„Bürger wollen Sacharbeit“

Extra / 11.11.2021 • 18:44 Uhr
Bundeskanzler Alexander Schallenberg bekräftigte im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann seinen Anspruch, bis 2024 regieren zu wollen.
Bundeskanzler Alexander Schallenberg bekräftigte im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann seinen Anspruch, bis 2024 regieren zu wollen.

Kanzler Schallenbergs erster öffentlicher Auftritt in Vorarlberg beim Wirtschaftsforum.

Bregenz Bundeskanzler Alexander Schallenberg besuchte am Donnerstag erstmals in seiner Funktion als Regierungschef Vorarlberg. Er ließ es sich nicht nehmen, den ersten öffentlichen Auftritt im Bundesland beim Vorarlberger Wirtschaftsforum zu absolvieren. Natürlich nahm die aktuelle Coronasituation einen wichtigen Teil im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann ein. Der Bundeskanzler nahm aber auch ganz konkret Stellung zu den anderen politischen Themen Stellung.

Kanzler bis 2024

Zuvorderst natürlich über seine Rolle als Regierungschef und die Zusammenarbeit mit dem grünen Regierungspartner. Er sei mit dem Vorsatz in das Amt gekommen, auch bis 2024 Kanzler zu bleiben. Die Partnerschaft mit den Grünen „geht immer besser“, sagt er vor den Teilnehmern des Wirtschaftsforums. Natürlich gebe es in dieser Kooperation nach den Turbulenzen um seinen Vorgänger wieder etwas zu kitten, aber es gelte für beide Koalitionspartner und darin sei man sich auch einig, dass für das Land und die Menschen Sacharbeit geleistet werde.

Projekt S 18 umsetzen

Ganz konkret nahm Schallenberg auch zu Projekten stellen, etwa der Realisierung der S 18 in Vorarlberg. Er sehe nicht wirklich Handlungsbedarf und ist der Ansicht, dass „Projekte, die beschlossen sind, auch umgesetzt werden sollen“, stärkt er der Landesregierung im Konflikt mit Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler den Rücken.

Ökologie und Ökonomie

Der Klimaschutz sei auch ihm ein Anliegen, sagt der Bundeskanzler, von Riedmann auf den angekündigten raschen Ausstieg aus der Verbrennermotorentechnologie angesprochen. Doch es brauche eine Partnerschaft von Ökologie und Ökonomie, um den Klimawandel erfolgreich zu stemmen, betont der Politiker, der seine Karriere als Diplomat begonnen hat. Ganz konkret erhielt er für seine Feststellung, „wir müssen dabei auch auf die Kraft des Wirtschaftssektors setzen, entsprechenden Applaus vom Publikum im Festpiel- und Kongresshaus Bregenz.

Der Kanzler nahm auch zu seinem Verhältnis mit dem Vorgänger als Regierungschef Sebastian Kurz klar Stellung auf die Frage von VN-Chefredakteur Riedmann. „Sebastian Kurz ist der Obmann der größten Partei in Österreich und Clubobmann der größten Fraktion im Nationalrat. Es ist ganz klar, dass ich mich mit ihm abstimme.“ Das habe er auch von Anfang an klargestellt. Die Bürger wollen, so der Kanzler, Sacharbeit und das wolle er auch liefern. „Wir haben eine Krise zu bewältigen und einen Aufschwung zu begleiten.“

Zur Person

Alexander Schallenberg
Bundeskanzler

Geboren 20. Juni 1969, Bern (Schweiz)

Ausbildung Studium der Rechtswissenschaften, Universität Wien und Paris II Panthéon-Assas (Mag. iur.), Master of European Law, Collège d‘Europe Brügge (LL.M.) 

Laufbahn Leiter Rechtsabteilung, Ständige Vertretung Österreichs bei der EU 2000–2005, Pressesprecher, Kabinett Außenministerin Plassnik und Außenminister Spindelegger 2005–2013, Leiter Stabstelle „Koordination der außenpolitischen Informationstätigkeit“ 2009–2013, Leiter Stabstelle „Strategie und politische Planung“, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres 2014–2016, Sektionsleiter für Europa (Sektion III), Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres 2016–2018, Sektionsleiter für Koordination (Sektion IV), Bundeskanzleramt 2018–6/2019, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres
3. 6. 2019 – 7. 1. 2020, Bundesminister im Bundeskanzleramt
5. 6. 2019 – 7. 1. 2020, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres
7. 1. 2020 – 29. 1. 2020, Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten 29. 1. 2020 – 11. 10. 2021, Bundeskanzler seit 11. 10. 2021