Vorarlberg hielt im Lockdown zusammen

Der erste Lockdown traf alle Lebensbereiche in Vorarlberg. Dies weckte in vielen den Wunsch, für den anderen da zu sein.
Im März stellte das Coronavirus unser aller Leben in kürzester Zeit auf den Kopf, doch auch ein Gefühl der Solidarität schwappte durch das Ländle. Der Bedarf und der Wunsch, dass man einander stützt und unterstützt, war spürbar. Die Vorarlberger Nachrichten reagierten auf dieses Bedürfnis mit der Initiative #vorarlberghältzusammen.
1300 wollten helfen
Allein am ersten Wochenende nach Beginn der Aktion registrierten sich über 800 Freiwillige aus ganz Vorarlberg über die eigens geschaffene Webseite http://www.vorarlberghaeltzusammen.at. Sie stellten sicher, dass auch Ältere und Risikogruppen Ansprechpersonen und Hilfe hatten. Sei es die 22-jährige Corinna Neyer aus Bartholomäberg, die sich als Schülerin der Schule für Sozialbetreuungsberufe als Unterstützung anbot. Der 65-jährige Bludenzer Friedrich Wieser ging für seine Mitbürger zum Einkaufen und auf die Post. Oder die 21-jährige Dornbirnerin Marika Höfer, die ebenfalls für mehrere ältere Mitbürger einkaufen ging. Viele Vorarlberger im ganzen Land sahen die Not und wollten helfen, wo es ging. Schlussendlich waren es über 1300 Personen, die sich eintragen ließen. Doch damit nicht genug. Eine tägliche Kinderseite bot die notwendige Ablenkung der Jüngsten. Sie konnten auch über die kostenlose Grußkartenaktion über die Zeitung den Großeltern Wünsche und Bilder zukommen lassen. Tägliche Sportübungen für zuhause sorgten für die notwendige Bewegung. Mehr Rätsel in der Zeitung wie auch ein Rätselheft boten geistiges Training. Alle Ostergottesdienste wurden per Video live aus dem leeren Dom per vn.at und vol.at nachhause übertragen. Und nicht zuletzt konnten Leser in zahlreichen Webinaren von Experten ihre dringendsten Fragen beantworten lassen. Hinzu kam eine Übersicht regionaler Onlineshops und Lieferdienste, damit die Vorarlberger in dieser Zeit den heimischen Handel und die Gastronomie unterstützen konnten. Hinzu kamen die Zeichen der Solidarität mit den Menschen in systemrelevaten Berufen, vom Pflegebereich bis zum Lebensmittelhandel. Dies reichte vom Danke-Plakat in den VN über die Applausaktionen am Abend für die Heldinnen und Helden der Krise. Und auch sonst blickten die Vorarlberger aufeinander und versuchten die Stimmung hochzuhalten, wie zahlreiche Balkonkonzerte zeigten.