„Wir werden weiter wachsen“

Extra / 29.12.2019 • 15:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jugendliche der Bewegung demonstrierten vergangenen September 24 Stunden lang vor dem Landhaus für Klimaschutz. VN/Stuerer
Jugendliche der Bewegung demonstrierten vergangenen September 24 Stunden lang vor dem Landhaus für Klimaschutz. VN/Stuerer

Fridays for Future hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres zu einer weltweiten Protestbewegung entwickelt.

Schwarzach 2019 war das Jahr von Fridays for Future. Spätestens seit die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg wenige Kilometer von hier in Davos beim Weltwirtschaftsforum aufgetreten ist, war ihr Weg als Galionsfigur der Klima­bewegung, die auch in Vorarlberg die Zelte aufgeschlagen hat, besiegelt. Im Verlauf des vergangenen Jahres ist Fridays for Future zu einer weltweiten Protestbewegung herangewachsen. Seit Februar 2019 gibt es hier einen Ableger der Bewegung. Aaron Wölfling zählt zu den Gründungsmitgliedern und kann auf ein bewegtes Jahr zurückschauen: „Angefangen haben wir mit einem Kernteam von zehn Leuten, das sich seither wöchentlich trifft, um verschiedene Aktionen auf die Beine zu stellen“, erklärt der 18-Jährige und erinnert sich daran, dass der Beginn klein und unorganisiert war. Daraus entwickelten sich aber – im März, Mai und September in Bregenz – Großstreiks, an denen jeweils bis zu 4000 Menschen teilgenommen haben.

Erfolge eingefahren

Im neuen Jahr wird die Bewegung noch weiter wachsen, ist Aaron Wölfling überzeugt. Trotz des für die Aktivisten enttäuschenden Ausgangs der UN-Klimakonferenz in Madrid und des vom österreichischen Ministerrat verabschiedeten Energie- und Klimaplans (NEKP) im vergangenen Dezember betont Wölfling: „Fridays for Future verliert auch im kommenden Jahr auf keinen Fall die Hoffnung. Wenn man auf das vergangene Jahr zurückblickt, haben wir in der Zivilgesellschaft und in der Wirtschaft viele Erfolge eingefahren“, betont der 18-jährige Schüler. Klimaschutz ist im Zentrum des politischen Diskurses auf Gemeinde-, Landes- Bundes- und Europaebene angekommen und hat es auf fast alle Wahlplakate geschafft.

Optimistisch für 2020

„Wann hat es jemals in der Geschichte eine Klimabewegung, angeführt von Jugendlichen, mit dieser Dimension gegeben?“ Wölfling zeigt sich für 2020 optimistisch, auch wenn es noch viel zu tun gebe: „Die Bewegung wird weiter wachsen und dadurch die Veränderung erreichen, die notwendig ist, um die Klimakrise zu stoppen.“  Fridays for Future werde so lange weiterkämpfen, bis das beschlossene 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen von den Politikern tatsächlich umgesetzt wird.   

Für die Vorarlberger Gruppe hat der Fridays-for-Future-Aktivist ebenfalls konkrete Pläne und Ziele: „Es ist mir wichtig, dass es unseren Aktivisten gut geht. Das vergangene Jahr war oft auch hart und anstrengend für die engagierten Jugendlichen.“ Das Jahr 2020 sei überhaupt ein wichtiges Jahr für die Klimabewegung, sollen doch entscheidende Weichen gestellt werden: „Wenn die Klimaneutralität bis 2030 umgesetzt werden soll, müssen wir 2020 maximal wirksam sein, um zur Geltung zu bringen, dass es in Sachen Klimakrise bereits fünf nach zwölf ist“, sagt Wölfling.

Gründung eines Klimarats

2030 müsste die Erde klimaneutral sein, um die Klimaüberhitzung mit einer 66-prozentigen Wahrscheinlichkeit bei 1,5 Grad zu stoppen. Dafür habe sich die Vorarlberger Bewegung neue Aktionsformen überlegt und Ideen geschmiedet, um weiter auf sich aufmerksam zu machen. „Wir werden im Jänner zum Beispiel einen Klimarat installieren, der den Klimaschutz-Forderungen der Vorarlberger Jugendlichen eine Stimme geben soll“, erklärt der Aktivist.

Wie dieser funktionieren wird? Hunderte Vorarlberger Schüler sollen im Rahmen einer Umfrage befragt werden. Die Antworten sollen in dem Jugendrat ausformuliert, beschlossen und an die zuständigen Politiker kommuniziert werden. Damit soll jungen Menschen die Beteiligung an demokratischen Prozessen ermöglicht werden. „Die Sache mit dem Klimaschutz ist glasklar, denn es gibt kein Entweder-oder.“