„Anlagegeschäft ist der größte Hebel“

Extra / 03.06.2019 • 10:38 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Zahlreiche Vorbilder in Sachen Natur- und Klimaschutz wurden 2018 in Mäder ausgezeichnet. Für den Klimaschutzpreis 2020 anmelden unter Klima.vol.at!
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„Das sukzessive ,Divestment‘, der Abzug von Geldern aus CO2-intensiven Branchen, ist wichtig für Klimaschutz.“

BREGENZ „Jeder von uns sollte ökologische Verantwortung übernehmen“, sagt Michel Haller.

Welche Maßnahmen setzt die Hypo Vorarlberg in Sachen Ressourcen-, Energie- und Agrarwende im Rahmen ihrer Möglichkeiten?

HALLER Als Gründungsmitglied beim „Klimaneutralitätsbündnis 2025“ bekennen wir uns zu aktivem Umwelt- und Klimaschutz. So verpflichten wir uns im Rahmen des Bündnisses freiwillig zur Reduk­tion unseres CO2-Ausstoßes. Durch sparsameren Ressourcenverbrauch und die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen reduzieren wir fortlaufend den Energieverbrauch und damit unseren CO2-Fußabdruck (Details im Nachhaltigkeitsbericht auf www.hypovbg.at). Zudem haben wir uns selbst eine jährliche Reduktion von 1 % des CO2-Ausstoßes gegenüber dem Vorjahr zum Ziel gesetzt. Den nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß kompensieren wir durch den Ankauf von ausgewählten, internationalen Klimaschutz-Zertifikaten mit höchsten Standards. Die Auswahl der damit unterstützten globalen Projekte wie Aufforstung, Strom aus Biomasse oder Windenergie erfolgt durch namhafte Klimaschutzexperten. Seit 2016 sind wir nach den Kriterien des Klimaneutralitätsbündnisses 2025 im gesamten Konzern klimaneutral. Zudem wurden 2017 auf den Dächern der Hypo Vorarlberg in Bregenz (Zentrale und Hypo Office Bregenz) sowie in Dornbirn (Hypo Office Dornbirn) Photovoltaikanlagen errichtet. Im Jahr 2018 konnten damit ca. 184.000 kWh an sauberem Strom aus Sonnenenergie erzeugt werden. Dadurch leistet die Bank einen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen im Konzern und unterstützt zudem das Land Vorarlberg auf dem Weg zur Energieautonomie. Ziel der Hypo Vorarlberg ist es auch, nachhaltige Anlage- und Investmentlösungen für verschiedene Kundengruppen auszubauen. Bei unseren Eigenemissionen auf Einzeltitelbasis verzichten wir u. a. Spekulationen oder Investitionen in Agrarrohstoffe. In unseren Vermögensverwaltungen und ausgewählten Fonds auf Einzeltitelebene (Aktien, Anleihen) sind beispielsweise Unternehmen im Bereich Gentechnik/GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) ausgenommen.

Was wird in Sachen Bewusstseinsbildung getan – für Mitarbeiter und Kunden –, um die globalen Systemfehler, besonders im Agrarbereich, aufzuzeigen und Lösungen anzubieten, die für ökologisch-soziale Wirtschaftsethik und eine enkeltaugliche Zukunft stehen?

HALLER Von unserem Nachhaltigkeitsteam werden laufend Maßnahmen zur Mitarbeitersensibilisierung umgesetzt, zudem werden im Rahmen eines internen Jahresschwerpunkts – 2019 unter dem Motto „plastikfrei leben“ – interne Filmvorführungen und Vorträge organisiert. Außerdem sind unsere Mitarbeiter angehalten, lange Dienstreisen (u.a. Schulungen) möglichst emissionsarm zu gestalten, z. B. durch Zugreisen oder verstärkt durch Videokonferenzen zu ersetzen. Neben den intern gesetzten Maßnahmen zur Energieeinsparung versucht die Hypo Vorarlberg auch im Finanzierungs- und Anlagegeschäft einen Beitrag zu leisten, da hier für eine Bank der mit Abstand größte Impact und Hebel liegt. Das sukzessive „Divestment“ – also der bewusste Abzug von Geldern – aus CO2-intensiven Branchen spielt dabei eine immer größere Rolle im internationalen Klimaschutz.

