Das war die Matura 2019

03.07.2019 • 07:52 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Einblick in die Aufgaben der diesjährigen schriftlichen Zentralmatura und wie Maturanten im Netz reagierten.

Schwarzach Geschafft! Insgesamt 45.000 Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich absolvierten die diesjährige schriftliche Zentralmatura, davon knapp 1800 Kandidaten in Vorarlberg. Spanisch war das erste Fach, das am 6. Mai auf dem Plan gestanden ist, gefolgt von Deutsch am Dienstag, Mathematik am Mittwoch und Französisch am Donnerstag.

Mathe-Matura

Das Angstfach Mathematik dürfte für die Maturanten in diesem Jahr nicht ganz so zum Fürchten gewesen sein wie im Vorjahr. Rund fünf Prozent der Schüler an allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) haben trotz Kompensationsprüfung die Mathematik-Matura in diesem Jahr nicht geschafft. 2018 waren es an den AHS noch 22 Prozent, an den BHS 19. Heuer seien die Aufgabenstellungen „kürzer und verständlicher“ formuliert worden, hieß es im Vorfeld vom damaligen Bildungsminister Heinz Faßmann. Auch das Punktesystem sei geändert worden. Nina Mathies, AHS-Landesschulsprecherin und Schülerin am BG Dornbirn, bewertete den ersten schriftlichen Teil der Mathe-Matura als „gut machbar“, den zweiten allerdings als etwas anspruchsvoller.

Die Mathe-Matura besteht aus zwei Teilen. Der erste muss positiv absolviert werden. Vergangenes Jahr war es noch so, dass der zweistündige Grundlagenteil mit einfacheren Aufgaben gelöst und abgegeben werden musste. Im Anschluss wurde dann der zweite Teil mit anspruchsvolleren Aufgaben in Angriff genommen. Seit diesem Jahr ist es so, dass beide Aufgabenteile über die volle Zeit bearbeitet werden. Auf diese Weise können sich gerade schwächere Schüler über die gesamte Zeit von 270 Minuten dem ersten Teil widmen. Im Gegensatz zum Fach Mathematik bewertet Mathis die Aufgaben bei der schriftlichen Deutschmatura positiver. Die Themen seien gut gewählt gewesen, allerdings hätte sich Mathies mehr Diversität bei den Textsorten gewünscht. In maximal fünf Stunden mussten die Maturanten zwei Texte verfassen. Drei Themen standen zur Auswahl. Wer die literarische Aufgabenstellung, Themenpaket 1, ausgewählt hat, sollte Alfred Döblins Erzählung „Der Eisschrank“ interpretieren. Darüber hinaus galt es, einen Kommentar über neue Bibliothekskonzepte zu verfassen.

Themenpaket 2 stand unter dem Motto „Fotografie“. Die Schüler waren dazu angehalten, eine Erörterung darüber zu schreiben, wie sich der Umgang mit Fotografie verändert hat. Zudem sollten positive und negative Aspekte des Fotografierens in der heutigen Zeit herausgearbeitet werden. Als Grundlage diente der Essay „In Platos Höhle“ aus dem Band „Über Fotografie“ (1977) von Susan Sontag. Darüber hinaus mussten die Maturanten einen Text über Kriegsfotografie zusammenfassen.

Das dritte Paket „Politik und Sprache“, das von vielen der Absolventen gewählt wurde, war durchaus aktuell: Jene Maturanten, die sich dafür entschieden, mussten im zweiten Aufgabenteil eine Meinungsrede verfassen, die den immer rauer werdenden Ton in der Gesellschaft thematisierte.

Übrigens schnitten österreichweit Mädchen in der AHS im Fach Deutsch deutlich besser ab als ihre Kollegen. 51 Prozent der Mädchen schnitten mit einem „Gut“ oder „Sehr gut“ ab, während es bei den Burschen nur 41 Prozent waren. In Mathematik bekamen dagegen nur knapp 24 Prozent der Mädchen die besten Noten, bei den Burschen knapp 34 Prozent.

Die zentralisierte Englisch-Matura war wie bereits die Jahre zuvor in drei Teile – Schreiben, Lesen, Hören – aufgeteilt. Bei der Schreibaufgabe in der AHS mussten zwei Aufsätze verfasst werden. Bei einem davon sollte ein Bericht mit 200 Wörtern an die European Food Agency mit Vorschlägen für gesünderes Essen an Schulen gesendet werden.

Reaktionen im Netz

Wie bereits in den vergangenen Jahren ließen unmittelbar nach den abgelegten schriftlichen Prüfungen die Reaktionen der Schüler im Netz nicht lange auf sich warten. Die Aufgaben werden auf den sozialen Plattformen „nachbesprochen“ und in sogenannten Memes auf humorvolle Art aufgearbeitet. Die lustigen Bilder haben unter Österreichs Schülern mittlerweile Kultstatus erreicht und lassen auch Nicht-Maturanten schmunzeln. Eines der bekanntesten Profile, die solche witzigen Beiträge teilen, ist „maturamemes.2019“. Das Profil hat bereits über 22.000 Abonnenten.

Matura nächstes Jahr

Nach der Matura ist vor der Matura. Kommendes Jahr beginnt die schriftliche Zentralmatura am 5. Mai 2020 mit Mathematik. Es folgt die Deutsch-Reifeprüfung am 6. Mai und einen Tag darauf die Englisch-Klausuren. In den darauffolgenden Tagen stehen die weiteren Sprachen auf dem Programm, den Abschluss bildet am 13. Mai Italienisch.