Duale Akademie ab Herbst

WKV-Strategieprozess Dis.Kurs Zukunft Duale Akademie geht noch in diesem Jahr in die Umsetzung.
Chancen für die Zukunft Der Fachkräftemangel ist und bleibt auf Weiteres eines der Top-Themen in der Vorarlberger Wirtschaft. Gleichzeitig steigt der Anteil der Maturanten in den nächsten Jahren österreichweit weiter an. Darauf reagierend hat die Wirtschaftskammer Vorarlberg im Rahmen ihres Strategieprozesses Dis.Kurs Zukunft eine neue Ausbildungsschiene nach dem Vorbild der oberösterreichischen Wirtschaftskammer konzipiert: Die Duale Akademie.
Neue Ausbildungsform
Diese neue Ausbildungsform ist besonders auf die Bedürfnisse der Ausbildungsgruppe AHS-Absolventen zugeschnitten, zielt auf den Arbeitsmarkt von morgen und bietet eine praxisorientierte Ausbildung in attraktiven Unternehmen. Sie richtet sich neben der Zielgruppe der AHS-Maturanten aber auch an Studierende bzw. Studienabbrecher.
„Die Duale Akademie steht für ein innovatives, neues Ausbildungsformat, das genau diese jungen Menschen ansprechen soll, um ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und unseren Betrieben wichtige neue Mitarbeiter zu bringen“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler und führt weiter aus: „Damit ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung des Bildungsangebotes – sowohl für die Jugend als auch für die gesamte Wirtschaft – gelungen. Die Maturanten profitieren, da sie für eine profunde Berufsausbildung nicht zwingend an Universitäten oder an einer Fachhochschule weiterstudieren müssen, sondern sofort nach der Matura Geld verdienen und zusätzlich eine wertvolle, praxisgerechte Ausbildung bekommen. Die Unternehmen profitieren, weil ihnen eine weitere Zielgruppe zur dualen Ausbildung zur Verfügung stehen wird. Wir hoffen, dass viele AHS-Absolventen und viele Unternehmen dieses neue Angebot nutzen werden.“
Feinschliff für Akademie
Abstimmungsgespräche mit den relevanten Bildungseinrichtungen haben bereits stattgefunden, das Interesse in den Vorarlberger Unternehmen ist groß. Im Entwicklungsprozess läuft derzeit der Feinschliff der Ausbildungsinhalte. Gestartet wird im Herbst, die Bewerbungsphase beginnt bereits in diesem Monat, im April.
Otmar Meyer, Ausbildungsleiter bei Liebherr, begrüßt diese neu angedachte Ausbildungsschiene: „Wir bekennen uns zur Dualen Akademie. Wichtig wird es aber sein, dass die konkrete Konzeption dieses Modells in enger und guter Abstimmung mit den Betrieben erfolgt, dann wird es erfolgreich für alle Seiten werden.“
Auch der Direktor des Bundesgymnasiums Bludenz, Helmut Abl, kann der Dualen Akademie einiges abgewinnen. „Viele Gymnasiasten haben großes Interesse an der Technik, das es zu wecken gilt. Ich finde diesen Ansatz daher äußerst sinnvoll. In diesem Zusammenhang sollten die Kooperationen zwischen Betrieb und Jugendlichen schon vor der Matura beginnen, um frühzeitig Verbundenheit und Vertrauen aufzubauen bzw. Hemmschwellen abzubauen. Besonders für Mädchen bedarf es spezieller Formate, da sie ja über 50 Prozent der Absolventen bilden.“
Technics und Informatik
Die Duale Akademie gliedert sich in folgende Ausbildungsschwerpunkte: Betriebliches Traineeprogramm direkt im Unternehmen, die Vermittlung der Fachtheorie durch Kompetenzzentren in den Berufsschulen sowie die Vermittlung von Zukunftskompetenzen in dem Themenbereichen Internationalisierung, Digitalisierung sowie Sozial- und Selbstkompetenz durch das Unternehmen sowie durch Bildungsanbieter und externe Partner. Auch eine Kooperation mit der FH Vorarlberg wird angestrebt. Die Teilnehmer durchlaufen maßgeschneiderte Traineeprogramme von grundsätzlich 1,5 bis 2,5 Jahren.
Etwa 70 Prozent der Ausbildungszeit findet dabei im ausbildenden Betrieb statt, 20 Prozent in eigenen Berufsschulklassen und zehn Prozent bei weiteren Bildungsanbietern wie Universität, Fachhochschule oder WIFI. In Vorarlberg startet sie im Herbst vorerst mit „Technics“ (Schwerpunkt Mechatronik) und Informatik (Schwerpunkt Coding), in weiterer Folge werden die angebotenen Berufe sukzessive erweitert.

„Die Duale Akademie steht für ein innovatives, neues Ausbildungsformat, das junge Menschen ansprechen soll, um ihnen neue Perspektiven zu eröffnen und unseren Betrieben wichtige neue Mitarbeiter zu bringen – ein wichtiger Schritt zur Erweiterung des Bildungsangebotes.“ Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer

„Viele Gymnasiasten haben großes Interesse an der Technik, das es zu wecken gilt. Ich finde diesen Ansatz daher äußerst sinnvoll. Die Kooperationen zwischen Betrieb und Jugendlichen sollten schon vor der Matura beginnen. Besonders für Mädchen bedarf es spezieller Formate.“ Helmut Abl, Direktor des BG Bludenz

„Wir bekennen uns zur Dualen Akademie. Wichtig wird es aber sein, dass die konkrete Konzeption dieses Modells in enger und guter Abstimmung mit den Betrieben erfolgt, dann wird das neue Ausbildungsangebot sicher erfolgreich für alle Seiten werden.“ Otmar Meyer, Ausbildungsleiter bei Liebherr Nenzing