Warum ist es wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen und z. B. beim Klimabündnis, Klimaneutralitätsbündnis, VN-Klimaschutzpreis, VN-Tierschutzpreis usw. eigeninitiativ zu sein und mitzumachen?

HALLER Ich bin überzeugt, dass jeder von uns ökologische Verantwortung übernehmen sollte – ob als Privatperson oder als Unternehmen. Wir warten nicht auf Lösungen aus der Politik, sondern gehen Herausforderungen aktiv an. Darum unterstützen wir auch seit Jahren den Klimaschutzpreis der Vorarlberger Nachrichten als Sponsor, denn hier werden innovative Projekte der Vorarlberger Bevölkerung zum Klimaschutz ausgezeichnet. Neben den Auszeichnungen ist vor allem die Vorbildwirkung, die durch kleine und große Maßnahmen in Sachen Klimaschutz gesetzt wird, wichtig.

„Das Jahr 2019 steht bei der Hypo-Landesbank unter dem Motto ,plastikfrei leben‘!“

Zahlreiche Vorbilder in Sachen Natur- und Klimaschutz wurden 2018 in Mäder ausgezeichnet. Für den Klimaschutzpreis 2020 anmelden unter Klima.vol.at!
Zahlreiche Vorbilder in Sachen Natur- und Klimaschutz wurden 2018 in Mäder ausgezeichnet. Für den Klimaschutzpreis 2020 anmelden unter Klima.vol.at!
11er ist Gründungsmitglied des Klimaneutralitätsbündnisses 2025 und hat die neue Biogasanlage in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage kann das Unternehmen den ökologischen Fußabdruck um jährlich bis zu 5500 Tonnen CO2 verringern. Der Effizienzgrad wird laufend optimiert. Wir werten das entstandene Biogas anschließend auf Erdgasqualität auf und speisen es in das VKW-Erdgasnetz ein. Mit einem Teil wird die Lkw-Flotte mit dem eigenen Biogastreibstoff betankt. Eine Tankfüllung reicht aus, um die Hin- und Rückfahrt zu unserem Lager sicherzustellen. Die eigene Biogastankstelle schließt so einen umfassenden Energiekreislauf, der auf dem Kartoffelfeld beginnt. Klimaschutz und Energieeffizienz sind als wichtiger Beitrag zur Energieautonomie Vorarlberg seit vielen Jahren mit unserer Unternehmens-DNA verknüpft. Mag. Thomas Schwarz, 11er-Geschäftsführer

11er ist Gründungsmitglied des Klimaneutralitätsbündnisses 2025 und hat die neue Biogasanlage in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage kann das Unternehmen den ökologischen Fußabdruck um jährlich bis zu 5500 Tonnen CO2 verringern. Der Effizienzgrad wird laufend optimiert. Wir werten das entstandene Biogas anschließend auf Erdgasqualität auf und speisen es in das VKW-Erdgasnetz ein. Mit einem Teil wird die Lkw-Flotte mit dem eigenen Biogastreibstoff betankt. Eine Tankfüllung reicht aus, um die Hin- und Rückfahrt zu unserem Lager sicherzustellen. Die eigene Biogastankstelle schließt so einen umfassenden Energiekreislauf, der auf dem Kartoffelfeld beginnt. Klimaschutz und Energieeffizienz sind als wichtiger Beitrag zur Energieautonomie Vorarlberg seit vielen Jahren mit unserer Unternehmens-DNA verknüpft. Mag. Thomas Schwarz,

