Tapfer, tapferer, Maria

Extra / 29.12.2022 • 09:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wann immer es geht, hält sich Maria im Park vor ihrem Appartement auf.
Wann immer es geht, hält sich Maria im Park vor ihrem Appartement auf.

Die zehnjährige Maria kämpft in Singapur gegen den Blutkrebs. „Ma hilft“ unterstützt sie.

Singapur Aufgeben? Nicht mit Maria. Humorlos? Aber doch nicht Maria. Mutlos? Ein Fremdwort für das tapfere zehnjährige Mädchen aus Lustenau, das vom Schicksal so schwer geprüft wird.

Als bei Maria im März 2021 die schreckliche Diagnose Leukämie gestellt wurde, begann für das Kind ein unglaublicher Leidensweg. Raus aus der Schule, rein in die Krankenhäuser. Zuerst Uni-Klinik Innsbruck, danach Kinderspital St. Gallen, Fortschritte, Rückschläge, Chemotherapie, zurück an die Schule und nach Rückkehr des Krebses doch wieder Abschied von den Schulkameradinnen- und kameraden, die Maria in der neuen Klasse gerade liebgewonnen hatte.

Alles ertragen

Aber Maria ließ sich nie unterkriegen. Sie erfreute sich an Albino, dem kleinen aufgeweckten Hund, den ihr die Eltern schenkten. Sie freute sich über Besuch ihrer Freundinnen aus der Schule. Diese gaben ihr auch Kraft und ließen sie nie verzweifeln. „Maria hat alles brav ertragen. Sie hat nie die Hoffnung verloren“, erzählt Mama Vesna mit warmer Stimme. Sie und Papa Roland Schreierer sind megastolz auf ihre Tochter, für die sie rund um die Uhr als unverzichtbare moralische Stützen bereitstehen, deren schwere Krankheit sie aus dem Berufsleben gerissen hat.

Alles dreht sich nur noch um Maria. Und jetzt ist die Familie bereits über drei Wochen in Singapur, wo eine neue und nur dort praktizierte Krebstherapie Heilung verspricht. „Ma hilft“ hat Reise und Aufenthalt mitfinanziert.

Spazieren im Park

VN.at hat Maria und ihre Eltern am Telefon erreicht. „Es geht mir gut hier. Nur ein bisschen langweilig ist mir halt“, lässt die Zehnjährige wissen. Sehr viel Zeit verbringen sie, Mama Vesna und Papa Roland in ihrem Appartement, von wo sie zu diversen Therapien und Behandlungen ins nahe gelegene Krankenhaus fahren. Was in Marias Alltag etwas Farbe bringt, sind die regelmäßigen Ausflüge in den Park, der sich unmittelbar beim Appartement befindet. „Ich sehe im Park viele Tiere: Vögel, Eidechsen und andere. Und dann muss ich an meinen Hund denken, den wir der Züchterin zurückgegeben haben, so lange wir in Singapur sind.“ Dass es mit Maria aufwärts geht, belegt eine sehr erfreuliche Entwicklung: „Nach wochenlanger Ernährung durch den Schlauch isst sie wieder normal“, berichtet der Papa.

Noch länger in Singapur

Im fernen Asien werden die Schreierers noch mindestens bis Ende März sein. Marias Therapie ist sehr komplex. Ihr werden weiße Blutplättchen entnommen, außerhalb des Körpers behandelt und dann wieder in den Körper gespritzt. Diese sollen die Krebszellen vernichten. Die Eltern sind in die Behandlung eingebunden und haben gelernt, diverse Handgriffe wie etwa Spritzen zu setzen selbst vorzunehmen.

Maria lässt tapfer alles über sich ergehen und glaubt fest daran, dass sie wieder gesund wird. Sie hat nie aufgegeben. Ihr Kämpferherz nötigt allen Bewunderung ab. Vor allem den Eltern. Aber auch ihren Freundinnen zu Hause. Maria vermisst sie. Und Maria wird vermisst.

Maria hat den Humor nicht verloren.
Maria hat den Humor nicht verloren.
Auf Weihnachten musste Maria in Singapur nicht verzichten. Schreierer
Auf Weihnachten musste Maria in Singapur nicht verzichten. Schreierer

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