Das Alter in die Mitte genommen

Extra / 11.11.2020 • 15:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unterhaltung, gute Stimmung und so manche Überraschung kennzeichneten die letztjährige Eugen-Russ-Ausfahrt.

Unterhaltung, gute Stimmung und so manche Überraschung kennzeichneten die letztjährige Eugen-Russ-Ausfahrt.

Eugen-Russ-Ausfahrt ist ein Fixpunkt im Leben vieler Heimbewohner.

Die Eugen-Russ-Ausfahrt: Sie steht als eindrucksvolles Synonym für die Wertschätzung der älteren Generation und ist aus dem Kalender vieler Pflegeheime im Land nicht mehr wegzudenken. Schon traditionell werden jedes Jahr die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen im Herbst zu einer Schifffahrt auf den Bodensee eingeladen. Der Zuspruch zu dieser besonderen Sozialaktion ist immer mehr gewachsen. Im vergangenen Jahr nahmen über 600 Personen daran teil. Heuer musste coronabedingt umdisponiert, aber nicht abgesagt werden. Die Heime wurden stattdessen eingeladen, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern aus Anlass der 67. Auflage im Haus einen unterhaltsamen Nachmittag zu gestalten. Das Alternativprogramm kam gut kam, wie die Bilder und Reaktionen aus den Pflegeheimen zeigten.

Säulen des Wohlstands

VN-Herausgeber Eugen A. Russ war es ein großes Anliegen, dass die Tradition trotz der Einschränkungen stattfinden konnte: „Die alten Menschen sind die Säulen unseres Wohlstands. Sie haben dieses Land aufgebaut und die Grundlagen für das geschaffen, was wir jetzt haben. Dafür gilt es, ihnen zu danken.“ Für die Herausgeberfamilie ist die Teilnahme an der Eugen-Russ-Ausfahrt eine gern wahrgenommene Verpflichtung. Bis zu ihrem Tod vor zwei Jahren gesellte sich immer auch Schirmherrin Rosa Russ dazu. Die Kirche drückt ihre Wertschätzung dem Alter gegenüber ebenfalls durch eine regelmäßige Teilnahme an der Eugen-Russ-Ausfahrt aus. Vertreten wurde und wird sie durch den jeweiligen Diözesanbischof. „Alte Menschen sind die Seele der Gesellschaft. Wir dürfen sie nicht an den Rand stellen, sondern müssen Brücken zu ihnen bauen“, betont der amtierende Landesbischof Benno Elbs.

Vom Auto aufs Schiff

Dabei hat alles ganz klein begonnen. Am Anfang stand ein Ausflug in fünf Privatautos unter dem Motto „Wer macht mit?“. Initiiert von Herausgeber Anton Russ und Chefredakteur Franz Ortner sowie Rosa Russ als Schirmherrin, sollte die Ausfahrt ein Dankeschön an die ältere Generation sein. Schon bald jedoch bestand der Konvoi der Nächstenliebe aus über hundert Fahrzeugen. Als der Umweltgedanke immer mehr in den Mittelpunkt rückte, wurde nach anderen Möglichkeiten gesucht. Der Zug? Zu umständlich. Blieb noch das Schiff, und es erwies sich als gute Alternative. Zuerst war es das Motorschiff „Vorarlberg“, dessen Besatzung die Senioren, Helfer und meist zahlreichen Ehrengäste sicher über den Bodensee schipperte. Dann musste ein größeres Schiff her. Seit sechs Jahren übernimmt nun die „Sonnenkönigin“ diese ehrenvolle Aufgabe. Treue Begleiter sind außerdem die Militärmusik Vorarlberg und Roberto Kalin, der bald 20 Jahre als Moderator fungiert. Er hofft, das Jubiläum 2021 gemeinsam mit den betagten Menschen und ihren Begleitern auf der „Sonnenkönigin“ feiern zu können.

„Die alten Menschen sind die Säulen unseres Wohlstands. Dafür gilt es, ihnen zu danken.“

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