“Ma hilft” hat das ganze Land erobert

Alles begann mit einer VN-Weihnachtsaktion vor über 40 Jahren.
„Ma hilft“-Koordinatorin Marlies Müller (73) erzählt die Geschichte gerne und immer wieder. Wie sie in ein Haus mit mehreren Kindern kam. Wie die Kleinen mit ihrem Ausdruck von Traurigkeit ihr fast das Herz brachen. „Es war eine Art Traurigkeit, wie sie nur Kinder haben. Sie schnürt dir die Luft ab und macht dich unglaublich betroffen. Auch wenn du nichts dafür kannst“, beschreibt Müller dieses Gefühl. Doch im geschilderten Fall konnte sie etwas dagegen tun. Sie brachte Geschenke und Gutscheine. Die Traurigkeit wich aus den Kindergesichtern, und am Ende waren alle glücklich. „Ich nicht weniger als diese Familie, als ich die Wohnung verließ“, wird Müller nie vergessen.
Schnell, unbürokratisch
„Ma hilft“ hat in Einzelfällen bereits mit viel größerem finanziellen Aufwand geholfen als im geschilderten Fall. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, unschuldig in Not geratenen Menschen in Vorarlberg das Gefühl zu vermitteln: Da ist jemand, der euch jetzt zur Seite steht. Ohne großen bürokratischen Krimskrams, ohne sich datenmäßig outen zu müssen und damit die eigene Not für andere sichtbar zu machen. „Wir helfen schnell, unbürokratisch und zielgerichtet“, werden auch „Ma hilft“ Obmann Chefredakteur Gerold Riedmann und sein Vize Klaus Hämmerle nicht müde zu betonen.
Vor über 40 Jahren
Was vor über 40 Jahren mit einer Weihnachtsaktion der Vorarlberger Nachrichten für bedürftige Menschen in Vorarlberg unter der Ägide des damaligen stellvertretenden Chefredakteurs Willy Hillek begann, ist zu einer Initiative geworden, die schon lange das ganze Land erobert hat und vom ganzen Land auch getragen wird. Jahrezehntelang war die heute 92-jährige Schwarzacherin Elly Böhler das Gesicht von „Ma hilft“ und hat sich mit riesigem persönlichen Engagement für die gute Sache eingesetzt. Unvergessen bleiben ihre Erzählungen von manch einem Heiligabend, an dem sie noch kurz vor ihrer privaten Bescherung persönlich bei bedürftigen Menschen war und ihnen Geschenke brachte. Böhler verkörperte „Ma hilft“ nicht nur als materielle Spendenorganisation. Genauso sprach Böhler vielen Menschen Mut zu und fand die richtigen Worte des Trostes in ausweglos erscheinenden Situationen.
Nicht minder engagiert und mit vollem Herzen dabei ist die Bregenzerin Marlies Müller, die seit sechseinhalb Jahren als gute Fee der VN-Sozialaktion in Erscheinung tritt.
Die Not im Land ist vielschichtiger und komplexer geworden. Sie ist schon längst ein Ganzjahresthema und erfasst beinahe alle Bevölkerungsschichten. Schicksalsschläge wie schwere Krankheit, Todesfälle, Jobverlust oder Scheidungen stellen Menschenleben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. Zum menschlichen Schmerz gesellt sich plötzlich materielle Not. Es ist der Moment, in dem bei „Ma hilft“ der Alarm losgeht und schnelle, zielgerichtete Hilfe organisiert werden will.
Auf breiterer Basis
„Ma hilft“ stellt sicher, dass jeder gespendete Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird. „Ma hilft“ hat keine Ausgaben für die Verwaltung. Diese wird von den Vorarlberger Nachrichten übernommen.
Unsere Initiative wurde in den vergangenen Jahren auf eine breitere Basis gestellt. Durch Partnerschaften mit anderen Wohltätigkeitsorganisationen unterstützt „Ma hilft“ nun auch konkrete Projekte, die von unseren Partnern umgesetzt werden. Immer gleich geblieben ist das „Ma hilft“-Credo: Unterstützung für unschuldig in Not geratene Menschen in Vorarlberg. „Ma hilft“ verteilt nicht einfach Geld, sondern übernimmt bei Notfällen Mietenzahlungen, finanziert Therapien, begleicht Stromrechnungen oder überreicht Lebensmittelgutscheine.



