Anklang. Nicht zuletzt, weil die bunten Papierbögen erst gefaltet so richtig zur Geltung kommen.