11er-Geschäftsführer

Die Ankündigung, durch Holz- und Systembau die Branche revolutionieren und eine „neue Art des Bauens“ einläuten zu wollen, stieß noch vor zehn Jahren größtenteils auf Skepsis. Ich war meiner Zeit voraus. Vor allem preislich mussten wir mit dem Holz-Hybrid-System für Wohnhäuser und Gewerbebauten im wahrsten Sinn des Wortes „dicke Bretter“ bohren. Zwar bewies Rhomberg schon 2011 mit dem LifeCycleTower 1 (LTC ONE) in Dornbirn, dem weltweit ersten Holz-Hybrid-Hochhaus, sowie dem illwerke-Zentrum Montafon in Vandans nur ein knappes Jahr später, dass sich das Konzept wirtschaftlich darstellen ließ. Folgeaufträge kamen dennoch nur schleppend. Inzwischen haben wir – um im Bild der „dicken Bretter“ zu bleiben – den Durchbruch geschafft, mit derzeit zwei Großaufträgen. Klimaschutz ist im Bau angekommen. DI Hubert Rhomberg, CEO Rhomberg Gruppe

Die Ankündigung, durch Holz- und Systembau die Branche revolutionieren und eine „neue Art des Bauens“ einläuten zu wollen, stieß noch vor zehn Jahren größtenteils auf Skepsis. Ich war meiner Zeit voraus. Vor allem preislich mussten wir mit dem Holz-Hybrid-System für Wohnhäuser und Gewerbebauten im wahrsten Sinn des Wortes „dicke Bretter“ bohren. Zwar bewies Rhomberg schon 2011 mit dem LifeCycleTower 1 (LTC ONE) in Dornbirn, dem weltweit ersten Holz-Hybrid-Hochhaus, sowie dem illwerke-Zentrum Montafon in Vandans nur ein knappes Jahr später, dass sich das Konzept wirtschaftlich darstellen ließ. Folgeaufträge kamen dennoch nur schleppend. Inzwischen haben wir – um im Bild der „dicken Bretter“ zu bleiben – den Durchbruch geschafft, mit derzeit zwei Großaufträgen. Klimaschutz ist im Bau angekommen. DI Hubert Rhomberg, CEO Rhomberg Gruppe

Der Umweltgedanke ist zentraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Bereits bei der Planung unseres Neubaus im Jahr 2000 war uns der Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sehr wichtig. So heizen wir im Winter bzw. kühlen im Sommer unser Gebäude mit Hilfe von 430 Energiepfählen. Der Umfang unseres Energiepfählesystems ist einzigartig in unserer Region. Über Jahrzehnte hat unser Unternehmen die Geschäfts- und Produktionsprozesse im Sinne des ökonomischen und ökologischen Gedankens optimiert und ausgebaut. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir umweltfreundliche Druckerzeugnisse forcieren. Über natureOffice bieten wir seit zehn Jahren klimaneutrales Drucken an. Seit 2013 arbeiten wir mit Climate Partner zusammen. Wir sind FSC- und PEFC-zertifiziert, was auf nachhaltige Forstwirtschaft für den Rohstoff abzielt. GF Christine Schwarz-Fuchs, Buchdruckerei Lustenau

Der Umweltgedanke ist zentraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Bereits bei der Planung unseres Neubaus im Jahr 2000 war uns der Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sehr wichtig. So heizen wir im Winter bzw. kühlen im Sommer unser Gebäude mit Hilfe von 430 Energiepfählen. Der Umfang unseres Energiepfählesystems ist einzigartig in unserer Region. Über Jahrzehnte hat unser Unternehmen die Geschäfts- und Produktionsprozesse im Sinne des ökonomischen und ökologischen Gedankens optimiert und ausgebaut. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir umweltfreundliche Druckerzeugnisse forcieren. Über natureOffice bieten wir seit zehn Jahren klimaneutrales Drucken an. Seit 2013 arbeiten wir mit Climate Partner zusammen. Wir sind FSC- und PEFC-zertifiziert, was auf nachhaltige Forstwirtschaft für den Rohstoff abzielt. GF Christine Schwarz-Fuchs, Buchdruckerei Lustenau

