Frauenpower: GRASS setzt in technischen Berufen auf Mädchen

Extra / 04.11.2019 • 15:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Lehrmädchen bei GRASS haben unter Beweis gestellt, dass sie den Jungs in nichts nachstehen.
Die Lehrmädchen bei GRASS haben unter Beweis gestellt, dass sie den Jungs in nichts nachstehen.

Bereits seit 40 Jahren bildet GRASS Mädchen aus. Ihr Anteil bei Nachwuchsfachkräften liegt klar über dem Industriedurchschnitt. Für den nachhaltigen Einsatz, mehr Frauen in die Technik zu bringen, wurde das Unternehmen jetzt staatlich ausgezeichnet.

„Für uns sind mehr Frauen in technischen Berufen nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, sagt Dominik Steinwidder, Leiter der Personal-
entwicklung bei GRASS. Aber noch immer sind es zu wenige Mädchen, die eine technische Lehre für sich in Betracht ziehen. Und es gibt kein Patentrezept, um das zu ändern. „Dazu braucht es einen Kulturwandel. Mädchen müssen sichtbar werden. Sie brauchen ‚Role Models‘, denen sie nacheifern können, und die Belegschaft muss für das Thema sensibilisiert werden“, weiß Karin Fitz vom Verein Amazone. Sie leitet das Projekt
„I kann‘s! I trau mer‘s zu!“, an dem GRASS, führender Hersteller von Bewegungssystemen für hochwertige Möbel, seit 2011 mitarbeitet. „GRASS hat Mut und Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Die Verantwortlichen haben Weitblick bewiesen, die Anliegen der Lehrmädchen ernst genommen und die angestrebten Veränderungen um-
gesetzt“, attestiert sie.

Weibliche Vorbilder

Eines der „Role Models“, also der weiblichen Vorbilder, ist Jasmin Allgäuer, Ausbildnerin bei GRASS in Götzis: „Wir konnten durch die aktive Auseinandersetzung Vorurteile ausräumen und Mädchen in der Werkstatt sind ein großes Stück selbstverständlicher geworden.“ Gelungen ist das durch flexible Arbeitszeitmodelle, Mitgestaltungsmöglichkeiten und gleiche Entlohnung für die Jungfachkräfte. Auch auf Details wird geachtet: Die Mädchen werden mit auf sie zugeschnittener Arbeitskleidung ausgestattet und an Sportevents nehmen nur gemischte Teams teil.

Gleichstellung

der Geschlechter

Bei der Darstellung nach außen wird darauf geachtet, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen repräsentiert sind. Das gilt für die Werbekampagne „Deine Zukunft braucht dich“, aber auch für die Neuigkeiten auf den Social-Media-Kanälen. Im dafür zuständigen Redaktionsteam sind gleich viel Mädchen wie Jungen vertreten.

Knapp ein Drittel weiblich

Der Erfolg lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Von 71 Lehrlingen bei GRASS sind 20 weiblich, also 28 Prozent. Der Branchenschnitt in der Industrie liegt österreichweit unter 17 Prozent. Die vorbildliche Nachwuchsarbeit hat sich
herumgesprochen: GRASS erhielt vom Wirtschaftsministerium vor ein paar Tagen einen Sonderpreis für das beste Angebot für Mädchen in technischen Berufen. Ein erfreulicher Ansporn, um den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen.

GRASS hat Mut und Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Die Verantwortlichen haben Weitblick bewiesen, die Anliegen der Lehrmädchen ernst genommen und die angestrebten Veränderungen um-gesetzt.

Gemischte Teams bei der Arbeit in der Werkstatt.
Gemischte Teams bei der Arbeit in der Werkstatt.

Daten und Fakten

• Lehrberufe: Maschinenbautechnik, Werkzeugbautechnik, Zerspanungstechnik, Prozesstechnik,
Elektrotechnik, Oberflächentechnik, Betriebslogistik, Informationstechnik sowie Bürokauffrau

• Standorte: Höchst, Götzis, Salzburg, Reinheim (D)

• „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ seit 1998, „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ seit 2016

• Online: www.mission-
zukunft.com, www.instagram.com/ausbildung.bei.grass, www.facebook.com/ausbildung.bei.grass