Sie machen vielen das Leben leichter

Die Ombudsmänner der Vorarlberger Nachrichten. Wie gute Nachbarn, die immer für einen da sind.
Man kennt das. Ein Wasserschaden, ein plötzlich defekter Kühlschrank, ein kaputter Rasenmäher genau dann, wenn man ihn braucht. Wohl dem, der gute Nachbarn hat. Die sofort da sind, wenn man in Nöte gerät. Die helfen, wenn Hilfe geboten ist. Sofort und ohne lange zu fragen. Im Stile fürsorglicher Nachbarn sind für die VN-Leser seit vielen Jahren Männer da, die unkomplizierte und unbürokratische Hilfe verinnerlicht haben – es sind unsere Ombudsmänner. Sie schreiben eine Geschichte der Wohltätigkeit. Diese Geschichte umfasst mittlerweile viele Bände mit unzähligen Kapiteln. Weitere kommen dazu.
Kompetenz und Erfahrung
Dass derzeit gleich zwei kompetente und lebenserfahrene Persönlichkeiten für Ratsuchende da sind, ist freilich eine ganz besondere Konstellation. Der Andelsbucher Gottfried Feurstein (82) und der Lingenauer Erich Schwärzler (67) sind zusammen eine geballte Ladung an Klugheit, Wissen und Durchschlagskraft. Feurstein war jahrelang Sozialsprecher der ÖVP im Nationalrat und hat sich dort den Ruf eines zähen Anwalts des sogenannten kleinen Mannes erarbeitet. Erich Schwärzler, der ebenfalls für die ÖVP im Nationalrat saß, ist als ehemaliger Sicherheits- und Landwirtschaftslandesrat einer, der stets als unerschrockener Anpacker in Erscheinung trat, Gott und die Welt in Vorarlberg kennt. Genauso beherrscht Schwärzler die Kunst der Feinfühligkeit und des Kompromisses. Nicht umsonst wird er sogar von den politischen Mitbewerbern für sein umsichtiges Handeln zur Zeit der großen Flüchtlingskrise gelobt. Als es Schwärzler gelang, nahezu alle Gemeinden zur Bewältigung der großen Herausforderung mit ins Boot zu nehmen. Feurstein ist sich seinerseits nicht zu schade, Menschen zu „unmöglichen“ Zeiten sogar in seinem Privathaus zu empfangen. „Die Not kennt schließlich kein vorgegebenes Zeitkorsett“, pflegt der wohlmeinende Senior gerne zu sagen.
Mit Hingabe
Die Idee zur Installierung eines Ombudsmannes hatte vor gut 50 Jahren der Herausgeber der VN, DDr. Toni Russ. Die Zeitung müsse sich auch als Instrument für den Kampf des kleinen Mannes gegen übermächtige Behörden und Institutionen verstehen, meinte Russ. Der Erste, der diese ehrenamtliche Funktion übernahm, war der Feldkircher Elmar Vogt. Der damals 35-Jährige war mit voller Hingabe bei der Sache. „Viele Fälle gingen ihm sehr nahe, und er investierte enorm viel Zeit in seine Ombudschaft“, erinnert sich Ernest Enzelsberger (73), ehemaliger Wirtschaftsredakteur der VN und noch immer für die Zeitung tätig.
Vogt übte das Amt von 1975 bis 1978 aus. Nach seinem allzu frühen Tod war VN-Redakteur Peter Smutny von 1982 bis 1985 der nächste VN-Ombudsmann. Markante Spuren in dieser Funktion hinterließ Ernst Haselwanter, der von 1986 bis 2002 zum rührigen Anwalt für viele Vorarlberger wurde, die sich von diversen Institutionen und Gerichten benachteiligt fühlten. Auch Dr. Richard Kempf und Dr. Alexander Matt betätigten sich zwischenzeitlich als Helfer für ratsuchende Vorarlberger, ehe 2002 Dr. Gottfried Feurstein die Bühne betrat. Seit drei Jahren hat er Erich Schwärzler an seiner Seite. Das Bregenzerwälder Powerduo teilt sich bei seiner Beratertätigkeit die Bezirke des Landes auf. Feuerstein betreut die Bezirke Feldkirch und Dornbirn, Erich Schwärzler steht den Menschen in den Bezirken Bludenz und Bregenz jeweils am Mittwoch zur Verfügung.
„Die Lebenssituation ist für viele Vorarlberger in Zeiten von Corona nicht leichter geworden“, weiß Schwärzler. Vor allem wirtschaftlich mehren sich Probleme. „Zumal sich nicht abschätzen lässt, wann wir dieses Problem los haben. Diese Ungewissheit macht vielen Menschen im Land zu schaffen.“
Mensch im Mittelpunkt
Feurstein wirft sich für seine Klienten vor allem bei Problemen mit der Pflegeeinstufung, bei Pensionen und in Sachwalterschaftsfragen immer wieder erfolgreich in die Schlacht. Wiederholt deckt er dabei Missstände im System auf. Klienten begleitet er zum Sozialgericht und kann dort nicht selten erfolgreich deren Interessen zum Durchbruch verhelfen.
„Es sind es aber nicht nur die komplexen Fälle mit viel Zeitaufwand, die unsere Tätigkeit ausmachen. Oft genügt ein einziger Tipp oder ein Ratschlag, um einem Klienten nachhaltig zu helfen“, berichtet Feurstein. „Viele Menschen kennen sich in komplizierten Systemen halt nicht so gut aus.“
Mit ihren guten Kontakten zu Behörden und Institutionen sind Feurstein und Schwärzler schnell zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ihre sachkundige und kompetente Herangehensweise ist stets mit einem lösungsorientierten Ansatz versehen. Im Mittelpunkt steht der Hilfessuchende Mensch. „Ich weise auch bei Behörden immer darauf hin, den menschlichen Aspekt in den Mittelpunkt zu stellen“, beschreibt Schwärzler sein Credo.
„Die Situation ist für viele Vorarlberger im Zeitalter von Corona nicht leichter geworden.“