Mit neuen Ökotechnologien, energieeffizienter Ausrichtung von Unternehmen, dem Einsatz erneuerbarer Energie zur Vermeidung von CO2-Emissionen stellen mutige Ökopioniere als Wegbereiter die Weichen in die ökologisch bewusste Epoche. BERTSCHenergy ist Technology Provider, der der Industrie auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele modernste, hocheffiziente Technologie zur Verfügung stellt. Als Komplettanbieter effizienter Biomasse-Wirbelschichtkraftwerke hat sich BERTSCHenergy an Europas Spitze etabliert, ist topfit für die Ära der erneuerbaren Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Nachhaltige Energienutzung aus Abfallaufbereitungsprozessen im Wasser-Dampf-Kreislauf garantieren der BERTSCH-Abhitzekessel mit Nachbrennkammer und Dampfturbine inklusive Steuerung. Ing. Hubert Bertsch, CEO BERTSCHgroup

Mit neuen Ökotechnologien, energieeffizienter Ausrichtung von Unternehmen, dem Einsatz erneuerbarer Energie zur Vermeidung von CO2-Emissionen stellen mutige Ökopioniere als Wegbereiter die Weichen in die ökologisch bewusste Epoche. BERTSCHenergy ist Technology Provider, der der Industrie auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele modernste, hocheffiziente Technologie zur Verfügung stellt. Als Komplettanbieter effizienter Biomasse-Wirbelschichtkraftwerke hat sich BERTSCHenergy an Europas Spitze etabliert, ist topfit für die Ära der erneuerbaren Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Nachhaltige Energienutzung aus Abfallaufbereitungsprozessen im Wasser-Dampf-Kreislauf garantieren der BERTSCH-Abhitzekessel mit Nachbrennkammer und Dampfturbine inklusive Steuerung. Ing. Hubert Bertsch, CEO BERTSCHgroup

Es ist ein Gebot der Stunde, dass wir anstatt Erdöl zu verbrennen, recycelbare Fasern herstellen und vernünftig mit allen Ressourcen umgehen! Wir setzen seit den 90er-Jahren gerade als erfolgsorientierter Großhandel auf bio- und naturbelassene Textilien, einerseits als 1st Fair Wear-Member im Heimtextilienbereich und zudem freiwillig mit den Global Organic Textile Standards (GOTS), denn das eine bedingt das andere. Bei der Fair Wear Foundation stehen die Menschenrechte im Vordergrund, bei GOTS der Natur- und Umweltschutz und daher Menschenschutz. Und das fängt beim Saatgut an. Unsere Bemühungen sind ein Transformationsprozess mit dem Ziel, den Großteil des Sortiments in Bio anzubieten. Je größer die Nachfrage seitens der Kunden ist, umso besser. Das Preisargument ist dabei zu vernachlässigen, der Unterschied ist marginal. GF Stefan Grabher, Mary Rose/Paptex

Es ist ein Gebot der Stunde, dass wir anstatt Erdöl zu verbrennen, recycelbare Fasern herstellen und vernünftig mit allen Ressourcen umgehen! Wir setzen seit den 90er-Jahren gerade als erfolgsorientierter Großhandel auf bio- und naturbelassene Textilien, einerseits als 1st Fair Wear-Member im Heimtextilienbereich und zudem freiwillig mit den Global Organic Textile Standards (GOTS), denn das eine bedingt das andere. Bei der Fair Wear Foundation stehen die Menschenrechte im Vordergrund, bei GOTS der Natur- und Umweltschutz und daher Menschenschutz. Und das fängt beim Saatgut an. Unsere Bemühungen sind ein Transformationsprozess mit dem Ziel, den Großteil des Sortiments in Bio anzubieten. Je größer die Nachfrage seitens der Kunden ist, umso besser. Das Preisargument ist dabei zu vernachlässigen, der Unterschied ist marginal. GF Stefan Grabher, Mary Rose/Paptex

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